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Bild des Monats Mai 04

Bild des Monats Mai 04

Das Bild des Monats entstand beim Ziehen der Fäden.

Nach 25 Minuten vergeblichem schnippeln, reißen und stechen kam die Praktikantin (das ist eine andere Geschichte!!) des Arztes auf die Idee den richtigen Arzt zu holen.

Weitere 5 Minuten später:
„Tut es weh, wenn ich hier ziehe?“
„Werden Sie etwas anderes tun, wenn ich ja sage?“
„Nein…wollte ich nur so wissen…
Was passiert eigentlich mit den Fotos, die Sie da schießen?“
„Ich verklage Sie damit, wegen Körperverletzung.“
„Oh…“
„Ich schieße sie für meinen Blog.“
„Ihren was?“
„Blog…Online-Tagebuch.“
„Klingt ja fein! So…gleich haben wir es…oh…entschuldigen Sie. Hat das wehgetan?“
„Ich glaube, Sie haben die Wunde aufgeschnitten!!!“
„Nein…das ist normal…“
„Könnten Sie bitte die Kamera hal…“
„Herr Bunge? Herr Bunge??“

Im Land der schlechten Witze und belanglosen Gespräche

Als großer Harry Potter Fan habe ich mich heute Morgen in der Kunst der Zauberei versucht. Ich habe versucht meine Tante weg zu zaubern. Sie sollte sich in Rauch […] auflösen, doch leider ging der Zauber daneben und so habe ich mich in Rauch aufgelöst und auf die Reise gemacht…

22.05.04, 15:24 Uhr Liebes Tagebuch, ich befinde mich nun seit knapp 5 Stunden im Reich der schlechten Witze und belanglosen Gespräche. Ich habe Angst nie mehr nach Hause zu kommen und befürchte, dass mir noch weit Schlimmeres bevorsteht. Bisher konnte ich die hier lebenden Menschen dabei beobachten wie sie ihr Mahl zubereiten, vermutlich wird hier in den kommenden Stunden ein großes Fest zelebriert. Die geladenen Gäste versuchen sich gegenseitig mit schlechten Witzen aufzuheitern und sich mit belanglosen Gesprächen zu unterhalten. Ganz besonderes Augenmerk gilt der Frau mit den roten Haaren. Eine Frau, die sich in der Menge sichtlich wohlfühlt und das Gespräch mit jedem sucht. Unweigerlich kommt man auf ihre zahlreichen Krankheiten zu sprechen. Sie sucht offensichtlich die Heilung im Gespräch mit anderen, dennoch scheint sie nicht darunter zu leiden, da sie ihre Leiden stets mit einem breiten Grinsen unterstreicht.

Eine kleine Pause

Nur noch ein oder zwei Wochen.

Vielen Dank.

„Entschuldigen Sie bitte…

…ich blute!“

Neun Sanitäter starren mich mit irrem Blick an, während einer nach dem anderen versucht seinen Burger hinter dem Rücken zu verstecken.

„Kampfst gu im fumpf Mimutem wiederkommen?“
„Klar, ich lauf noch ’ne Runde um den Block, wenn ihr wollt!“

Fünf Minuten vorher:
„Ich habe eine Weinschorle bestellt! Eine Weinschooooorrrle! Verstehen Sie mich?!?“
In der Eile vertausche ich Weißwein- und Rotweinglas, schütte die hälfte des Wassers auf den Boden und greife nach der Weißweinflasche im praktischen 1 1/2 Liter Familienformat. Mit nassen Händen einem rot angelaufenen Eintracht Braunschweig Fan eine Weißweinschorle zu bereiten, während zwanzig besoffene ihre Feldschlösschengläser mit Wolters gefüllt haben wollen („Sie haben nur Feldschlösschen? Damit putze ich nichtmal mein Klo!“).
Die Luft brennt, die Theke auch aber von einer Sekunde auf die nächste herrscht in meinem Abschnitt Stille – ich hatte die Flasche fallen lassen, sie kurz nachdem der Flaschenhals an der Theke abgebrochen ist, abgefangen und in die linke Hand gerammt!
Meine Chefin wird kreidebleich und bindet mir beide Hände mit Handtüchern ab, bevor ich irgendwen bekleckere.

„Na komm, zeig mal her!“ bittet mich schließlich doch einer der Sanitäter und ich offenbare ihm meine blutende Hand.
„Na, sieht doch astrein aus! Wie hast du das denn geschafft?“
Ich erspare ihm meine Geschichte und täusche einen Schwächeanfall vor. Wenige Minuten später liege ich im Krankenwagen, auf den Weg ins nahegelegene Klinikum. In den paar Minuten wird von einem verpickelten Zivi mein Blutdruck mindestens zehnmal gemessen.

Im Wartezimmer ist die Hölle los! Ein Kind mit ausgekugletem Arm, ein Jugendlicher mit einer Schnittwunde im Gesicht, eine Frau in Reitklamotten, die mich (oder die Wand hinter mir?) anstarrt, während ihr das Blut aus einer Kopfwunde fließt, ein Motorradfahrer, der blass ausschaut, während seine Frau ihm immer und immer wieder sein Motorrad verbietet, ein Typ der die ganze Zeit nur den Kopf schüttelt, zwischendurch aufsteht und sich dann wieder setzt, eine türkische Großfamilie, die um einen kleinen, bockigen Jungen herumschlawenzelt, der doch nur zu McDonalds möchte…

Nach 2 1/2 Stunden bin ich endlich an der Reihe. Ich lasse den übergewichtigen Mann, der neben mir steht und mich mit seinem Achselschweiß gnädigerweise betäubt hat, auf meinen Platz und gehe todesmutig in das Behandlungszimmer. Eine ƒrztin und ein Schwester warten auf mich und schon geht es los:
„Strecken Sie doch bitte Ihre Finger.“
„Nein.“
„Nun kommen Sie schon! Strecken Sie Ihre Finger!“
„Nein. Das tut weh.“
„Dann strecke ich deine Finger…“
„AAARGHHH!“
Aufeinmal herrscht Stille im Raum. Lediglich die Krankenschwester kann sich ein leichtes Kichern nicht verkneifen. Ich schaue die ƒrztin an, die kurz zuvor an der Wunde rumgedrückt hat. Eine kleine Blutfontäne hatte ihren Dress versaut. Selbst Schuld…

„Einmal pieksen und drücken oder zweimal pieksen?“ (Soll heißen: „Mit Betäubung oder ohne?“)
„ƒh…Entscheidungen sind nicht so meine Stärke. Könnten sie nicht einfach…also..“
„Wir betäuben.“

Ich möchte nicht auf weitere Einzelheiten eingehen, aber diese Frau hätte in jeder Folterkammer ganz groß rauskommen können! Mit einem Enthusiasmus, der an Extase grenzte, bohrte sie die Betäubungsspritze in meiner Hand, dass ich sie bewusstlos schlagen wollte! Immer und immer und immer und immer wieder…
Nachdem mir die nette Schwester eine Tätanusspritze verabreichte („Po, Arm oder Oberschenkel?“ – „Wenn ich jemals wieder eine Entscheidung treffen muss…“ – „Arm…schon verstanden!“), wurde ich auch freundlichst gebeten das Krankenhaus zu verlassen.
Eins lernte ich noch an diesem Abend, im Krankenhaus (als man mir die „Praxisgebühr“ abknöpfen wollte): Wenn ich bei dem Unfall vor Schreck hingefallen wäre und hätte mir die Zähne ausgeschlagen, dies hätte mich in die Depression gestürzt, sodass ich zum Therapeuten gehen müsste, was aber erst nach meinem Krankenhausaufenthalt möglich gewesen wäre, hätte ich an diesem Wochenende 10Ä für den Zahnarzt, 10Ä für das Krankenhaus, 10Ä für den anschließenden Therapeuten und da ich gestern noch 10Ä für den Chirurgen bezahlte, damit er mein Verband auf- und wieder zumacht, wäre ich in diesem Quartal auf 40Ä gekommen. Sollte so etwas also vier mal im Jahr passieren, wird man relativ schnell 160Ä los!
Eine tolle Gesundheitsreform haben wir da…

Aber das nur nebenbei…



Darf es am Ende etwas mehr Malcolm sein? www.fuenf-filmfreunde.dewww.kunstloses-brot.deeyesaiditbefore.tumblr.com