Oktoberfest 2
Ich würde wirklich gern schreiben wie grausig es war, dass die Gäste sich daneben benahmen und der Veranstalter ein Arschloch war, aber…
So schlimm war es irgendwie nicht!
Nach zwei Stunden Einweisung und Vorbereitung trudelten die ersten Gäste ein und eh ich mich versah, watete ich durch ein Meer von Arschgeweihen und schrowanigen Adler-Dirndeln. Meine Tische bestanden aus einer Tippsen-Abteilung, Abteilungsleiter mit Stöckern im Arsch (die zum Ende hin zerbrachen und in endloses Wolfsgeheul und zappeligen Bewegungen, die eine Art Regentanz hätten darstellen können) und einer kleinen Truppe gerade ausgelernter Azubis, die viel zu lässig waren sich von mir bedienen zu lassen.
Auch wenn und vielleicht gerade weil die Veranstaltung um 1:30 zuende war, gaben die Gäste richtig Gas und betankten sich druckartig. Schon nach der dritten Runde, kam die erste Liebeserklärung einer bezaubernd, feengleichen, 2-Zenter schweren Sekretärin mittleren Alters, die mir beherzt in die Wange kniff und „Bah, ist der süß!“ schrie, während die Kolleginnen sich im Kreischen übten.
Fleisch. Nichts als Fleisch war ich also für sie. Wenn ich nicht vollkommen durchgeschwitzt gewesen wäre, würde ich mich auch so schon verdammt schmutzig fühlen.
Oktoberfeststimmung, soweit ich das als Oktoberfestabstinenzler beurteilen kann, kam schon der Milleniumhalle auf. Da gab es Bier, deftiges Essen, heraushängende Titten, schunkelnde Japaner und eine erschreckend beeindruckende Volksmusikantenstadl taugliche Big Band, die mit wechselnden Verkleidungen die Höschen der memopausierenden Belegschaft rockte und die Männer mit einem ganzen Baumstamm im Arsch auf die Tische hievte. Ich gebe zu, dass ich selbst von der Rolling Stones Variante beeindruckt war und als Stairway To Heaven mit Gitarrensolo gespielt wurde, zog es mich richtiggehend in den Bann. Das muss man sich aber auch mal vorstellen: Eine Herde Almöhis, die vorzeitliches Heavy Metal spielten! Da reckte sogar ich meine Faust zur Metalkralle in die Luft!
Leider war ich viel zu sehr damit beschäftigt meinen Arsch vor der lautstarken Frauenriege mittleren Alters in Sicherheit zu bringen – wie auch den einen oder anderen Gast mit einem schwunghaften Schubs zur Seite zu kicken, um nicht meinen persönlichen Rekord, nämlich die 13 Gläser in meinen Händen, zu zerbrechen – um wirklich viele Bilder zu schießen. Aber hier eine kleine Auswahl.


