Das war: Highfield 2006

Vorab möchte ich mich bei diesen Herrschaften bedanken, mit denen ich in den vergangenen Jahren soviele Festivals mitgemacht habe und trotzdem haben sie es diesesmal geschafft alles zu toppen! Diese Männer sind Partyschweine. Feierkanonen. Helden des Hedonistentums und die liebenswertesten Chaoten, die mir je zu Gesicht gekommen sind. Wo sie eine Flasche Bier öffnen, wächst kein Schamhaar mehr. Wo sie rocken, weinen die Massen. Und wenn man glaubt es geht nichts mehr, zaubert einer von ihnen ein Vodka her..!
So, genug des Lobes an vier Apokalyptischen Reiter des Festivalsommers, es muss noch etwas für das Highfield übrig bleiben, das sich (aus meiner Sicht) von seiner besten Seite gezeigt hat. Alles was das Hurricane dieses Jahr falsch gemacht hat, machte das Highfield wieder gut. Sehen wir ganz davon ab, dass wir ca 8 Stunden für den Hinweg gebraucht haben und von diesen Spacken, die 10 Meter neben uns zelteten und „DEEEUUUTSCHLAAAAAND!!!“ kreischten, bis zum Sonnenaufgang, fällt mir nichts, aber sowas von gar nichts ein, was an diesem Festival auszusetzen gewesen wäre.
Bands sind Geschmackssache und dass Revolverheld eine Heerschar von schwerstpubertierenden, kreischenden Teenies anzogen, will mich nicht einmal wirklich stören. ‹berhaupt das Durchschnittsalter von geschätzten 20 störte so wirklich niemanden, solange sie nicht neben dir anfangen zu kreischen wie eine Katze im Ventilator, wenn Mando Diao auf der Bühne rumrotzt.
Dass ich die Sportfreunde verpasst habe, juckt zwar ein wenig, dafür hatte ich aber nach 72 Stunden das erste Mal Ruhe und die überaschende Erkenntnis wie gut man sich mit einer 17-jährigen unterhalten kann. Die Jugend von heute, ein immerwährendes Rätsel, doo!
Highlights wie Fettes Brot, Massive Attack und Eagles Of Death Metal versüßten das Festival in angenehmen halbstündigen Pausen zwischen ihren Auftritten, was nicht nur dazu führte, dass Stress nie aufkam, sondern auch der Beweis aufkam, dass eine Bühne ausreicht, um die Stimmung zu halten.
Aber all diese Bands hatten keine Chance gegen eine Band aus New York, namens TV On The Radio, die ich vor drei Wochen zum ersten Mal hörte, noch bevor ich überhaupt wusste, dass sie auf dem Highfield zu sehen waren. Sowohl die Ruhe, die der Gitarrist an den Tag legte, als ihm alle zwei Lieder Lang die Saiten rissen wie auch der Enthusiasmus von Sänger Tunde Adebimpe haben ihre Spuren hinterlassen. Es war einer dieser Auftritte, die den Zuschauer zurücklassen, mit einem glückseligen Grinsen im Gesicht, genau das Richtige getan zu haben, als man sich aufraffte und die 10 Minuten im körperlich schlimmsten Zustand zur Bühne zu bewegen!
Wie ich Musik beschreiben soll, ist mir grundsätzlich ein Rätsel – bei TV On The Radio fällt es mir sogar noch schwerer. Wenn ihr mal selber reinhören wollt, könnt ihr gern Vergleiche in den Kommentaren lassen, damit ich sie nächstes Mal nutzen kann, wenn ich jemanden überreden möchte, mit mir zur Bühne zu laufen!
Noch 57 Stunden nach dem letzten Bier und 61 Stunden nach dem Verlassen des Festivalgeländes spüre ich die Nachwirkungen von 7 Stunden Schlaf, 6 Scheiben Toast, einer 5-Minuten Terrine und 12 Liter Bier auf vier Tage verteilt. Und dennoch würde ich sofort meine Sachen packen, wenn es heißen würde: „Mal, heute Abend geht es los – Das Highfield legt eine Zugabe an!“
Und da das nicht passieren kann, muss ich mich wohl mit den Fotos begnügen.
PS: Wie auch auf dem Hurricane, litt Moritz unter seiner Desorientiertheit und so präsentiere ich den zweiten Teil der Serie: Desorientiert – Eine Frau geht ihren Weg
(Der erste Teil ist hier nochmal zu sehen)









Habe vergeblich versucht, mir das bildlich vorzustellen und deshalb als appetitlichste Methapher des Monats abgehakt.
Den restlichen Monat nur noch Bier vom Faß. Danke Malcolm, vielen Dank.