Granatenhafte Abmahnung

04.10.2006

Und schon ist der nächste Blogger abgemahnt. Da wundern sich Anwälte über ihren schlechten Ruf? Gäbe es den lieben Udo Vetter nicht, würde ich schreiben, dass mir Anwälte suspekt sind.

Besonders suspekt sind mir Anwälte, die der Meinung sind, dass sie gut schlafen können, wenn sie jemanden abmahnen, der eigentlich nichts unrechtes getan hat. Die Situation kann man sich in etwa so vorstellen:
Person A und Person B sind scharfe Granaten. Weil sie sehr nette scharfe Granaten sind, denken sie sich, dass sie ihre Granatenhaftigkeit mit der Welt teilen können, also engagieren sie einen Fotografen, der ein paar semi-professionelle Bilder von ihnen macht. Irgendwie gelangen diese Bilder in die Hände von Person C und Person D.

Nachdem Person C und Person D sich ordentlich die Palme wundgescheuert haben, denken sie, dass es doch besonders nett wäre, den Gedanken von Person A und Person B weiterzuleben. Also sind Person C und Person D auch so nett und stellen die Bilder von Person A und Person B ins Internet. Dafür eignet sich der Dienst eines gewissen Internetfotohochladdingens A. Dieses Internetfotohochladdingens A hat eine tolle Funktion, bei der sich Person E bedient: Gleich mal bloggen, das Gedöns!
Denn wie wir uns alle denken können, ist Person E auch eine nette Person, die sich vielleicht gedacht hat: Mensch, das sind auch mal so richtig scharfe Granaten! Das teile ich mit der Welt! Ganz im Sinne von Person A und Person B.
Und so verweist Person E auf die Bilder, die bei den Internetfotohochladdingens A-Konten von Person C und Person D liegen.

Bis… Ja, bis Person F auf den Schirm tritt, seines Zeichens Anwalt und damit Retter der Enterbten, Schwachen und granatenhaften Bräute dieser Welt. Person F sieht es gar nicht gerne, dass die Bilder von Person A und Person B einfach so mirnichtsdirnichts von jedem ungefragt rumgezeigt werden. Und das ohne zu bezahlen! Also mahnt Person F wen ab?
Richtig… Person E.

Ein wenig ärgere ich mich darüber, dass ich nicht selber Anwalt geworden bin, denn so eine Abmahnung kann mal gut und gerne ein paar Scheine locker machen, die ich für gute Zwecke einsetzen könnte (Urlaub, Autos, Schmuck, Nutten). Ich würde mir auch besondere Dienste einfallen lassen, um das Ganze zu automatisieren (wie soll ich sonst den Urlaub, die Autos, den Schmuck und die Nutten genießen?). Ich denke zum Beispiel an eine Abmahn-Flatrate™ für Blogger, weil die M÷GLICHKEIT bestände, dass sie etwas abmahnenswertes tun. Natürlich würde ich einen Teil der Einnahmen an die Gebühren Einzugszentrale schicken. Wer weiß, ob sie mich nicht sonst abmahnen würde, weil ich mich von ihnen habe inspirieren lassen.

Aber ich bin kein Anwalt. Und deswegen rufe ich auf Person E zu helfen. Renßes Vorschlag die Einnahmen der Fünf Filmfreunde zu spenden, unterstütze ich bedingungslos und auch ich werde etwas spenden. Es muss ja nicht viel sein – jeder Euro hilft.

Wer übrigens von den abgemahnten Person F bis Z erfahren möchte, kann beim wirren ix die wöchentliche Liste der abgemahnten Blogger anschauen.