Methoden eines Weltkonzerns

SPAMMER!

Ab heute hat Bayer bei mir Hausverbot. Selbstverständlich so weit wie ich es steuern kann.

Ich bin kein Mensch, der schnell mal die Boykottierungsmasche abzieht, mit dem großen moralischen Finger um sich wedelt und Pelze mit Lackfarbe verunstaltet. Ich wäre gern ein Revolutzer, bin ich aber nicht. Mir reicht es die BILD umzudrehen um meine Verachtung auszudrücken, aber mit Mollotovcocktails auf arme Polizisten zu werfen? Nicht doch…

So langsam drängt sich aber dann doch das asoziale Bedürfnis auf mit einem Schlüsselbund durch die hauseigene Tiefgarage der Bayermanager zu gehen und dem Lack einer kleinen Kur zu unterziehen. Mit wachsender Unfassbarkeit lese ich, dass Bayer veranlasst hat die Protestseite von Greenpeace zu schließen, die darauf aufmerksam macht, dass das Konzern, das sich mit Gesellschaftlicher Verantwortung rühmt, die Kontrolle über gentechnisch veränderten Reis verloren hat.

Der Reis LL601, der offiziell nur im Versuchsanbau getestet wurde, ist inzwischen in der gesamten EU, der Schweiz, und sogar in Ländern wie Dubai und Kuwait gefunden worden. Auch Ihr Reis LL62, der zwar in den USA zugelassen, aber in Europa nicht erlaubt ist, wurde inzwischen in Frankreich gefunden. Ein Ende dieses Skandals ist nicht absehbar.

Inzwischen ist die Seite wieder online und es besteht die Möglichkeit dem Protest beizuwirken.

Was geht in dem Kopf eines Bayer-Anzugträgers vor, wenn er feststellt, dass jemand mit seinen Methoden nicht einverstanden ist? Wie abgebrüht…, wie kalt muss ein Mensch…, wie egal kann es ihm sein, dass sich seine Konsumenten zusammentun, um gegen sein Verhalten zu protestieren? Nach außen hin versucht er krampfhaft ein Bild zu vermitteln, das ihm niemand mehr abnimmt. Er lässt sich in Glanz erstrahlen, während er vor den Augen aller, in die Gesichter aller tritt. Es wird hier nicht einmal vertuscht, es wird ganz offensichtlich im Keim erstickt, was diesem Funktionär nicht passt. Dabei geht es nicht um nationale Sicherheit oder um das Leben oder Tod ehrenwerter Menschen, sondern anscheinend um sein verficktes Geld!

Dass große Konzerne ausbeuten ist kein Geheimnis. Und doch sind wir glauben wir so abhängig zu sein, dass wir es stillschweigend hinnehmen. In diesem Fall können wir wenigstens teilweise unser Gewissen erleichtern und so tun als wären wir Revolutzer. Dabei brauchen wir keine Spray-Dose in die Hand zu nehmen und hässlichen, wertelosen alten Frauen ihre Pelze zu versauen. Wir müssen auch keinem Polizisten brennende Chemikalien ins Gesicht werfen, der nur seinen gottverdammten Job macht. Wir müssen nur eine Mail abschicken und Bayer damit zeigen, dass unsere Stimme kein Dreck ist, egal wie leise sie ihm vorkommt.

Mehr Infos? Bittesehr.

Um etwas anderes und dann doch irgendwie nicht, geht es übrigens bei Marcel Bartels, der erklärt wie in Zukunft das Legalitätsprinzip ausschauen könnte. Aber mal unter uns, lieber Anzugträger: Glaubst du wirklich, dass es dazu kommen wird? Glaubst du wirklich, dass ich nicht eines Tages zusammen mit tausenden anderen vor deinem Haus stehen werde..?

via

8 Gedanken zu „Methoden eines Weltkonzerns“

  1. Es ist sowieso allerhöchste Zeit, die Angst wieder dorthin zu verfrachten, wo sie hingehört: Vom Konsumenten zum Diensteister.

  2. Scheiße, ich hatte den Beitrag zweimal geöffnet und beim Falschen auf speichern geklickt! Und jetzt hab ich vergessen was da stand!

    Shame on me…

  3. Mich würde nur mal interessieren ob solche Menschen die offenbar mit Ihrer Machgeilheit ihr gewissen an der Garderobe abgegeben haben nicht doch gelegenlich mal angewiedert von ihrer eigenen Fresse Visage sind.

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