Spider-Man 3 Trailer – oder: Ich, Comicnerd

Spider-ManIch wollte es eigentlich nicht sehen. Nein, es war ein Versehen! Quentin schickte mir den Link und ich ließ es laden, ohne zu sehen was es für ein Link war. Als ich nach dem Abwasch ins Zimmer kam, fing es gerade an und da sah ich ihn: Spider-Man in einem schwarzen Kostüm!

Teil 1 war ok. Ich war ein bisschen außer mir, weil die Verfilmung meines zweit-Lieblingshelden unerfüllbare Erwartungen weckte. Ich war nicht sonderlich enttäuscht, aber begeistert hat der Film mich nun wirklich nicht. Teil 2 hatte es etwas schwerer, da ich darauf achtete, dass sie diesesmal nicht wieder zu weit vom Comic gehen, von den mageren Special Effects aus Teil 1 mal abgesehen. Sagen wir es mal so: Teil 2 erfüllte seinen Zweck.

Als ich von dem dritten Teil hörte und dass Spider-Man ein schwarzes Kostüm tragen wird, wollte ich es nicht so recht glauben und schob es auf ein superstylishes Filmposter. Meine kleine Unterrichtsstunde verkürzte ich, ohne wirklich daran zu glauben, dass sie es wagen würden.

Sie taten es doch.

Und weil ich es einfach nicht lassen kann, hier eine kleine Exkursion durch Spider-Mans Welt und wie das genau mit dem schwarzen Anzug war…

Black SpidermanAlles begann im Mai 1984, als ein gewisser Beyonder , ein Wesen aus einer anderen Dimension, sich ein wenig langweilte. Und wie das so ist, mit den Wesen aus anderen Dimensionen, vertreiben sie ihre Zeit gern damit Menschen zu kidnappen und auf fremde Welten auszusetzen, um sie gegeneinander kämpfen zu lassen. Dieser Beyonder hatte allerdings einen Hang zum Pragmatischen und schnappte sich erstmal ein paar Superhelden und Schruken. Da waren zum Beispiel die Fantastischen 4, Spider-Man, Dr. Doom, Captain America und und und. Der Grund warum dieser Beyonder ein wenig neben der Spur lag, lag auf der Hand; Von Zeit zur Zeit schickten die Beyonder aus dem „Beyonder-Reich“ Energie auf die Erde, die dort in Form eines Kosmischen Würfels gespeichert wurde, der sich wiederrum später zu einem eigenständigen Wesen weiterentwickelte. In einem der Fälle passierte das berühmte Atomunglück, das in Comics immer wieder herhalten muss, um Superhelden respektive -schurken zu erschaffen. Dabei entstand aus einem Teil der Energie und dem Atomkraftwerkangestellten Owen Reece der Bösewicht Molecule Man, aus dem anderen Teil wurde „Beyonder“ der anfing die Erde zu beobachten.

Ihr merkt schon, das kann eine längere Geschichte werden und bis hierhin nehme ich es den Studios nicht übel, dass sie auf diesen Teil der Story verzichtet haben. Spulen wir also ein wenig vor, um direkt zu dem zu kommen, den man gemeinhin die „Secret Wars* nennt, einem der ersten großen Crossover der Comicgeschichte, wenn ich das so sagen darf (verbessert mich ruhig!). Der Beyonder hatte, wie schon gesagt, etliche Superhelden und Superschurken auf seinen selbstgeklöppelten Planeten „Battleworld“, der an Ermangelung eines fähigen Marketingexperten zu einem der wohl dämlich benanntesten Planeten aller Zeiten gekürt wurde. Andere Geschichte.

Während des Kampfes gelang es Dr. Doom einen Teil der Macht des Beyonders zu absorbieren, woraufhin der Beyonder für einige Zeit verpuffte. Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne und so geht es Superheldenkostümen während des Kämpfens nicht großarftig anders, als unseren Klamotten, während eines Festivals! Spideys Kostüm war im Eimer, was aber nicht allzu schlimm war, fand der Krabbler doch eine Maschine, die ihm nicht nur unzerstörbare Klamotten ausspuckte, der neue Anzug war auch in der Lage eigenständig Spinnennetze zu verschießen.
Ja, eigenständig. Denn bis dato war Peter Parker immer auf seine kleinen Armbänder angewiesen, die er immer wieder auffüllen musste. Waren sie leer, war er im Arsch. Das allerdings konnte schon in Teil 1 der Spidermanverfilmung nicht passieren.

Wieauchimmer, Parker merkte schnell, dass mit dem Anzug etwas nicht stimmte und so holte er sich bei Reed Richards Rat, der die Diagnose stellte, dass der Anzug lebt. Man kann regelrecht davon sprechen, dass der Anzug in Spider-Man verknallt war, las er quasi seine Gedanken, selbst wenn die Spinne im anderen Zimmer war. Wie schon im Trailer sieht man, wie der Parasit sogar angekrochen kommt und sich über Parker stürzt. Eine Zeitlang findet sich Peter damit ab und erfreut sich an Kräfte, die viel stärker sind, als bis dato. Auch das lästige Umziehen erfolgte nicht mehr, denn der Anzug verschwand so schnell, wie er bei Bedarf wieder auftauchte.

Irgendwann wurde es dem Krabbler zuviel und er versuchte vergebens den Anzug loszuwerden. Die einzige Schwäche war eine gewisse Frequenz, die den Anzug vertrieb und diese Frequenz fand sich auch in der Glocke der „Our-Lady-Of-Saints“-Kirche, die mal eine richtig große Glocke war. So groß, dass sie Parker hätte umbringen können – also opferte sich der Symbiant und stürzte sich in die Tiefe. Natürlich überlebte es und so fand es in Eddie Brock einen neuen Wirten und dieser Typ hatte mal richtig Bock auf den Anzug, denn nachdem er wegen Parker seinen Job verloren hatte, seine Frau ebenfalls und dank einer Krebserkrankung bald auch sein Leben, konnte sich Brock noch ein wenig austoben. Venom war geboren.

Aber wer will sich schon an Kleinigkeiten aufhalten? Der Film wird bestimmt super! Ganz sicher sogar!

*Nein, ich besitze dieses Band noch nicht..!

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