Granatenhafte Abmahnung

Und schon ist der nächste Blogger abgemahnt. Da wundern sich Anwälte über ihren schlechten Ruf? Gäbe es den lieben Udo Vetter nicht, würde ich schreiben, dass mir Anwälte suspekt sind.

Besonders suspekt sind mir Anwälte, die der Meinung sind, dass sie gut schlafen können, wenn sie jemanden abmahnen, der eigentlich nichts unrechtes getan hat. Die Situation kann man sich in etwa so vorstellen:
Person A und Person B sind scharfe Granaten. Weil sie sehr nette scharfe Granaten sind, denken sie sich, dass sie ihre Granatenhaftigkeit mit der Welt teilen können, also engagieren sie einen Fotografen, der ein paar semi-professionelle Bilder von ihnen macht. Irgendwie gelangen diese Bilder in die Hände von Person C und Person D.

Nachdem Person C und Person D sich ordentlich die Palme wundgescheuert haben, denken sie, dass es doch besonders nett wäre, den Gedanken von Person A und Person B weiterzuleben. Also sind Person C und Person D auch so nett und stellen die Bilder von Person A und Person B ins Internet. Dafür eignet sich der Dienst eines gewissen Internetfotohochladdingens A. Dieses Internetfotohochladdingens A hat eine tolle Funktion, bei der sich Person E bedient: Gleich mal bloggen, das Gedöns!
Denn wie wir uns alle denken können, ist Person E auch eine nette Person, die sich vielleicht gedacht hat: Mensch, das sind auch mal so richtig scharfe Granaten! Das teile ich mit der Welt! Ganz im Sinne von Person A und Person B.
Und so verweist Person E auf die Bilder, die bei den Internetfotohochladdingens A-Konten von Person C und Person D liegen.

Bis… Ja, bis Person F auf den Schirm tritt, seines Zeichens Anwalt und damit Retter der Enterbten, Schwachen und granatenhaften Bräute dieser Welt. Person F sieht es gar nicht gerne, dass die Bilder von Person A und Person B einfach so mirnichtsdirnichts von jedem ungefragt rumgezeigt werden. Und das ohne zu bezahlen! Also mahnt Person F wen ab?
Richtig… Person E.

Ein wenig ärgere ich mich darüber, dass ich nicht selber Anwalt geworden bin, denn so eine Abmahnung kann mal gut und gerne ein paar Scheine locker machen, die ich für gute Zwecke einsetzen könnte (Urlaub, Autos, Schmuck, Nutten). Ich würde mir auch besondere Dienste einfallen lassen, um das Ganze zu automatisieren (wie soll ich sonst den Urlaub, die Autos, den Schmuck und die Nutten genießen?). Ich denke zum Beispiel an eine Abmahn-Flatrate™ für Blogger, weil die M÷GLICHKEIT bestände, dass sie etwas abmahnenswertes tun. Natürlich würde ich einen Teil der Einnahmen an die Gebühren Einzugszentrale schicken. Wer weiß, ob sie mich nicht sonst abmahnen würde, weil ich mich von ihnen habe inspirieren lassen.

Aber ich bin kein Anwalt. Und deswegen rufe ich auf Person E zu helfen. Renßes Vorschlag die Einnahmen der Fünf Filmfreunde zu spenden, unterstütze ich bedingungslos und auch ich werde etwas spenden. Es muss ja nicht viel sein – jeder Euro hilft.

Wer übrigens von den abgemahnten Person F bis Z erfahren möchte, kann beim wirren ix die wöchentliche Liste der abgemahnten Blogger anschauen.

Geschrieben in Internet

6 Kommentare bisher

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  1. 4. October 2006 um 19:26 Uhr

    DonsTag » Abmahnen? Ohne mich! sagt,

    […] Mal wieder ein  Abmahnfall, über den die  gesamte  Blogosphere  rege  diskutiert und da stellt sich mir doch die Frage, warum sofort eine  Robinsonliste erstellt wird, wenn mal ein Autoschlüssel im Briefkasten landet, aber sich niemand für eine Abmahn-Robinsonliste einsetzt. Ich persönlich w√§re da sofort dabei, ich habe n√§mlich kein Interesse an unverlangt eingesendeten Unterlassungserkl√§rungen. Sollen die ihr Geld schön woanders kassieren, ich hab da persönlich keine Lust drauf. Wer da √§hnlich denkt, soll seine URL einfach hier in den Kommentaren hinterlassen, dann wissen die Herren Anw√§lte Bescheid. Und wenn sie sich nicht dran halten, können wir die doch sicher abmahnen, oder nicht? Dons Tags: Abmahnung, Robinsonliste     […]

  2. 4. October 2006 um 19:53 Uhr

    Sprottenblog » Nun geht’s aber los! sagt,

    […] Malcolms Meinung zu dieser Sache und seine Idee einer Abmahnungs-Flatrate finde ich umwerfend. Nur so kann man sich vor leeren Bankkonten retten, wenn man schreibt: “Michael Jackson isst kleine Kinder! Hab ich selbst gesehen!” […]

  3. 5. October 2006 um 03:24 Uhr

    Mario a.k.a. Person E sagt,

    *lach Danke allein dieser Beitrag hat mir wieder ein Ganz GROSSES ST‹CK FREUDE bereitet.
    Und für die Unterstützung bedanke ich mich hier auch schon mal. Angemessen Gelobhudeldeit und zu ihren Füßen gekrochen wird aber zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt muß ich erstmal ganz viele Links zu noch mehr Artikeln veröffentlichen. Auch zu diesem tollen Werk hier.

    DANKE
    :-)

  4. 5. October 2006 um 18:52 Uhr

    Mastente » Blog Archive » Abgemahnt sagt,

    […] Nachtrag III: Auch heute bin ich wieder auf zahlreiche Blogs gestoßen, die sich mit Mario und seiner Abmahnung beschäftigen: Dobschat, DonVanone, Sprottenblog, MizzFoxxy, Roland, Augs.blog, Zappi, Brotkrumenspur, Exalo, Ixxim, Malcolm, Werbeblogger […]

  5. […] Endlich findet das Thema Abmahnabzocke auch unter Bloggern Beachtung, die selbst noch keine Abmahnung erhalten haben: Exalo, kagunda, Mastente, Zielpublikum, Nerdcore, Jaaa, buntklicker, Gedankenstücke, Brotkrumenspur, eyesaiditbefore, ixxim und viele mehr machen sich Gedanken über Mario’s Abmahnung. […]

  6. […] eye said it before – Granatenhafte Abmahnung […]

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