Unter der Gürtellinie…Hoho…ho..ho…

Beim Durchzappen auf Stefan Raab gestoßen, als er gerade eine österreichische Briefmarke in die Kamera hält.
„Bitte hi-hi-hinten anlecken.“, das Publikum kichert verlegen. „Der Mosi hättes doch so gewollt…“, das Publikum verfällt in blödes Gelächter. Auch „Bitte freimachen“ löst nicht einmal ein Schmunzeln bei mir aus. Was ist nur aus meinem gefürchteten schwarzen Humor geworden?
„Die Deutschen bringen zeitgleich ebenfalls zwei neue Briefmarken raus. Einmal…“, Stefan scheint selbst darüber nachzudenken, ob er das jetzt bringen soll, „…150 Jahre Münchener Hauptbahnhof“. Das Publikum findet es komisch („Hohohohooo!“). Dieses Lachen, das ein wenig peinlich berührt klingt, aber man traut sich ja in der Gruppe. „Und hier nochmal 125 Jahre Telefonkabel…“. Da schalt ich wieder ab. „Crossing Jordan“ müsste jetzt auch wieder weiter gehen…

Geschrieben in Film und Fernsehen | 3 said it before

1.2->1.5

Jetzt ist es soweit. Ich muss es haben. Ich muss „upgraden“ (wie der gemeine Deutsch-Nerd gerne sagt). Wordpress 1.5 ist schon so lange draußen und ich habe mich lange dagegen gewehrt. Aber da ich so eine Trendhure bin, halte ich es einfach nicht mehr aus!

Hoffentlich klappt es… Wünscht mir Glück!

Geschrieben in Alles in Allem | 8 said it before

Ich suche ein Freund

Nein, wie traurig…

(Aus den Statistiken gefischt) Ich suche ein Freund

Liebe(r) Suchende(r).
Solltest du über esib einen Freund gefunden haben, so melde dich doch bitte umgehend. Gerade in Zeiten wie diesen sind Freunde ja auch so wichtig! Und ich würde mich sehr freuen, wenn ich dazu beigetragen habe, dir zu einem echten Freund verholfen zu haben. So ein richtiger, mit dem im Sommer du Frösche aufbläst und platzen lässt.

Dein Malcolm

Geschrieben in Internet | 3 said it before

Goldene Himbeere

Also das nenne ich mal echte Größe! Ich habe zwar immernoch das Gefühl zwei Stunden meines Lebens unwiderruflich verloren zu haben, nachdem ich letzte Woche Catwoman sah, aber die Frau Berry hat aufjedenfall wieder gepunktet!

Und hier die restlichen Gewinner:

Schlechtester Film
Catwoman

Schlechtester Hauptdarsteller
George W. Bush / Fahrenheit 9/11

Schlechteste Hauptdarstellerin
Halle Berry / Catwoman

Schlechtester Nebendarsteller
Donald Rumsfeld / Fahrenheit 9/11

Schlechteste Nebendarstellerin
Britney Spears / Fahrenheit 9/11

Schlechtestes Paar
George W. Bush & ENTWEDER Condoleeza Rice ODER seine Ziege / Fahrenheit 9/11

Schlechtestes Remake oder Sequel
Scooby-Doo 2: Monsters Unleashed

Schlechtester Regisseur
Pitof / Catwoman

Schlechtestes Drehbuch
Catwoman / Theresa Rebeck und John Brancato & Michael Ferris und John Rogers

Schlechtestes Musical unserer ersten 25 Jahre
From Justin to Kelly (2003 / Nominiert für 8 Awards, Gewinner von 1)

Schlechteste Komödie unserer ersten 25 Jahre
Gigli (2003 / Nominiert für 9 Awards, Gewinner von 6)

Schlechtestes Drama unserer ersten 25 Jahre
Battlefield Earth (2000 / Nominiert für 9 Awards, Gewinner von 7)

Schlechtester Razzie-Verlierer unserer ersten 25 Jahre
Ah-Nuld Schwarzenegger (Mit 8 Nominierungen, einschließlich einer für 2004)

Geschrieben in Film und Fernsehen | 2 said it before

Oscar 2005

Dann zieh ich mal schnell mit, bevor es heute abend „überall“ steht…

Best Motion Picture of the Year
Million Dollar Baby (Clint Eastwood, Tom Rosenberg, Albert S. Ruddy)

Best Performance by an Actress in a Leading Role
Hilary Swank für ìMillion Dollar Babyì

Best Performance by an Actor in a Leading Role
Jamie Foxx für ìRayì

Best Performance by an Actress in a Supporting Role
Cate Blanchett für ìThe Aviatorì

Best Performance by an Actor in a Supporting Role
Morgan Freeman für ìMillion Dollar Babyì

Best Achievement in Directing
Clint Eastwood für ìMillion Dollar Babyì

Best Achievement in Art Direction
The Aviator (Dante Ferretti, Francesca LoSchiavo)

Best Animated Feature Film of the Year
The Incredibles (Brad Bird)

Best Achievement in Makeup
Lemony Snicketís A Series of Unfortunate Events (Colleen Atwood)

Best Achievement in Costume Design
The Aviator (Sandy Powell)

Best Documentary
Born Into Brothels: Calcuttaís Red Light Kids (Zana Briski, Ross Kauffman)

Best Achievement in Editing

The Aviator (Thelma Schoonmaker)

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Published
Sideways (Alexander Payne, Jim Taylor)

Best Achievement in Visual Effects
Spider-Man 2 (John Dykstra, John Frazier, Anthony LaMolinara, Scott Stokdyk)

Best Short Film, Live Action
Wasp (Andrea Arnold)

Best Short Film, Animated
Ryan (Chris Landreth)

Best Achievement in Cinematography
The Aviator (Robert Richardson)

Best Achievement in Sound
Ray (Bob Beemer, Steve Cantamessa, Scott Millan, Greg Orloff)

Best Achievement in Sound Editing
The Incredibles (Michael Silvers, Randy Thom)

Best Documentary, Short Subjects
Mighty Times: The Childrenís March (Robert Houston, Robert Hudson)

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score
Finding Neverland (Jan A.P. Kaczmarek)

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song
Diarios de motocicleta (Jorge Drexler) (îAl Otro Lado Del RÌoî)

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen
Eternal Sunshine of the Spotless Mind (Pierre Bismuth, Michel Gondry, Charlie Kaufman

Abgeschrieben bei Blasto

Nachtrag
Anke hat es natürlich live gesehen. Quelle surprise

Geschrieben in Film und Fernsehen | 4 said it before

Manchmal versteh ich ihn nicht!

Dass mein PC eine ganz andere Sprache spricht als ich, war mir schon lange klar. Ich habe versucht mich damit zu arrangieren, aber was er mir hiermit sagen wollte, weiß ich einfach nicht:

Geschrieben in Spiegelwelt | 3 said it before

BIG BROTHER – „Das Dorf“

Köln (rpo). Endemol-Chef Borris Brandt gab bei der Vorstellung der sechsten „Big Brother“-Staffel eine kleine Entwarnung: „Die neue ‚Big Brother‘-Staffel soll nicht 150 Jahre laufen.“ Ansonsten sei das Ende von „Big Brother – Das Dorf“ aber völlig offen, so Brandt am Mittwoch in Köln. Laut RTL II-Unterhaltungs-Chefin Katja Hofem-Best werde die Sendung solange gezeigt, wie „Gott und der Zuschauer will“. (mehr)

Fast 365 Tage wurden aktuell prominenz-hunrige Wichtigtuer bzw. Nichtstuer in den niemals rostenden Big Brother-Container eingesperrt – einizig und alleine von Tele 5 und RTL2 gepuscht, aber sowas von aufdringlich, dass der „normale“ Fernsehzuschauer zum Wegschalten geradezu gedrängt wurde! „Nun stehen wir fast vor dem Finale“, wurde schon groß beworben… Das ist mir sowas von egal! Die erste Big Brother-Staffel mochte noch was besonderes sein, aber wer schaut denn heute noch zu? Sogar ich überspringe die Sender beim alltäglichen Zappen durch die Medienwelt! In wenigen Tagen startet dann schon wieder das „neue“ Format Big Brother – „Das Dorf“ … Unbegreiflich wie sich darauf Menschen einlassen können, vor allem weil die Ausstrahlung vorab unbefristet laufen soll. Welcher Arbeitgeber lässt sich darauf ein?! In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und Hartz IV, ist es vielleicht eine gute Alternative für den Einen oder Anderen, der sein Leben sonst daheim vor dem Fernseher verbringt und von einer Talkshow zur nächsten springt, doch Endemol behauptet ja sogar, dass sich Menschen mit einem guten Job dort beworben haben. Wie wäre es mit Big Brother „Die Feldarbeit“, damit die Schlümpfe endlich Mal was Vernünftiges tun! Wo bleibt denn das gute, anspruchsvolle Fernsehen?!

Geschrieben in Film und Fernsehen | 1 said it before

Random Talk

Wohlig schlappes Gefühl. The Album Leaf tun ihr bestes es aufrecht zu halten. Sitze mit angezogenen Beinen in einer Wanne mit viel zu heißem Wasser und denke darüber nach abzutauchen. Vielleicht auch einfach nicht mehr wieder aufzusteigen, sondern einfach eingekuschelt in dem warmen Wasser zu übernachhten. Verabredungen für den Abend absagen, mit der Begründung, dass mein Goldfisch gestorben sei. Jeder weiß, dass ich kein Haustier habe und erst recht keinen schwulen Goldfisch. Aber auf die Frage was ich damit meine, würde ich den Kopf schütteln (wohl wissend, dass man das über das Telefon nicht sehen würde), auflegen und untertauchen. Ich stelle mir vor, wie sich die Musik wohl unter Wasser anhört, wenn sie sich schon über Wasser anhört, als würde ich sie unter Wasser anhören. Tauche einmal kurz unter und stelle mir vor, wie die Kamera einen Schwenk über mich macht und mich von oben aufnimmt. Natürlich nur bis kurz unter den Bauchnabel. Ist ja kein Schmuddelfilm hier. Langsam würde der Zoom auf mein Gesicht gehen und in dem Moment, als der Bass einsetzt, öffne ich die Augen. Weiter weiß ich nicht, schaut aber in meinem Kopf gut aus. Kann nicht mehr lange unter Wasser bleiben. Nicht weil mir die Puste ausgeht (für einen Raucher kann ich erstaunlich lange die Luft anhalten), sondern weil ich das Gefühl in meiner linken Hand verliere. Mit der Hand halte ich die Nase zu, weil ich das Gefühl hasse, wenn Wasser in die Nase läuft. Passiert komischerweise nur, wenn man mit dem Gesicht nach oben, zur Oberfläche schaut. Warum? Als ich aufsteige bemerke ich, dass ich vergessen habe darauf zu achten, wie The Album Leaf sich unter Wasser anhört. Ist auch egal, weil inzwischen die Trophy Scars rumnölen. Schnelle Schnitte. Mir fallen diese fiesen Kamerabewegungen ein, die man bei Catwoman gestern gesehen hatte. So wie in den Musikvideos in den 90ern, wenn etwas total spritzig und fetzig aussehen sollte. ‹brigens zwei Worte, die sich mal so richtig scheiße anhören, wenn ich so darüber nachdenke. Beim Nachdenken vergesse ich öfters zu blinzeln und so läuft mir das Badewasser in die Augen. Da fällt mir doch ein, ich früher Waschlappen gefaltet habe, als Kind. Naja, habe ich gemacht, weil beim Haarewaschen sonst Schaum in die Augen gekommen wäre und das hätte geheißen (auch so ein blöder Ausdruck, oder?), dass wir entweder mit dem Kopf unter Wasser hätten gehen müssen oder zumindest einen dummen Sissy-Spruch von der Mutter gehört hätte, weil ich die Augen aufgemacht habe, obwohl sie es mir verboten hat. Also faltete ich ein Waschlappen dreimal und hielt ihn vor meine Augen, damit kein Schaum reinkommt. Habe ich bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr gemacht. Drei Jahre nachdem ich das Schwimmen gelernt habe. Ich hatte nunmal Panik vor Wasser. Inzwischen legt sich das Brennen und ich kann mich wieder zurück lehnen. Die Entspannung weicht der Vorfreude auf den Abend und ich finde den Gedanken an den toten Goldfisch nicht mehr wieder, also steige ich aus und tänzel geschmeidig zu That Very Time I Saw durch den Flur. Ohne mir die Füße abzutrocknen. Macht ja nichts – bis Dienstag ist es getrocknet und die Kleine kriegt es nur mit, weil ich es aufschreibe. In einem Handtuch gewickelt, mit nassen Haaren vor dem Rechner sitztend. Die Zeit ist knapp. Also los jetzt.

Geschrieben in Alles in Allem | 2 said it before

Meine Briefmarken

Ich glaube Briefmarken sind tatsächlich die einzigen Dinge, die dieser Typ nicht sammelt

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Herr Schmidt

Ist zwar schon ein paar Tage her, das Inetrview, aber ich bin durch ix wieder darauf aufmerksam geworden.

Wissen Sie, als ich zurückkam von den Reisen und sah am Gepäckband das erste mürrische Gesicht, da dachte ich: Das ist meine Heimat. Der ist schlecht gelaunt, aber der geht auch nicht auf die Straße demonstrieren, dafür ist das Wetter einfach zu schlecht. Bei schönem Wetter im Spätsommer geht der auf ein, zwei Montagsdemos, dann ist Schluss, Feierabend.

Das ganze Interview mit Harald Schmidt

Geschrieben in Alles in Allem | 1 said it before

Gedankenlesen, die 2.

Ist es ein Tier, eine Pflanze, ein Mineral, etwas Anderes, oder Unbekannt?
etwas Anderes

Kann es Sie aufheitern?
Vermutlich

Macht es Geräusche?
Nein

Kann es gebogen werden, ohne zu zerbrechen?
Nein

Rollt es?
Nein

Ist es kleiner als ein Brotlaib?
Ja

Würde man es in einem Büro finden?
Vermutlich

Würde man es auf einem Bauernhof finden?
Nein

Wurde es schon vor über 100 Jahren verwendet?
Unbekannt

Geht es kaputt, wenn es runterfällt?
Ja

Ist es beschriftet?
Nein

Ist es rund?
Ja

Verwendet man es während der Arbeit?
Nein

Kann man es essen?
Ja

Ist es normalerweise farbig?
Vermutlich

Kann man es in einem Restaurant bestellen?
Ja

Gibt es davon viele Varianten?
Ja

Ist es weich?
Ja

Passt es in einen Umschlag?
Nein

Bekommt man es in einer Packung?
Ja

Ich schätze, daß es ein Napfkuchen ist?
Nein

Ist es kalt?
Nein

Ist es knusprig?
Nein

Hat es ein Loch?
Nein

Würde man es verschenken?
Eher nicht

Schmeckt es süß?
Nein

Ich schätze, daß es ein Hamburger ist?
Ja!

Sie dachten an ein Hamburger.
Würde man es in einem Büro finden? Sie sagten Vermutlich, Ich sage Nein.
Aber… Heute gab es doch was von Mäckes zu Mittag!

Wurde es schon vor über 100 Jahren verwendet? Sie sagten Unbekannt, Ich sage Nein.
Besserwisser

Geht es kaputt, wenn es runterfällt? Sie sagten Ja, Ich sage Nein.
Ich sage, du hast keine Ahnung was passiert, wenn man einen Burger runter fallen lässt!

Ist es normalerweise farbig? Sie sagten Vermutlich, Ich sage Eher nicht.
Ich hätte gern einmal den Royal TS in S/W zum Mitnehmen, bitte.

20Q.net

Gefunden bei Piranh@se

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Nervsprech Gewinner

Da sind sie, die Gewinner des Nervsprech Wettbewerbs. Und ich möchte es nicht glauben, dass es Leute gibt, die immernoch diese Sprüche für witzig halten…

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Anja und der Oriongürtel

Lu hat mich darauf gebracht in Erinnerungen zu schwelgen.

Ich war sechzehn und hatte seit wenigen Monaten meine erste, richtige Freundin. Es muss sogar exakt zehn Jahre her sein, wenn ich so recht überlege. Eine Woche Skifreizeit in ÷sterreich stand uns bevor und wir sollten von einer Klasse aus Münster abgeholt werden. Das Erste, das wir von Anja sahen, war der sagenhafte Hintern. Der Doppeldeckerbus fuhr vor und Anja beugte sich gerade zu jemanden über. Zwei Klassenkameraden und ich standen gebannt vor dem Bus und starrten auf Anja’s bestes Stück. Kaum stiegen wir ein, wurden auch schon die ersten Pläne geschmiedet. Von nicht vorhandenem Selbstbewusstsein und einer zwei Jahre jüngeren Freundin (die mich zu dem Zeitpunkt schon das erste mal betrogen hatte, wie ich später erfuhr) geplagt, setzte ich mir die Walkmankopfhörer auf und schlummerte vor mich hin, kaum ein Gedanken mehr an diesen sagenhaften Hintern verschwendend…

Am zweiten Abend sind wir ins Gespräch gekommen. Ich weiß nicht mehr wie, aber ich genoss die neidvollen Blicke der anderen Jungs. An den nächsten Tagen hingen wir zusammen ab (so nannte man das damals, in den 90ern, liebe Kinder!) und redeten über Gott und die Welt. Ich war so erstaunt, dass man das mit einem Mädchen konnte. Meine Gedanken blieben dennoch züchtig bei Sabrina.

So kam es, dass wir zusammen frühstückten, zusammen zu Mittag aßen und abends umher spazierten. Eine filmreife Szenerie, als sie eine Schneeballschlacht anfing und wir diesen kleinen Hügel herunter rollten und im Schnee liegen blieben. Nervös kaute ich an meine Unterlippe, während Anja anscheinend die Situation unter Kontrolle hatte. So lagen wir da und starrten gespannt in die Sterne. Klassisch zeigte ich ihr alle drei Sternzeichen die ich kannte: großer Wagen, kleiner Wagen, komische Schlange, die aussieht als würde sie kotzen (zugegeben, die hatte ich erfunden. Kam aber gut an.). Und dafür zeigte sie mir den Oriongürtel…

Die Tage vergingen im Flug. Ich fuhr sogar den ganzen Weg vom Tal, auf die Spitze, um ihre vergessenen Schuhe zu holen, die sie beim Einsteigen in den Bus vermisste. Wenn sie mich gefragt hätte, dann hätte ich sogar ihre Brote geschmiert, Skier gewachst und die Schuhe zugebunden. Ich hatte mich verknallt.

Am letzten Abend waren wir allein auf meinem Zimmer, das ich mit zwei anderen Jungs teilte. Beide waren gerade bei der Abschiedsparty, die wohl ziemlich hoch her ging. Nachdem einer von unserem Klassenlehrer erwischt wurde, wie er von seinem Balkon die parkenden Autos vollkotzte, ein anderer die Klassenlehrerin der anderen Klasse einen Bandscheibenvorfall erlitt, weil dieser sie übersehen hatte, als er die Treppen runter sprang, drei Betten, zwei Tische und etliche Stühle zu Bruch gegangen sind und diverse Pärchen bei angeblich unzüchtigen Dingen erwischt wurden, war auch Sense mit Party. Zu meinem Glück, denn ich stand mit meinen sechzehn Jahren kurz vor meinem ersten Herzinfarkt.
Anja und ich unterhielten uns zuerst sitztend auf dem Bett, dann legten wir uns hin (weil bequemer), dann blendete das Licht (also ausgemacht) und dann ging der Gesprächsstoff aus. Das erste mal seit einer Woche. Sie startete eine kleine Kitzelaktion, woraufhin sie anschließend in meiner Armbeuge lag. Mein Herz raste, meine Hände schwitzten und ich stand kurz davor einer klassischen Ohnmacht nachzugehen. Vor lauter Aufregung pullerte ich mir fast in die Hose, als es an der Tür schepperte. Die beendete Party schickte meine Zimmerkameraden ins Bett. Hätte mein Mitbewohner noch lauter „Hoooowheeee – hier ist abgeschlossen!“ gerufen, hätte ich auch ebenso gut zu Fuß nachhause gehen können. Unser Klassenlehrer stand noch unter Schock, von dem Klassenausflug, ein Jahr zuvor, als drei Mädchen einem Jungen zu nah gekommen waren (das ist eine andere Geschichte).

Es passierte nichts mehr an diesem Abend. Wir blieben jahrelang in brieflichen Kontakt und kurz vor meinem achtzehnten Geburtstag trafen wir uns wieder. Ich erinnere mich, dass es mich fast hinten über schlug, als ich sie wieder sah. Sie war noch hübscher geworden und schaffte es auf zwei Meter Entfernung meine Hände zum Schwitzen zu bringen. Aber auch hier passierte nichts.

Der Briefkontakt ließ langsam nach. es vergingen manchmal Monate, bis ich ihr, oder sie mir schrieb. Eines Tages erreichte mich eine E-Mail. Anja hatte mich wiedergefunden. Inzwischen ist sie nach Berlin gezogen, lebt dort mit ihrem Freund zusammen und scheint ziemlich erfolgreich im Hotelbereich zu sein. Nach zwei Mails brach der Kontakt wieder ab. Vielleicht ist es auch nur wieder einer dieser Pausen, wie früher (der inzwischen auf den Tag genau ein Jahr anhält!)? Wie auch immer – selbst jetzt, nach zehn Jahren, habe ich mir das ständige „…“ nicht abgewöhnen können, das wir beide damals in unseren Briefen immer und immer wieder verwendeten, in Gedenken an den Oriongürtel!

Geschrieben in Alles in Allem | 6 said it before