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Erste Sichtungen

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15.6.2005 / Internet / Malcolm

Die eingereichten Artikel – nun, da ist sicherlich noch Raum für Qualitätsverbesserungen, IMHO. Die Blogs selbst spiegeln die Vielfalt der Szene bereits wider. Viele sind verspielt und selbstverliebt (also ähnlich dem Dings, das ich mit „Megawatt“ drehe). So richtig relevant und ansprechend und humorvoll und anregend zugleich – eigentlich keines, bis auf IT&W vielleicht….

Muahahaha!

(Für diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben: klück)

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Bild des Monats Juni 05

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15.6.2005 / Bild des Monats, Film und Fernsehen / Malcolm

X-Men Teaser Poster

via Coming Soon!

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Privatsender bald verschlüsselt?

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15.6.2005 / Film und Fernsehen / Stefan

Wie Golem aktuell berichtet, verhandeln die komerziellen Rundfunkanbieter mit dem größten Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) über eine sog. Grundverschlüsselung der bisher frei empfangbaren privaten TV-Programme.

Der vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband) berichtet in ihrer Pressemitteilung, dass es derzeit so aussehe, als ob die Privatsender diese Grundverschlüsselung akzeptieren, da sie im Gegenzug eine höhere Vergütung von KDG erhalten würden. Der vzbv vermutet, dass KDG mehr Mitspracherecht in der Programmgestaltung erhalten möchte und warnt gleichzeitig davor, dass hochwertige Programmthemen nur noch per PayTV erreichbar wären.

Nun stellt sich mir die Frage ob es denn wirklich so schlecht wäre wenn die Privatsender verschlüsselt werden? Mein persönlicher Eindruck ist, dass man RTL gar nicht schauen kann (seit einigen Jahren schon), ganz zu schweigen von RTL2; Sat1 ist uninteressant geworden, seitdem Schmidt nicht mehr da ist; Pro7 hat extrem nachgelassen und hab ich schon seit Monaten nicht mehr eingeschalten (zu viel Werbung, eher uninteressante Sendungen und Formate für mich). Ok Kabel 1 wäre vll. schmerzlich wegen der guten alten Filme (aber so häufig schaue ich es auch nicht) und VOX (das ist glaube ich der Privatsender der am häufigsten nebenher läuft). Aber gehen wir noch einen Schritt weiter und räumen gleich richtig auf. Weg kann ausserdem N24 (Millitär Propaganda Dokumentationen at it’s best – wer bitte schön braucht ne Doku wie geil die Uboote oder neuesten Kampfpanzer der USA sind?), DSF (bis auf Dart und Poker ebenfalls abschaltungswürdig), Tele5, 9Live, HSE etc – da brauch ich nicht viel mehr erklären. Was über bleibt sind einzig die Dritten, sowie Eurosport … Nachrichten bekommt man eh schöner über euronews vermittelt (die „no comment“ Einspieler sind einfach ungeschlagen, da man sich einfach selbst eine Meinung über Situationen bilden kann, ohne dass sie einem schon vorgekaut wird).

Nun denken wir einmal noch einen Schritt weiter. Was passiert wenn diese „Programmvielfalt“ wegfällt und zum PayTV wird den sich ein gewisser Prozentteil nicht leisten kann und ein nicht unerheblicher Prozentteil gar nicht leisten will? Die Leute kommunizieren vielleicht wieder miteinander, bei einem gemeinsamen Abendessen in der Küche und nicht vorm TV oder frischen zwischenmenschliche Beziehungen auf. Die DVD Verleihe haben momentan eh Hochkonjunktur und das wird sich steigern. Der Buchhandel wird vermehrt Bücher absetzen – die Nation wird wieder lesen! Vielleicht kommt es sogar so weit, dass ich auf der Straße nicht mehr mit „Hast du Problem, Alter?“ blöde angemacht werde, sondern in ordentlichem Deutsch mit korrekt angewandtem Satzbau belangt werde. DAS ist unser Weg aus der Pisa-Misere! Ich sage schon einmal vorab DANKE KDG! Und das war ehrlich gemeint.

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Highfield

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15.6.2005 / Musik / Malcolm

Na?

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Zitat des Tages

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15.6.2005 / Alles in Allem / Malcolm

Es ist gelogen, daß Videogames Kids beeinflussen.
Hätte Pac Man das getan,würden wir heut durch dunkle Räume irren,
Pillen fressen und elektronische Musik hören!

K. Wilson, Nintendo Inc 1989

Danke!

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Mikrofisch

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14.6.2005 / Musik / Malcolm

Mikrofish
Gerade aus meinen Statistiken gesogen und für wirklich angenehm befunden:
Mikrofish

Ein paar Lieder kann man sich runterladen und schon fühlt man sich spontan an (jetzt schreibe ich etwas hassenswertes) alte The Notwist Stücke erinnert. Mal die Augen offen halten…

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Das war: Hurricane 2005 – Teil II

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14.6.2005 / Musik / Malcolm

Achtung, jetzt kommt viel Text…

Auf dem Festivalgelände relativierte sich das Gefühl, nur von hirntoten Bierzombies umgeben zu sein. Das Gegröhle nahm langsam ab und man konnte sich endlich der Musik widmen.
Wenn man von der einen oder anderen unverzeihlichen Panne absieht, konnte man kaum enttäuscht sein. Oder sagen wir es vielleicht anders: Die positiven ‹berraschungen überwogen bei weitem die negativen, die ich jetzt einfach mal auf die Schnelle aufzähle, um sie hinter mich zu bringen!
Kettcar
Alleine: Toll. Mit hunderten Menschen, 250m von der Bühne entfernt, erreichte uns nur noch ein etwas quäkiger Sound. Mag es an der Erschöpfung gelegen haben, oder daran, dass Kettcar mir persönlich tatsächlich live ein wenig… (tut mir fast Leid das zu schreiben!) langweilig vorkommen?

Slut
Oh, die haben wir so garnicht gefallen wollen! Sehr enttäuscht schmiss ich mich ins nasse Gras und versuchte krampfhaft gute Laune zu kriegen, was mir bei der Show einfach nicht gelingen wollte. Da half nur noch die Flucht ins Pressezelt!

Madsen
Oder wie sie nun in „Fachkreisen“ genannt werden: „Noch eine Band aus Hamburg“.

Audioslave
Laaaangweilig! Ein bisschen Rage Against The Machine, ein bisschen Soundgarden, ein ganz kleines bisschen Audioslave und schnell wieder weg! Lieblos und uninteressant.

Millencolin
Eins weiß ich: Ich war erholt, ich war nüchtern und ich hatte gute Laune! Und nach dem wasweißichwievielten Lied war alles weg. ‹berhaupt kann ich mich nicht daran erinnern, dass sich die Lieder so dermaßen ähneln!

Zudem gab es noch zwei Absagen und zwar von Underoath und Athlete.
Da standen Grace∞ und ich nun, im Schützengraben, direkt vor der Bühne. Neben uns wurden schon die Gerüchte gebacken:
„Ey, ick gloobe, die ham abjesacht!“
„Watt? Woher weißtn das?“
„Da, oof der Box… Da steht Amplifier, ey!“

Kurzes Schweigen. Grace∞ und ich schauen uns an, zucken kurz mit den Augen und widmen uns wieder dem Frieren.

„Du Blödmann! Jetzt hab ich’s! Amplifier ist Englisch, für Verstärker!“
„Ahhh! Cool! Dann geht es bestimmt gleich los!“

Wohlgemerkt standen wir nun eine Stunde im Graben und da war nichts mit „Geht gleich los!“. Ehrlich gesagt, hätte ich mir gleich denken können, dass das nichts wird, mit Underoath. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
Plötzlich Musik. Drei Jungs stürmen unter tosenden Applaus auf die Bühne und gaben alles.
„Heeeeeey..! We‘re Amplifier from England!“

Kurze Stille, darauf vereinzeltes „UNDER-OATH! UNDER-OATH! UNDER-OATH!“ Gebrüll aus der ersten Reihe und schon stürmten wir nach draußen. Um eine saubere Toilette, ein Kaffee und das Verbleiben von Underoath herauszukriegen, besuchte ich die nette Frau im Pressezentrum (Danke, dass du mir für das ständige „Ist noch Kaffee da?“-Gefrage nicht dein Kugelschreiber in mein Auge gerammt hast!). Nach kurzem Nachdenken, auf die Frage „Wissen Sie was über Underoath?“ teilte sie mir mit, dass sie auch noch nichts wüsste, aber eine Erklärung würde demnächst aufgehängt werden.
Eine Stunde später klebte im Pressezentrum folgende Nachricht am Pinbrett: „Underoath hat abgesagt“.

Ach

Freitag

Nachdem der Einstiegsdonnerstag ein wenig aus dem Ruder lief, dauerte es ein wenig länger, bis ich mich auf das Gelände quälte. So verpasste ich ruhigen Gewissens Ken, The Dresden Dolls und The Stands, um daraufhin Boysetsfire zu sehen. Ich weiß nicht warum meine Mitbewohner so unbegeistert waren. Scheiß auf die Popperfrisur des Sängers! Die Musik war gut und die Show war auch nicht zu verachten. Basta!

Leider übernahm ich mich ein wenig, also stahl ich mich bei Robocop Kraus mit der Ausrede davon, ich hätte sie ja eh vor Kurzem gesehen!
Kurz vor Ende des Turbonegro Auftritts befand ich mich glücklicherweise ein paar hundert Meter von der Bühne entfernt. Was ich dort über die Monitore sehen war für meine müden Knochen nichts!
Kennt jemand die Turbojugend? Was bin ich froh, dass ich nicht dazwischen stand! Harte Knochen sind das!

Nachdem mich Kettcar ein wenig enttäuschte, folgte das aufregenste musikalische Ereignis, auf dem Hurricane (auf die Gefahr hin gesteinigt zu werden): Nine Inch Nails.
Ich glaube, ich könnte einen ganzen Beitrag darüber verfassen, wie aufgeregt ich war, wie toll die Musik und die Show war, wie umgänglich friedlich das Publikum war, ohne einzuschlafen. Einer dieser Auftritte, bei denen man noch 2-3 Minuten die Bühne anstarrt und sich fragt: Habe ich das wirklich erleben dürfen?
Und dennoch hatte ich das Gefühl, dass da noch einiges hätte gehen können. Stellenweise wirkte Trent Reznor so abwesend, dass ich Angst hatte, er hört einfach so auf und verlässt die Bühne. Vielleicht war diese Spannung aber gerade entscheidend.
Aufjedenfall ein Auftritt, andem die Zuschauer (die nin zum ersten Mal sahen, wie ich) noch lange denken werden…

Noch paralysiert von dem Nine Inch Nails Auftritt, zog die Kleine mich zu Wir sind Helden. Ich hatte nicht einmal die Wahl mir aussuchen zu können, ob ich nun weiter weg stehen, oder nah dran kleben wollte! Könnt ihr euch vorstellen, wieviel Kraft in so eine 16-jährige stecken kann, wenn sie gerade auf dem Weg zu ihrem Idol, in die erste Reihe, ist? Schnell entschieden wir uns dafür das Ganze aus sicherer Entfernung anzuschauen, um wohl kalkuliert kurz vor Schluss das Gelände zu verlassen, um eine Verschnaufpause einzulegen.

Samstag

Nach der herben Enttäuschung über den Ausfall von Underoath war Olli Schulz und sein Hund Marie das Beste was hätte passieren können! Sogar Grace∞ vergaß bald seinen Kummer und lachte mit den tausenden anderen Zuschauern. Ich hatte mir vorgenommen ein wenig von dem was Olli Schulz dort von sich gab, zu merken und hier wieder aufzuführen, um euch einen kleinen Eindruck von dem zu geben, was wir für einen Spaß hatten! Neben grandioser Musik legte der sympatische Sänger, oder wie er sich gern bezeichnet: „Punk-Rocker“ eine großartige Bühnen-Show hin, dass aber auch niemand still stehen bleiben konnte. Einer dieser Menschen, die in einer kleinen Lokalität eine handvoll Menschen mitreißen kann, wie auch auf einer großen Bühne, vor tausenden Menschen!
Gerne wieder!

Nach den vielen Empfehlungen hier, wie auch im „echten Leben“, sah ich mir dann doch noch Feist an. Und tatsächlich war es… nett! Nichts wofür ich wirklich Geld bezahlt hätte, aber sie verstand ihre Sache. Die Sängerin erinnerte zwar auf den ersten Eindruck, in Sachen Klamottengeschmack, ein bisschen an die junge Frau Schmidt (meine Grundschullehrerin), aber die Musik war wirklich nett!

Wie konnte ich nur zu Broken Social Scene „Keinemeinungmusik“ schreiben? Eindeutig die größte Fehleinschätzung des gesamten Wochenendes! Mit (von mir gezählten) bis zu neun Musikern (u.a. Leslie Feist) zogen die Kanadier sogar diejenigen in ihren Bann, die offensichtlich gerade auf dem Weg zu ihren Zelten waren. Abwechslung von ruhigeren Stücken, wie mein erhofftes „Anthems for a seventeen-year-old girl“ bis hin zu schnellen Instrumentalstücken, die auf einem Album sind, das ich nicht kenne (gut, ich hab nur eins), aber sicherlich demnächst zulegen werde.
Achsoja: Um es noch mit den Worten der mir umstehenden Mädchen zu sagen: „Der Sänger ist ja soooo süß!“

And You Will Know Us By the Trail of Dead war keine wirkliche Enttäuschung. Man konnte prima beim Beck’s Stand stehen, den umherkugelnden Menschen zuschauen, die im Dreck wühlten und ab und zu den einen oder anderen Schuh in unsere Richtung fliegen sehen. Nett, aber im positiven Sinne!

Sollte irgendjemand behaupten, die Beatsteaks wäre keine harten Schweine, dann rate ich euch: Geht auf ein Konzert und versucht mal länger als 10 Minuten unverletzt zu bleiben! Ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht, nachdem ich mir letztes Jahr vorgenommen hatte, sie nicht noch einmal zu verpassen.
Verdammt, ich habe bei Prodigy in der ersten Reihe gestanden! Ich habe bei den Mighty Mighty Bostones mitten in der Menge getanzt… ICH HABE SILVERCHAIR INMITTEN HUNDERTER PUBERTIERENDEN GIRLIES GESEHEN! Aber nichts war auch nur annähernd so anstrengend und hart, wie das! Es war einfach nur gut!

Kann mir mal jemand erklären, warum man ein Nebenprojekt namens Team Sleep macht, das eigentlich nichts anderes, als die Jugend Band des Deftones-Sängers ist, die genauso klingt wie die Deftones? Sowas wie: Die Jungs von Deftones waren dran, jetzt dürft ihr auch mal mit mir spielen!
Es war nicht schlecht, auf keinen Fall! Aber… Es waren die Deftones (die ich schon 2001 auf dem Hurricane genießen durfte)!

Ich bin ja kein großer Fan von System Of A Down. Das ist irgendwie so… so… naja, „einmal gehört, kennt man alles“ Musik, für den Laien wie mich! Aber live war es eine Symphonie! Sieht man von den kleinen Ausfällen der Boxen und der verständlicherweise daraus resultierenden Buh-Rufe der Zuschauer mal ab, war es ein wundervolles Konzert. Aus weiter Entferung perfekt zu genießen.

Sonntag

Nun möchte ich aber gerne die ‹berraschung des Wochenendes küren: Ashton! aus Hamburg! Ich muss hier und jetzt offiziel Abstand davon nehmen, dass ich sie vorher „nicht überzeugend“ fand und schulde Nick (Sänger/Gitarre) ein Bierchen.
Eigentlich hatte ich ihm versprochen, sollten sie mich entgegen meiner Vorstellung doch überzeugen, direkt nach ihrer Show im Backstage zu stehen und ihnen ein Bier auszugeben. Leider kam ich mit dem Presseausweis nicht wirklich weit und versauerte im Pressebereich. Schade eigentlich, denn sie hatten es sich reglich verdient! Die Musik war schnell, laut und genau das Richtige, um früh morgens aus den Startlöchern zu kommen. Einer dieser Bands, auf die man stolz ist, dass man sagen kann: „Na, weißte noch, damals? Da waren sie auf dem Hurricane noch so klein und jetzte?“

Kleine Pause während Brandan Benson und schon sammelten wir unsere verbleibenden Kräfte, um zu Moneybrother ein wenig das Tanzbein zu schwingen. Nichts ‹berraschendes, da die Erwartungen sowieso hochgeschraubt waren. Leider musste ich mich frühzeitig verabschieden, um mich bei Madsen ein klein wenig zu ärgern, dass ich die letzten Minuten bei Moneybrother nicht doch da geblieben war.

Der gehoffte Tageshighlight Eagles Of Death Metal war insofern enttäuschend, dass das Publikum einfach nicht in die Puschen kam. Da standen wir nun, alles raus holend, um ein wenig Stimmung in die Bude zu bringen. Nützte aber alles nichts. Bis auf ein bisschen Geklatsche und vereinzeltes Hüpfen hatten es die Jungs (und großartig am Schlagzeug: Mädel) es wirklich schwer. Und das merkte man ihnen zum Schluss hin auch leider an.

Wer von euch wollte Sarah Bettens sehen und warum bin ich mitgegangen? Ich hab doch gesagt, dass das grausig wird!

Total verstört verabredete ich mich mit meinen Mitstreitern um 16.45 vor dem Presseeingang, der sich direkt neben der Bühne befand, auf dem SKA-P spielte. Als sie um 17.00 immernoch nicht da waren, verkrümelte ich mich auf ein Beck’s und Fischbrötchen ins Pressezelt und schaute ein wenig desinteressiert auf den Monitor, der den Auftritt übertrug.
Ich dachte an Salmonellen im Fisch und Urin im Bier, als ich meinen Augen kaum glauben wollte, was sie auf dem Bildschirm sahen. Wer waren diese Jungs und was taten sie da draußen?
Eilig verschlang ich das trockene Fischbrötchen und kippte das Bier hinterher, um mich zur Bühne zu begeben, um gerade noch zusehen zu können, wie da jemand auf der Bühne auf einem elektrischen Stuhl gebrutzelt wurde!
Die Leute von SKA-P legten eine 1-A Bühnen-Show hin, die seinesgleichen suchte. Die Musik war für mich „ok“, aber was sie auf der Bühne gemacht haben, war unglaublich!

Hat man I Am Kloot einmal gesehen, weiß man was einem erwartet. Der rotzige Sänger aus Manchester näselt seine Songs, beschimpft die Band auf der Nebenbühne (dieses Jahr zu Recht 3 Doors Down) und liebt das Publikum. Ich war nur ein wenig traurig darüber, dass zu „Life In A Day“ dieses Jahr diese zwei bezaubernden Frauen gefehlt haben, die auf der Bühne eine großartige Tanznummer hingelegt hatten.

Als einer der ganz großen Shows an diesem Wochenende muss man den 1. Preis an Innovation, Spaß und Coolness eindeutig an Beck verleihen. Als großer Freund seiner Musik, ohne eine einzige CD zu besitzen, hatte ich das Vergnügen ihn endlich in voller Lebensgröße (was ja tatsächlich nicht soviel ist, kann das sein?) zu sehen.
Wie soll ich beschreiben, wie Beck sogar seinen Musikern die Gewerkschaftlich geforderte Mittagspause auf der Bühne gewährte? Warum fehlen mir die Worte, wenn ich an diesen Typen in Weiß denke, der als der schlechteste Breakdancer der Welt Beck die Show stahl? Wie beschreibt man das Geräusch, wenn Beck ins Mikro „beatboxt“?
Warten wir auf die Fotos!

Als Abschluss die „beste Band der Welt“: Die ƒrzte.
Das Vergnügen hatte ich ja, wie gesagt, schon einmal und war schwer begeistert, obwohl ich mir niemals eine CD kaufen würde. Das hat sich dann auch insofern ausgewirkt, dass ich ein Drittel der Lieder garnicht mitsingen konnte! Egal, eigentlich, denn die Show war ein gelungener Abschluss. Die letzten Reserven rausgeholt und versucht The Dennis einzufangen, sobald er sich am Crowdsurfen übte!

Und nun möchte ich einmal anmerken, wie scheiß unfreundlich die Securities waren. Vielleicht vorab:
Bist du 14 Jahre alt? Magst du die ƒrzte sehr? Möchtest du deinen Helden so nah wie Möglich sein? Hast du Angst etwas zu verpassen, wenn du nicht genau an dem Zaun stehst, der die Menge davon abhält mit denen zu kollidieren, die es ganz nach vorne geschafft haben? Dann wundere dich nicht, wenn Menschen auf dich drauf fallen, nach vorne drücken und dir so die Luft am Zaun abdrücken!
Aber schlimmer als diese potenziellen Opfer gewalttätiger Crowdsurfer, sind diejenigen, die dieses kleine Mädchen nicht gleich aus der Reihe rausziehen! Jungs, habt ihr es noch nicht gemerkt? Es ist Krieg da draußen und diese kleinen Kinder verletzen sich, weil ihr so uneinsichtig seid!
Natürlich habt ihr einen schweren Job und ich möchte sicherlich nicht mit euch tauschen, da ihr euch in einer Stresssituation befindet, die mit kaum etwas vergleichbar ist, aber wenn ich mich nach dem Rausziehen, nach dem Befinden eben dieses kleinen Mädchens fragen möchte, weil sie mich mit glasigen Augen anschaut (Ich könnte schwören, es hat gerade geknackt…), dann schubst mich nicht rum, dass ich das Gleichgewicht verliere, um von dem nächsten Security-Typen aufgefangen und wiederrum zu Boden geschubst zu werden!
Und überhaupt: wenn ich Richtung Ausgang laufe… und ich meine laufe, dann haltet mich doch nicht auf und schreit mich an, ich soll gefälligst weiterlaufen!

Dieser Bericht wurde an einem Stück und ohne Rechtschreibkontrolle geschrieben…

Lesen Sie demnächst: Juhu, die Fotos sind da!

Pssst, weitersagen:

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Das war: Hurricane 2005 – Teil I

16

14.6.2005 / Musik / Malcolm

Ich hatte mir vorgenommen, das Ganze chronologisch zu dokumentieren, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wie ich überhaupt heute morgen in die Agentur gekommen bin (warum habe ich nochmal keinen Urlaub für heute eingereicht?)!
Ich sammel jetzt einfach alle Infos, die mir spontan einfallen, ergänze die Lücken später mit Fotos und schmecke den letzten Rest mit Hilfe eurer Informationen ab!

Am Donnerstag war Petrus den Besuchern wohlgesonnen und schickte uns perfektes Zeltaufbauwetter. Aber um es mit den Worten von Eduard Zimmermann zu sagen: Sie ahnten nichts.
Wer hätte auch gedacht, dass die einzige Chance in den kommenden Nächten dem Kältetod zu entrinnen war: Sich in Wolldecken, mehreren dicken Pullovern, darunter 2-3 T-Shirts, einem brennenden Dixi-Klo (sic!) näher zu kommen, als einem Lieb ist und zusätzlich das Blut mit purem Jägermeister vor dem Erfrieren zu schützen!
Zwischenzeitlich gab es auch lichte Momente, wie z.B. mitten in einem Regenschauer dermaßen unvorbereitet von einem Sonnenstrahl geröstet zu werden, dass man sich schnellstens die Kleider vom Leib reißt, um kurz danach von Schneeverwehungen von den Füßen gerissen zu werden. Kurz um: Das Wetter war größtenteils scheiße.

Wie es nicht anders zu erwarten war, wurde ich hinsichtlich meiner Meinung über viele Festivalbesucher bestätigt. Neben Hurricane-Henning hatten wir damit zu kämpfen, dass uns eine Gruppe Kleptomanen das Leben schwer machten. Spezialität: Stühle.

Weiterhin natürlich die „Abin-Urlaub“ Fraktion, die auf keinem Festival fehlen darf. Noch an Tag 1 mit sauberen, gestreiften Poloshirt, Kassengestellbrille (eine Nummer zu klein) und Zelt von Mutti, mutiert dieser bis zum Montag zu einer zornigen Wildsau, die Tequila nur noch aus den schmutzigen Bauchnabeln diverser Rasta-Henna-Tussis trinkt. Poloshirt wurde gegen eine zum Umhang umfunktionierten goldenen Aluminiumfoliedecke getauscht und unser frisch gebackener Abiabschlussinhaber möchte nur noch mit „Lord Fuckalot“ angesprochen werden.

Was ist also mit „Lord Fuckalot“ passiert? Die Antwort ist so einfach, wie auch erschreckend: Der schlechte Umgang mit Festivalprolls.
Konnte man noch vor fünf Jahren auf einem Quadratkilometer höchstens eine Gruppe Festivalprolls ausfindig machen, so steigerte sich die Anzahl der Dixiklos umstoßenden, mit Spielzeugkettensägen ausgerüsteten, Fußballhymnen gröhlenden, vollgepissten Genpoolverschmutzer auf ca 10… Pro 100m Zeltplatz. Selbstverständlich haben sie alle im Umkreis von 100m um uns gezeltet, was die Immobilienpreise der weitläufigeren Umgebung in die Höhe steigen ließ! So wurde zwischenzeitlich beobachtet, wie Bestechungsbier bezahlt wurde, nur um nicht in der Nähe von Hurricane-Henning zelten zu müssen!

Sieht man von den drei Schwer- und zwölf Leichtverletzten ab, die das Hurricane dieses Jahr mit sich brachte, war es trotzdem gewohnt friedlich. Stellenweise gab es zwar kleine Rangelleien, die auf Grund der Tatsache, dass immerhin 60.000 Besucher auf einem Haufen saßen, nicht auszuschließen waren, aber es hätte sicherlich weitaus schlimmer kommen können, wenn man bedenkt wie aggressiv das Rammstein-Publikum teilweise war (Hören/Sagen – Ich habe mich selbstverständlich weit entfernt von jeglichem Rammstein-Asi gehalten…).

Lesen Sie demnächst:
Große Enttäuschungen und tolle ‹berraschungen…

Pssst, weitersagen:

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Gänsehaut

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13.6.2005 / Alles in Allem / Grace∞

Man, das waren vier aufregende Tage. Es wird einiges zu berichten geben, doch das was mir am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist in nur zwei Sätzen zu erzählen:

WIR SIND HELDEN Autogrammstunde, und ich schchrie nur: „JUDITH!!!!!“. Sie guckte auf, unsere Blicke trafen sich, ich war auf Wolke Sieben, Sie blickte gelangweilt wieder auf ihre Autogrammkarten, aber nun weiß Sie, das ich in ihrem Universum exestiere.

Pssst, weitersagen:

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Hurricane-Henning oder: Wie Gott uns alle souverän erlˆsen wird

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12.6.2005 / Alles in Allem / Malcolm

Letzter Tag, Kaffeedefizit macht sich bemerkbar. Artikulationsschwierigkeiten machen das Leben auch nicht leichter. Sind gerade an einer „Jesus loves you“ Messe vorbeigegangen, die so schwierige Worte verwendet haben, die mehr als vier Silben verwendeten, um dem Herren zu preisen. Konnte nicht anders… Musste es fotografieren, wie man ein totes Kanninchen unter einem 6-Tonner fotografieren würde.

Schlimmer ergangen ist es dem Hurricane-Henning wie hier bei Mr. Desorientiert zu sehen ist. Faszination macht sich bei mir, Moritz und ca 100 Menschen breit. Wieder taucht das tote Kanninchen in meinem Blickfeld auf. Diesmal trägt es bunte Boxershorts, Wollsocken und ein matschiges Oberteil. Verzweifelt klammert es sich an eine Zeltstange fest, steht auf und sinkt wieder kraftlos unter dem Gegröhle der Zuschauer in den Staub. Inzwischen bin ich so weit zurückgegangen, dass ich mir ein laut gelachtes „Ach Du Scheiße!“ nicht verkneifen kann…

Später mehr…

Pssst, weitersagen:

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