Das war: Hurricane 2005 – Teil I

Ich hatte mir vorgenommen, das Ganze chronologisch zu dokumentieren, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wie ich überhaupt heute morgen in die Agentur gekommen bin (warum habe ich nochmal keinen Urlaub für heute eingereicht?)!
Ich sammel jetzt einfach alle Infos, die mir spontan einfallen, ergänze die Lücken später mit Fotos und schmecke den letzten Rest mit Hilfe eurer Informationen ab!

Am Donnerstag war Petrus den Besuchern wohlgesonnen und schickte uns perfektes Zeltaufbauwetter. Aber um es mit den Worten von Eduard Zimmermann zu sagen: Sie ahnten nichts.
Wer hätte auch gedacht, dass die einzige Chance in den kommenden Nächten dem Kältetod zu entrinnen war: Sich in Wolldecken, mehreren dicken Pullovern, darunter 2-3 T-Shirts, einem brennenden Dixi-Klo (sic!) näher zu kommen, als einem Lieb ist und zusätzlich das Blut mit purem Jägermeister vor dem Erfrieren zu schützen!
Zwischenzeitlich gab es auch lichte Momente, wie z.B. mitten in einem Regenschauer dermaßen unvorbereitet von einem Sonnenstrahl geröstet zu werden, dass man sich schnellstens die Kleider vom Leib reißt, um kurz danach von Schneeverwehungen von den Füßen gerissen zu werden. Kurz um: Das Wetter war größtenteils scheiße.

Wie es nicht anders zu erwarten war, wurde ich hinsichtlich meiner Meinung über viele Festivalbesucher bestätigt. Neben Hurricane-Henning hatten wir damit zu kämpfen, dass uns eine Gruppe Kleptomanen das Leben schwer machten. Spezialität: Stühle.

Weiterhin natürlich die „Abin-Urlaub“ Fraktion, die auf keinem Festival fehlen darf. Noch an Tag 1 mit sauberen, gestreiften Poloshirt, Kassengestellbrille (eine Nummer zu klein) und Zelt von Mutti, mutiert dieser bis zum Montag zu einer zornigen Wildsau, die Tequila nur noch aus den schmutzigen Bauchnabeln diverser Rasta-Henna-Tussis trinkt. Poloshirt wurde gegen eine zum Umhang umfunktionierten goldenen Aluminiumfoliedecke getauscht und unser frisch gebackener Abiabschlussinhaber möchte nur noch mit „Lord Fuckalot“ angesprochen werden.

Was ist also mit „Lord Fuckalot“ passiert? Die Antwort ist so einfach, wie auch erschreckend: Der schlechte Umgang mit Festivalprolls.
Konnte man noch vor fünf Jahren auf einem Quadratkilometer höchstens eine Gruppe Festivalprolls ausfindig machen, so steigerte sich die Anzahl der Dixiklos umstoßenden, mit Spielzeugkettensägen ausgerüsteten, Fußballhymnen gröhlenden, vollgepissten Genpoolverschmutzer auf ca 10… Pro 100m Zeltplatz. Selbstverständlich haben sie alle im Umkreis von 100m um uns gezeltet, was die Immobilienpreise der weitläufigeren Umgebung in die Höhe steigen ließ! So wurde zwischenzeitlich beobachtet, wie Bestechungsbier bezahlt wurde, nur um nicht in der Nähe von Hurricane-Henning zelten zu müssen!

Sieht man von den drei Schwer- und zwölf Leichtverletzten ab, die das Hurricane dieses Jahr mit sich brachte, war es trotzdem gewohnt friedlich. Stellenweise gab es zwar kleine Rangelleien, die auf Grund der Tatsache, dass immerhin 60.000 Besucher auf einem Haufen saßen, nicht auszuschließen waren, aber es hätte sicherlich weitaus schlimmer kommen können, wenn man bedenkt wie aggressiv das Rammstein-Publikum teilweise war (Hören/Sagen – Ich habe mich selbstverständlich weit entfernt von jeglichem Rammstein-Asi gehalten…).

Lesen Sie demnächst:
Große Enttäuschungen und tolle ‹berraschungen…

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