Und du?

Wenn mein Enkelkind mich fragt wo ich war, als man diesen klinisch-boogie-luna* neuen Papst bekannt gab, werde ich voller Stolz meine Brust anschwellen, mein Krückstock in die Höhe reißen und sagen: „Mein Sohn… Ich war bei Ikea. Zwischen MIKAEL und EFFEKTIV** sagte eine Frau, die keinen schwedischen Akzent hatte, dass der neue Papst der Kardinal Ran… Ranzid… äh…Raaaan… Ranzig oder so.
Ey, Kleines… Wie hieß dieser krasse Typ nochmal, der nach JPII Papst wurde?“
„Krasse?“, wird mein Enkel mich verwundert fragen. „Ja, krass. Das sagte man damals. Und für jemanden der im Geschichtsunterricht Klingeltöne durchnimmt, reißt du das Maul aber ganz schön auf!“
Ich musste gleich daran denken den Rechner anzuschmeißen und alles aufzuschreiben, wenn ich nachhause komme. Nicht weil ich ein nerdiger Blogger bin. Auch nicht weil es nach Geschichtsträchtigkeit nur so stinkt. Nein, eigentlich weil ich ziemlich vergesslich bin und mich so daran erinnern werde wie egal mir das war, als es bekannt gegeben wurde. Also egal im Sinne von einem kurzen „Achduscheiße!“, bis hin zu… „Naja… Haben sie ja nicht anders verdient!“…
*klinisch-boogie-luna ist ein Superlativ, das durch VIVA-RINGTONE in den späten Dreißigern verbreitet werden wird.
Denkt an meine Worte – eye said it before
** In der Zukunft wird das Internet allgegenwärtig sein. Wenn man will, kann man Links aussprechen. Durch die bloße Vorstellung des Objekts wird dem Gegenüber ein Bild auf die linke Augeninnenfläche projeziert.
Denkt an meine Worte. Und auch hier: eye said it before…
Bild bei Spotleid gefunden…









Das darfst du der Oma nicht zeigen oder sagen…
Der Glaube an sich, die Prinzipien die dahinter stecken, finde ich gut. Aber so wie er ausgelebt wird, ist mir das alles zu viel, zu prunkvoll, zu „über alles“ stehend! Die Beerdigung des alten Papstes und die Wahl des neuen, wurde bzw. wird in den Medien so zur Schau gestellt… Ist das richtig? Mir fehlt die Einfachkeit und Genügsamtkeit der Menschen und des Glaubens, so wie es im Buddhismus vielleicht wiederzufinden ist – so wie ich es mir zumindest angelesen habe.