„Guten Tag! Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“
„Ha! Kleines, komm mal her! Da soll nochmal einer sagen, dass wir in einer Servicewüste leben!“
„Ehm…Æ’h… Wie kann ich Ihnen helfen?“
„Gut dass Sie fragen! Seien Sie doch bitte so liebenswürdig Ihr monstermäßig ausgeprägtes Fachwissen über Handtaschen mit mir unwürdigem Handtaschenlaien zu teilen!“
„Wie… ich sehe, kommen Sie allein zurecht…“
„Aber nein! Lassen Sie sich von meinem genervten Gesichsausdruck täuschen! Ich freue mich wie Bolle in jedem Laden angesprochen und mit Adleraugen davon abgehalten zu werden den Laden großflächig auszuräumen! Ich fühle mich wohl mit einem übergewichtigen Handtaschendiplomanten betreut und umsorgt zu werden! Aber machen Sie sich doch wegen mir keine Umstände. Was halten Sie von dieser Tasche? Ob sie mir wohl steht, oder wirkt mein Gesicht zu fett?“
„Entschuldigen Sie… Ich muss ins Lager, Ware nach Farbe und Gewicht sortieren…“
„Ja, ist richtig! Machen Sie, dass Sie weg kommen! Und lassen Sie sich erst wieder blicken, wenn ich an der Kasse stehe! Wenn ich an der Kasse stehe!“
So in etwa hätte es stattfinden können, wenn meine angeborene Höflichkeit und mein ausgeprägter Mitleid für Handtaschenverkäufer mich nicht einfach nur ein „Neindankeichkommeschonzurecht“ hätte dahin murmeln lassen.
Anders bei den Pussis von der SKL, die in unregelmäßigen Abständen anrufen (Blogeintrag #153.871 zu lästigen Telefonanrufen).
„Schönen guten Tag. Ich bin Frau **** von der Firma *****. Spreche ich mit Herrn Burke?“
„Burke? Meinen Sie Bunge?“
„Herr Burke, Sie haben die unglaubliche Chance ein Spezial-Los der Süddeutschen Klassenlotterie zu kaufen, mit der…“
„Kein Zeitungsabo?“
„Zeitungsabo?“
„Zeitungsabo!“
„Ich weiß nicht wie Sie auf ein Zeitungsabo kommen. Sie haben aber ebenfalls die Chance auf ein Audi…“
„…TT. Ich weiß.“
Kurzes Stutzen
„Wahrscheinlich hat meine Kollegin Sie vor ihrem Urlaub angerufen. Ich melde mich bei Ihnen, weil Sie nun im Finale sind und die einmalige Chance haben…“
„Kleines!!! Scheiße, wir haben gewonnen! Juhuuuu!“
Die Kleine kriegt einen Husten-/Lachanfall.
„Herr Burke, nein, verstehen Sie mich nicht falsch! Noch haben Sie nicht gewonnen!“
„Deswegen bieten Sie mir ein Zeitungsabo an. Richtig?“
„Nein!!!“
„Also, hören Sie mal. So geht das nicht. Passen Sie auf: Schon zwei mal hätte ich ein TT gewinnen können und einmal ein Opel. Aber unter uns… Ich würde nicht einmal einen Opel fahren, wenn ich ihn geschenkt kriegen würde!“
„Darf ich Ihnen etwas zu dem Lotterielos der Süddeutschen Klassenlotterieerzählen, Herr Burke?“
„Bunge. Kleine Frage, wo haben Sie diese Nummer her?“
„Sie haben an einer Verlosung teilgenommen und nun sind Sie im…“
„FINALE!“
Es kommt zu einer ausführlichen Beschreibung meiner Gewinnchancen und ich muss es mir tatsächlich verkneifen der lieben Frau mein Los anzubieten, als sie sagt, dass sie sich diese Chance nicht entgehen lassen würde. Das wäre zu eindeutig…
„Ich bin einfach kein Spieler! Höchstens Rubbellose. Haben Sie Rubbellose?“
Die Kleine kriegt einen Lachanfall und spätestens jetzt bemerkt die Frau am anderen Ende, dass sie diejenige ist, die verarscht wird. Also schlimmer als ich…
„Rubbellose?“, ruft sie empört, „Nein, Rubbellose habe ich nicht! Tut mir leid, wenn ich Sie gestört habe, aber…“
„Heeeeyy… Kein Ding! Ich freue mich, wenn ich angerufen werde! Wozu sonst habe ich ein Handy?“
„Herr Burke, leider darf ich nicht mit Ihnen flirten, weil ich an der Arbeit sitze.“
„Bunge“
„Auf wiederhören…“
„Na, hoffentlich! Bei meinem Glück bin ich nächsten Monat wieder im Finale!“