Meret Becker und Ars Vitalis

Meret Becker
©Meret Becker

„Ach… du… Scheiße…“
Meret Becker hatte das Intro gerade beendet und das waren meine ersten Worte zu meinem Sitznachbarn, der ebenfalls arg paralysiert auf die Bühne starrte. Sie quikte, verrenkte sich und schien den Verstand verloren zu haben.

Cool!

Ich war ein wenig skeptisch, als mein Chef mir eine Karte für den Auftritt der Frau Becker und ihrer Band auf den Schreibtisch legte. Leider hatte ich überhaupt keine Ahnung wer oder was Meret Becker ist und auch das Ergooglen gefährlichen Halbwissens bereitete mich nicht einmal annähernd auf das vor, was ich gestern Abend sehen durfte. Eine Heavy Metal Version von „Chim-Chimeney“ (Mary Poppins), ein gänsehautiges Cover von Nine Inch Nails „Hurt“, schmerzighafter Blues, seelenkittender Klassik, rückwärts eingespielte und von einem Diktiergerät vorwärts abgespielte Nonsensmusik, Zirkuskunststücke, ein Duett mit einem riesigen Stoffhasen…

Auf dieser winzig kleinen Bühne haben Meret Becker und ihre Band ein Tor zu einer anderen Dimension geöffnet und wir schauten mit offenen Mund zu, staunten wie Kinder, trampelten auf dem Boden, pfiffen uns die Seele aus dem Leib und ehrlich: Ich hatte noch nie Muskelkater vom Klatschen!

Und ein wenig verliebt, in die Meret, hat sich dann doch jeder einzelne Kerl im Zelt. Kann man sagen was man will.

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