Revolution: Die Ungeduldig & Jähzornig Bewegung

Es war einmal an einem kalten Januartag in Deutschland, als sich die zwei bestaussehendsten…

UUJ Bla. Dauert mir schonwieder viel zu lange, die Einleitung und in Anbetracht der Tatsache, dass hier eine Revolution in Gang gesetzt wird, die keine Zeit für Höflichkeiten lässt, will ich gleich zur Sache kommen: Der Burnsie und M to the C treten lautstark ƒrsche und rufen auf, der Ungeduldig & Jähzornig Bewegung beizutreten. Nichts leichter als das, bin ich doch von Natur aus ungeduldig und wenn der Jähzorn geweckt wird… Leck mich fett, da bleibt nichts stehen!

Mein Leben fing geradezu ungeduldig an. Weil mir das alles nicht schnell genug ging, täuschte ich rechts an und zog links an den Doc vorbei, der leider schneller reagierte und meinen Kopf mit der Zange zu fassen bekam. Sollte mir recht sein – um so schneller bin ich raus aus dem Sud!
Eingeschult wurde ich schon mit vier Jahren, was zwar weniger mit meiner Ungeduld, sondern vielmehr mit dem glücklichen Umstand zu tun hatte, dass ich geburtsmäßig so lag, dass ich ein paar Monate vor dem 5. Geburtstag die Schulbank drücken konnte (in England fängt sowieso alles früher an).
Meine erste Freundin hatte ich mit zarten sechs Jahren. Tina hieß sie und war das vollkommene Abbild des kleinen rothaarigen Mädchens, das Charlie Brown das Leben zur Hölle machte. Sie war genau mein Ding, kam sie doch gleich zur Sache und drückte mir meinen ersten Kuss auf, noch bevor andere Typen überhaupt eine Ahnung hatten wie das Leben, ohne die mütterliche Brust zum Frühstück, aussah!
Das Rasieren fing kurz nach den ersten Pubertätserscheinungen auf. Ich war zwölf und der Einzige in der Klasse der den Unterschied zwischen Nassrasur und herkömmlichen Nasenbluten kannte. Ich trug auch nicht stolz eine flaumige Pornoschnörle zur Schau, fing dafür gleich mit der Vollbartvariante an, was mit 13 ungefähr so aussah, als würde ich die bärtige Lady in einer Freakshow spielen.

Ich bin es stets gewohnt, dass alles schnell geht, allerdings trägt meine angeborene, übermenschlich ausgeprägte Faulheit dazu bei, dass ich mir angewöhnen musste mein Umfeld zu animieren, sodass ich mich weniger hetzen musste. Und wenn das nicht klappt, werde ich wild! So passiert es nicht selten, dass ich einen Tobsuchtsanfall an der Kasse antäusche, wenn die Kassierin nicht ihre Pflicht tut und der Oma vor mir das Portmonaie aus der Hand reißt, um das Geld selbst zu suchen und fährt jemand Strich 45 durch die Innenstadt, in der festen ‹berzeugung schleichend ein Polizist würde die Person aus dem Auto reißen und ein Orden für vorbildliches Fahren umhängen, passiert es nicht selten, dass die Kraftausdrücke dermaßen überhand nehmen, dass die Fenster beschlagen.

Meine erste Panikattacke hatte ich bei H&M. Es war Samstag und ich wollte nur ein Pullover und wieder raus. Nun gut, der erfahrene Shoppist wird süfisant grinsend sagen, dass das Einkaufen auf einem Samstag generell mehr als grenzwertig ist. Egal jetzt. Ich betrat Hölle&Martyrium und war umgeben von schlimmen Menschen, die sich rosafarbene Pullover um den Hals hingen, die Hose hochkrempelten, um die dicken Schenkel in viel zu hohe Stiefel zu zwängen und in lethargischem Gekicher verfielen, wenn sie an dem Accessoireständer hingenblieben. Niemand machte Platz, niemand nahm Rücksicht auf den Anderen, niemand dachte nur im Entferntesten daran sich zu bewegen. Ich war gefangen in einer fleischigen Masse Minderjähriger und solcher die es gern wären. Es ging weder vor noch zurück und niemand machte Anstalten das zu ändern. Schließlich fing ich das Schwanken an und schaffte mir Platz. Ich schwankte nach links, schwankte nach rechts und lockerte die fleischige Masse um mich herum auf. Um rauszukommen war es nötig körperliche Gewalt anzuwenden, aber wenn man sich in einer ausgewachsenen Panikattacke befindet, ist einem jedes Mittel recht..!

Ich klammerte mich an der Zigarrette, die ich berürchtete nie wieder rauchen zu können. Meine Ellenbogen und Hände waren quer durch das Farbspektrum beschmiert mit dem Makeup der Hitler&Mengele Kunden, die sich mir unglücklicherweise in den Weg gestellt hatten. Sei’s drum – sollte jemals eine Demonstration passend zur Ungeduldig & Jähzornig Bewegung stattfinden, dann soll sie auf ein Samstag fallen. Irgendwo in der Nähe von Ikea und Herpes&Melanom.

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