15.12.2004 /
Chromosomenkampf / Malcolm
„Aber du machst nicht mehr so lange, oder?“
„Neiiin… Soll ich nun vor dem Wochenende fertig werden, damit du nochwas von mir hast, oder nicht?“
„Dann verzichte ich lieber auf eine Stunde, am Wochenende. Nur komm nicht zu spät ins Bett, ja?“
„Nu‘ lass mich mal weiter arbeiten, denn um so schneller komm ich in die Kiste und am Wochenende muss ich dann nichts mehr machen!“
„Ich geb dir Zeit bis 23.00, ja?“
„…Ok…“
Mit einem Schnauben verlässt die Kleine sichtlich angesäuert das Zimmer, unter extremer Vernachlässigung lässt sich nunmal leichter schmollen und überhaupt und sowieso – die Welt ist böse!
Ich reiße die Tür auf..
„Ey! Was soll das werden?“
„Was denn?“
„Das weißt du genau! Was ziehst du da für ein Gesicht?“
„…“
„Und stampfen brauchst du auch nicht! Davon werde ich auch nicht schneller fertig!“
„Ich kann das Zimmer so verlassen, wie ich will! Und wenn ich raus hüpfe!“, stampft die Kleine, mit ihren flauschigen Emily the Strange Katzenkopfpantoffeln, auf die Kacheln.
„Jetzt zieh nicht so ’ne Fresse, komm hier wieder rein und hüpfe wieder raus!“
„Du kannst mich mal!“
Der letzte Satz fällt in letzter Zeit auffallend häufig! Ich mache mir Gedanken Sorgen um die Erziehung der Kleinen und nehme mir vor, demnächst härtere Strafen zu verordnen. Sie tanzt mir schon viel zu lange auf der Nase herum! Und nach außen hin sieht es auch noch so aus, als würde ich nach Ihrer Pfeife tanzen müssen! Unlängst wissen die Kollegen in der Agentur, dass ich husche, wenn sie den Raum betritt. Und seitdem die Kleine ihren Redefluss bei der letzten Eintracht Braunschweig Veranstaltung freien Lauf gelassen hat, denkt jeder, bei meinem Zweitjob, dass ich die geborene Hausschlampe bin, die jeden Sonntag die Wäsche bügelt, der Kleinen regelmäßig den Tee vorsetzt und jede Anweisung mit „Darf es noch etwas sein, eure krümelige Hoheit?“ im Mundwinkel, befolge.
Ich denke daran die Supernanny einzuschalten. Den Bogen habe ich ausgefüllt vor mir liegen…