
ich wollte schon immer mal ein Symbolbild verwenden…
Sowas kann ich früh morgens nicht brauchen. Wenn ich aufwache, können bis zu vier Stunden vergehen, bis ich auf einem Level bin, der von Toleranz, Liebenswürdigkeit und Lebensbejahung nur so auseinanderquellt.
Fette, unhöfliche Frauen mit Sprachdefizit tragen nicht dazu bei, dass schneller geht.
Kurz vor der Agentur könnte ich gezwungen sein gegen eine Einbahnstraße zu fahren (wenn ich nicht weitere 4 Minuten Umweg in Kauf nehmen will), der mit guten alten Pflastersteinen bepflastert ist. Da ich ein rechtschaffender Bürger mit zartem Hinterteil bin, entscheide ich mich für die Gehweg-Variante. Ich bin ganz vorsichtig, stoße niemanden an und kann von mir wirklich behaupten mit einem Fahrrad einigermaßen umgehen zu können. Jeder Fußgänger kriegt den Platz den er Verdient und wenn ich kurz stehen bleiben muss. Immerhin bin ich in seinem Revier.
Ich dachte mir schon, dass es gleich schwierig werden würde, als ich die sagenwirmal beleibte Frau vor mir sah, die den halben Gehweg einnahm. Also fuhr ich langsamer und wartete darauf, dass sie um die Ecke stampfte ging. Nur tat sie das nicht. Sie blieb wie vom Blitz geschlagen stehen, als gäbe es an der Ecke Sahnetorten für Wumme. Ich bremste vorzeitig, auch wenn 1. sie nicht gemerkt hätte, wenn ich ihr hinten reingefahren wäre und 2. ich sowieso nicht, weil ich weich gebremst worden wäre.
Da stand sie nun und rührte sich kein Stück. Mir wurde nach wenigen Sekunden klar um was für eine Gattung Mensch es sich hier handelte: Einem Deutschen. Schlimmer noch: Einem Deutschen im Recht.
„Das ist ein Fußgängerweg!“
„Ja, das ist richtig und sehen Sie, da vorn ist ein Bäcker! Loslos!“
„Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich Ihnen Platz mache?“
Da sie lässigerweise immernoch mit dem Rücken zu mir stand, konnte sie zum Glück meinem Gesicht nicht ansehen, das mit leuchtenden Neonbuchstaben sagte: „Selbst wenn Sie wollten, Sie könnten nicht!“
„Kommen Sie… Ein Babyschritt nach dem Nächsten! Das geht! Na los. Das schaffen Sie…“
Links von mir standen geparkte Autos, also blieben mir nur drei Alternativen:
1. Zurückfahren, bis ich eine Lücke in den Autos finde.
2. Warten bis sie Hunger kriegt.
3. Mein Schafskäse/Blätterteigfrühstück werfen, in der Hoffnung, dass sie es reißt und mir Platz macht.
„Ich kann den ganzen Tag das ausstehen!“, fügte sie in schlechtem Deutsch hinzu.
„Also ich, ich hab einen Job. Ich gebe zu, dass ich das nicht kann.“, erwiderte ich.
„Ich hab auch einen Job!“
„Ja, sicher…“
Und schon setzte sie sich, als würde sie mir beweisen wollen, wieder in Fahrt. Keine 2 Meter weiter war die Einbahnstraße zuende und ich konnte auf den Bankplatz. Hinter mir zeterte es aus allen Rohren; „Blödmann! Arschloch! Penner!“
Vielleicht hat sie aber auch „Brötchen! Mettwurst! Hunger!“ gerufen. Ich weiß nicht.