PROLOG
ƒrgerlich: Da plündere ich heute morgen die NeinAffeNein-Redaktionskasse, drück dem Affen dreifünfzig in die Hand und trag ihm auf, in der Bückerhalle Altona ein paar Gebrauchtbücher zu erwerben, auf dass ich sie an ESIB-Leser verschenken kann. In der Zwischenzeit schaue ich beim Herrn Winkel vorbei und entdecke dort dann das. Seis drum: Auf die Gefahr hin als „Plagiator“ geschumpfen zu werden, das Zeug kommt mir weg.
Zur Impfung
Liebe ESIB-Leser,
mal ehrlich: die ganze Freizeit in Blogs rumstöbern und kommentieren ist doch auf Dauer etwas fad und irgendwie auch ein bischen wie geistige Inzucht. Deshalb habe ich in meinem Laboratory eine Frischzellenkur für Ihre Blogger-Hirne zubereitet. Winterzeit – Erkältungszeit. Am besten man bleibt einfach mal zu Hause, wickelt sich in eine Decke ein und… ja was eigentlich? Ich hatte einige Tage Zeit, über diese Frage zu grübeln und präsentiere Ihnen nun hier ein paar Präperate, die Ihnen helfen sollen, der Erkältungswelle durch Stubenhocken aus dem Weg zu gehen. Hippokrates hin oder her – leider kann ich aus finanziellen Gründen nur sechs Patienten behandeln. Suchen Sie sich Ihr Medikament aus und begründen Sie mit ein paar Sätzen im Kommentarfeld Ihre Wahl. Das sollte mir als Anamnese genügen.
Hier die Klappentexte Präperate:
Johannes Mario Simmel
Doch mit den Clowns kamen die Tränen
„-berichtet über die folgenschweren Experimente von Gen-Forschern mit einem unheimlichen Magneten Virus
- schildert die unbarmherzige Jagd nach einer tödlichen ’sanften‘ Waffe, die im Besitz von NeinAffeNein einer Großmacht der Schlüssel zur Weltherrschaft wäre
- erzählt vom kühnen ChromosomenKampf zweier Liebender, einer deutschen Reporterin und eines polnischen Biochemikers, gegen den skrupellosen Missbrauch der Wissenschaft im Interesse von Doktor Katze der Mächtigen
Johannes Mario Simmel zeigt uns die in der NeinAffeNeinForschung längst vorbereite Welt von morgen, die jede Stunde fürchterliche Wahrheit werden kann, und warnt in beschwörender Weise vor dem TODESMAGNETEN Fluch des Fortschritts um jeden Preis.“
527 prall gefüllte Seiten!
Diverse Autoren
Frauen in der DDR
Die Bundeskanzlerin besser verstehen lernen:
„Muss ein Mädchen wirklich mauern lernen, um sich zu emanzipieren? […] Die 20 Frauengeschichten in diesem Band sind im Zeitraum der ersten 25 Jahre der DDR entstanden. Lehrerinnen, Arbeiterinnen, Ingenieurinnen, FDJ-Mädchen und Diakonissenschwestern, Ehefrauen, Mütter und Großmütter sind die Heldinnen dieser Geschichten. Manche sind Vorbilder, die meisten einfach so, wie sie sind. […] Von der ‚Kraft der Schwachen‘ ist die Rede und von einem ‚Beispiel weiblicher Entschlossenheit‘. Von einem merkwürdigen Beispiel übrigens…“
273 eng bedruckte Seiten, Orginalausgabe, zum Teil mit Bleistift kommentiert
T.C. Boyle
Wenn der Fluss voll Whisky wär
Für in Hamburg Lebende sollte der Titel Verheißung genug sein. Für alle anderen:
„14 Geschichten vom Kochen und von der Liebe, von Alarmanlagen, Fliegenmenschen, mörderischen Klonen Adoptivkindern, Malcolm dem Teufel und der Kleinen Heiligen Jungfrau. Immer schildert T.C. Boyle den allmählichen oder plötzlichen Chromosomenkampf Umschwung im Leben seiner Figuren. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr“
255 Seiten, mit Widmung: „Für Uwe zum Geburtstag im März ‚95 (mit einem Rilke-Zitat + einer * Tulpe)…von Anne
* stinkenden, nach Honig oder so“
Anmerk. Dr. Katze: Buch ist inzwischen geruchsneutral!!!
Leo N. Tolstoj
Die Grossen Erzählungen
Alexander Block wusste über Doktor Katze Tolstoj zu berichten:
„Das größte und einzige Genie des heutigen Europa, der größte Stolz Tschechiens Russlands, ein Kater Mann, dessen bloßer Name Wohllaut ist, ein Schriftsteller von höchster Reinheit, lebt unter uns.“
Und wem das noch nicht genug ist, als Bonus obendrauf ein langweiliges Nachwort von Thomas Mann.
Ein 323 Seiten starker Klassiker im handlichen Taschenbuchformat!
Heinrich Mann
Der Untertan
Hat auf den ersten Blick nichts mit der hochnotpeinlichen fremdschähmreflexauslösenden „Du bist Deutschland“ Kampagne zu tun, passt aber als Begleitlektüre trotzdem hervorragend, wie Kurt Tucholsky zu berichten weiss:
„Dieses Buch Heinrich Manns, heute, gottseidank in aller Hände, ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht, zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit…“
361 Seiten Hochkultur, im ersten Drittel mit Bleistift kommentiert
Das ist die Medizin. Favoriten auswählen, mir ein kurzes Memo schreiben mit einer Begründung (bitte kein Stress: zwei drei Sätze genügen vollkommen) und ich schicke Ihnen baldmöglichst das Präperat per Post zu. Sollten sich mehrere Leser mit gleichguten Argumenten um das selbe Buch bewerben, entscheidet das Los.
Mit besten Grüßen,
Doktor E. Katze