Grausig ist es, nach einem ganzen Tag anstrengender Umzugshilfe, nachhause zu kommen und die am Nervenende knabbernde Kleine vorzufinden, die sich nicht nur das T-Shirt falsch herum angezogen hat, die Unterwäsche über dieses T-Shirt sondern auch mit der Wand spricht und mir dann sagt, dass die Stimmen hinter der Tapete nichts Gutes von mir halten. Nicht, dass ich mich nicht in den letzten Wochen daran gewöhnt hätte (Diplom. Noch Fragen?), aber kombiniert mit diesem leichten silberblickartigen Gesichtsausdruck, der krampfhaft versucht ihre momentanen Gelüste zu teleptisch zu übertragen, ist es schwer auszuhalten. Hier, im Schlafzimmer, am kleinen Schrebtisch, drei Meter von der Person entfernt, die ohne zu Zögern in den Kopf beißen würde, wenn es ihr einfallen würde, wonach ihr gerade ist.
„Schokoloade?“
„Nein.“
„Weingummi?“
„Neiiiiheiiiin…“
„Tee?“
„Warum verstehst du mich nicht?“
„Hast du was gesagt?“
Ich glaube ähnliche Dialoge schon X-mal hier rezitiert zu haben. Ist aber immer wieder schön von der mänlichen Gesellschaft die Bestätigung zu bekommen, dass ich nicht allein, mit diesem Problem bin!
Verstärkt werden Aufmerksamkeitsbekundungen verschickt. Inzwischen nicht mehr telepatisch, sondern durch auffällig, taktisch gesetzte Seufzer, die mittlerweile eher nach einer geschmeidigen Hyperventilation klingen, als nach Aufmerksamkeits-Defizit. Zwischendurch wird Papier laut geraschelt und ordentlich böse geschaut. Das merke ich am Rücken, wo sich inzwischen zwei Brandblasen entwickelt haben, die mich darn erinnern, dass ich sie nicht genügend beachte.
Phase III:
„Hmm…hmmmmmm…hmmmmmmmmmmmmmmmmm!“
ƒhh… (Tipptipptipptipptipp)
„Hffff… Huuuuuhhhhhh… mmmmmmmiiiiiiii… gnnnnnnn…“
ƒhhh…? (Tipptipptipptipptipp)
(Wird mit einem Igelball am Hinterkopf beantwortet. Live Blogeintragübertragungen sind in Zukunft passé!)
So… Jetzt ist Schluss! Der Igelball tat echt weh. Ich schicke das hier jetzt ab. Dann gibt’s den Arsch voll…