Archiv für December, 2006


Malcolm
28.12.2006

KATEGORIE Alles in Allem

2006

Ich halte es nicht so mit Jahresrückblicken. Nicht weil ich ein Indiezukunftschauer und kein Vergangenheitsbewältiger bin, sondern schlicht und einfach, weil ich mich nicht an soviele Dinge erinnern kann. Oder ich packe Dinge aus 2005 – 1994 in das jetztige Jahr, ohne es zu merken. Mein Gedächtnis ist dermaßen schlecht, dass ich die Kleine oft nach dem Weg fragen muss, wenn ich nach dem Aufstehen die Morgenlatte vom Schlafzimmer ins Bad trage. Das war schon immer so, deswegen mache ich mir keine Sorgen, dass ich so langsam debil werde. Meine Mutter wundert sich inzwischen auch nicht mehr, dass ich sie nach ihrem Namen frage, wenn ich zu Besuch bin und sie mir ein Teller mit Essen in die Hand drückt.

Aber wozu hat man ein Blog?
St. Burnster sieht es wohl ähnlich und hat wunderbar sein Jahr Revue passieren lassen und es beängstigt mich/macht mich beinahe stolz, dass ich mich öfter an viele seiner Erlebnisse erinnern kann, als an Ereignisse in meinem Jahr! Vielleicht sollte ich mein eigenes Blog zwischen den Feiertagen lesen, um zu wissen wann wie wo was passiert ist. Wobei ich zu meinem Bedauern feststellen muss, dass das Geschreibsel in letzter Zeit vielen Videos und Kurzeinträgen gewichen ist. Gelobe Besserung.

Ich bin mir sicher, dass es dieses Jahr einige gute, viele peinliche und unzählige schlechte Dinge passiert sind. Ich habe versucht mein Leben aufzuräumen, das Chaos zur Seite zu schaffen (wenn auch nicht mit dem gewünschten Erfolg). Ich habe dumme Dinge getan. Ich habe viel Spaß mit Freunden gehabt, oh ja! Ich habe viele Filme gesehen. Ich habe sicherlich auch viele Dinge schleifen lassen. Ich habe den Chromosomenkampf gewonnen. Ich habe den Chromosomenkampf verloren. Ich glaube dieses Jahr habe ich eine Brille und leichte Schwerhörigkeit auf hohe Frequenzen diagnostiziert bekommen. Ich habe nicht soviel Sonne gesehen wie letztes Jahr, dafür aber auch weniger Regen. Ich habe mich dieses Jahr kaum verletzt und wenn ich so recht überlege, war ich dieses Jahr nicht einen Tag krankgeschrieben! Das riecht nach Bonus beim Chef!

Von wegen…

Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Ich spare fleißig für irgendwas Großes, was ich noch nicht sehen kann. Ich kann mich an die Telefonnummer erinnern, die wir damals in der Saalestraße hatten: 23183. Wahnsinn.

Aber ansonsten ist dieses Jahr ein weiteres verschwommenes, schwarzes Loch wie die anderen Jahre zuvor, aus denen ab und zu tolle und schlimme Dinge herausstechen, wie Gummibärchen und Stacheldraht aus einem Essig-Sahnekuchen. Alles in Allem the same procedure as every year.

Scheiße…

Andere Menschen haben auch so ein Siebgedächtnis und weil sie gerne mit Leidensgenossen teilen, die sich auch nicht so gut an das Jahr 2006 erinnern können, haben sie Fotos gemacht. Aber erinnert euch selbst.

2006

via

Ich möchte mich bei einigen Leuten bedanken, die dieses Jahr die volle Packung Auskotzerei meinerseits erhalten haben und trotzdem nicht davon gelaufen sind. Bei Freunden die ich seit Jahren kenne. Unbekannten die sich in mein Leben eingeschlichen haben und nun nicht mehr wegzudenken sind. Typen mit denen ich bis lange nach Sonnenaufgang gefeiert habe. Weltverschwörungstheoretikerpunks die mit mir jederzeit eine Bombe hochgehen lassen würden. Menschen mit denen ich nie einer Meinung war und sein werde, aber mit denen ich den Spaß am Diskutieren wieder entdeckt habe. Sogar meiner Familie, die zwar sagenwirmal „speziell“ ist, aber mich immer aufnehmen würden. Bei denjenigen die esib lesen und dazu beitragen, dass ich mir Gedanken mache. Bei rund einem dreckigen Dutzend Bloggern, die mich inspiriert haben (ich nenne lieber keine Namen). Bei Hosteurope, meinem Anbieter, dass sie endlich das Problem des ständigen Absturzes gelöst haben.

Und vor allen möchte ich mich bei meiner Kleinen bedanken, die viel mit mir auszuhalten hatte und hoffentlich noch lange die Kraft hat mit mir den Chromosomenkampf auszufechten!
I love thee.

So, genügend Rührseligkeit.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass das nächste Jahr ein paar besondere Abenteuer für mich bereit hält..!


Malcolm
27.12.2006

KATEGORIE Alles in Allem

Noch 362 Tage…

… bis ich mich wieder verstecken muss.

Ich mache es mal kurz, weil nichts langweiliger und überflüssiger ist, als ein Weihnachtsreview:

  • Heilig Abend war topp! Die Geschenke hätten nicht passender sein können, die Party mit den Jungs war gewohnt grandios und die Kleine sah hinreißend aus!
  • Ich werde älter. Habe ich früher Heilig Abend bis zum zweiten Weihnachtstag locker durchgefeiert, hat es mich dieses Jahr gleich nach dem Heilig Abend Massaker aus den Schuhen gehauen. Ich verspüre eine leichte Männergrippe am Horizont aufziehen!
  • Drei Tage lang MDR zu schauen ist die Strafe, die für Saddam angemessen ist. Hängen ist doch Kinderkacke! Gelitten hast du erst wenn du drei Stunden am Stück Hansi Hinterseer ertragen musstest. Verdammte Scheiße, ich habe mir vorhin eine Stunde lang RTLII angeschaltet, um das Hirn wieder freizuspülen!
  • Demnächst mehr. Ich muss mir jetzt erstmal amerikanische Krimiserien am laufenden Band anschauen, damit ich das öffentlich-rechtliche Grauen der letzten Tage abschütteln kann.

    Mit euch bin ich noch lange nicht fertig, verfickte Gebührenverschleuderer, ihr!


    Dominic
    24.12.2006

    KATEGORIE Alles in Allem

    Türchen 24: Merry Christmas


    (Youtube Directmerry)

    Einer der bewegensten Weihnachtsfilme, die ich in diesem Jahr gesehen habe: Joyeux NoÎl
    Am 24. Dezember 1914 wird in Frankreich Geschichte geschrieben, der 1. Weltkrieg: Deutsche, französische und schottische Truppen legen Heiligabend die Waffen nieder und versuchen gemeinsam friedlich Weihnachten zu feiern. Sie begraben ihre Toten, spielen Fußball und singen miteinander, doch der kurze Augenblick der Besinnung bleibt nicht ohne Folge für alle Beteiligten…

    Bei Amazon.de gibt es den Film schon zum günstigen Preis.

    In diesem Sinne, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünschen euch esib!


    Malcolm
    23.12.2006

    KATEGORIE Alles in Allem

    Der Prediger

    Ich hatte schon einmal über diese bedauernswerte Kreatur berichtet, die in Braunschweigs Innenstadt zu einer traurigen Legende wurde. Wie ein überfahrener C-Promi aus einer Schlittschuhshow zieht er die Blicke der Schaulustigen an und ich gebe zu, dass ich die ersten Male belustigt zusah, wie er über alles her zog, was in seinen Augen unchristlich ist. Inzwischen versuche ich ihn nicht weiter zu beachten und meinen Blick auf dem Boden zu haften, wenn ich mich Samstags in die Stadt verirre. Wenn ich recht überlege fällt dieser Typ auch nur deswegen unangenehm auf, weil er ein klein wenig lauter ist, als die drängelnde, unhöflich grimmig dreischauende, stinkende Masse, die sich durch die Fußgängerzone quetscht.

    Aber überzeugt euch selbst (Filme folgen nach dem Link):

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    Dominic
    23.12.2006

    KATEGORIE Alles in Allem

    Türchen 23: Christmelicious


    (Youtube Directdelicious)

    Jetzt wollen wir unsere Zielgruppe mal erweitern. Jo!


    Malcolm
    22.12.2006

    KATEGORIE Alles in Allem

    Braunschweiger Weihnachtsmarkt, Tor zur Hˆlle

    Braunschweiger Weihnachtsmarkt, Tor zur Hölle

    Ich ertrinke. ‹berall um mich herum Schnurrbärte und herausgewachsene Dauerwellen, die zu Zeiten der zweiten Big Brother Staffel in tiefes Rot gefärbt und seitdem ihrem Schicksal überlassen wurden. Kleine Kinder schreien wie am Spieß und tatsächlich erhasche ich ein Blick darauf wie eins dieser Vorschulmonster in eine Friteuse geschmissen wird. Am anderen Ende der Theke freut sich eine Mittfünfzigerin auf überbackenes Camenbert. Habense sich gedacht, Lady!

    G. und die Kleine laufen voraus. U. dient mir als Schutzschild, während wir uns in Richtung Fressmeile durch die Armee der Finsternis bewegen. Niedersächsisches Trompetengut schallt noch vom Rathaus hinter uns her, als wolle es uns verhöhnen, steigen wir doch gerade direkt in die Pforte der Hölle hinab. Ich habe ernsthaft Angst um mein Leben und kralle meine Hände tief in die Jackentaschen, während U. eine alte Frau zur Seite schubst und einen Familienvater mit dem Ellenbogen bewusstlos schlägt. Ein Kind bleibt mit seinem Liebesapfel an mir kleben und ich schleife es noch ein paar Meter hinter mir her, bevor es zu Boden fällt und von den weihnachtenden Menschen begraben wird.

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    Dominic
    22.12.2006

    KATEGORIE Spiegelwelt

    Ichmenschen

    Peter HaseKennt ihr Ichmenschen? Das sind vorzugsweise die Personen, die man nicht wirklich kennt, aber auch nie kennenlernen möchte. Bereits in der Grundschule erlernte ich den Unterschied zwischen „Ichmenschen“ und „Wirmenschen“. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, aber der Lehrerin war es sehr wichtig, dass wir dazwischen unterscheiden konnten.

    Mir ist nun so einer begegnet. Ich sehe ihn beinahe täglich auf der Arbeit. Sein stets verspäteter Auftritt wirkt erheblich und selbstverliebt, wenn er den Raum betritt und sich von den Blicken der weiblichen Belegschaft „belästigt“ fühlt. Ein charmantes Lächeln, ein adretter Gang zum PC, aber viel passiert dann nicht mehr, denn Peter Hase (Name von der Redaktion geändert) hat eigentlich besseres zu tun als zu telefonieren. Das Headset auf halbacht, verbringt er die meiste Zeit eigentlich mit Zeitung lesen oder er quatscht mit den Kolleginnen. Er liegt beinahe in seinem Stuhl und scheint mich absichtlich, unbewusst provozieren zu wollen!
    Wie wichtig er sich fühlt, mit seinen frischgebügelten, königsblauen Jeans und seinem grünen Lacost-Polo-Shirt. Der Kragen ist natürlich nach oben gestellt, um der Weiblichkeit seine unschlagbare Potenz zu signalisieren.

    Peter Hase nimmt so viel Raum ein, auch wenn er nur so dasitzt. Er beansprucht praktisch 100 m≤ um sich herum, in der er sein Ego nach allen Seiten hinweg wie einen Hefeteig ausrollt. Er nimmt sich Sachen heraus, die ich mir als freier Mitarbeiter im Forschungsinstitut für Datenerhebung und -verarbeitung nicht erlauben würde….
    Heute hat er die Kekse geklaut, wirklich! Die Buchhalterin hat diese zur Feier des Tages frei für alle verfügbar auf den Tisch gestellt. Peter wunderte sich über diese vorweihnachtliche Aufmerksamkeit und ließ es sich nicht nehmen seinen liebsten Freundinnen ein paar Knabbereien anzubieten. Also lief er mit den Plätzchen zu ausgewählten Plätzen, um seiner selbst mit viel Aufmerksamkeit und Kekskrümel zu schmücken.

    Nach drei bis vier Stunden ist das Kasperletheater vorbei und Peter packt seine braune Lehrerledertasche, obwohl ich nicht glaube, dass er Lehrer bzw. angehender Lehrer ist, und macht sich auf dem Heimweg. Mit Stolz geschwellter Brust auch heute wieder für (fast) nichts Geld verdient zu haben, setzt er storchenartig ein Bein vor dem anderen und verlässt das Gebäude. Vermutlich hat Mutter Hase das Mittagessen bereits für ihren liebsten Spross vorbereitet und erwartet ihn.

    Ich spiele mit dem Gedanken Peter Hases Ego im Keim zu ersticken, in dem ich ihn mit seiner ‹berflüssigkeit und meiner ihm entgegengebrachten ‹berdrüssigkeit konfrontiere. Ich weiß noch nicht genau wie, aber möglicherweise habt ihr bereits mehr Erfahrung mit Hassmenschen und könnt mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.


    Malcolm
    22.12.2006

    KATEGORIE Alles in Allem

    TOD&VERDERBEN

    ok, ich mache es kurz:
    nachdem ich mir magicdisc installiert hatte, schmierte der rechner am ende der installation ab. ich brach das installieren ab und wartete… und wartete… als ich ihn herunterfuhr, blieb er bei „Einstellungen werden gespeichert“ kleben. nichts geschah. da half nur eins: auf bösartige weise den rechner ausschalten.

    nachdem ich den rechner neustartete, was sehr sehr lange dauerte, blieb die taskleiste weg. die windowstaste schien auch nicht zu funktionieren, also ging ich über „arbeitsplatz“ auf meine dateien, die ich instinktiv retten wollte, indem ich sie auf den server ziehen wollte. nichts geschah. keine netzverbindung. also griff ich zum usb-stick, um wenigstens das projekt zu retten, an dem ich gerade sitze: nichts.

    es lassen sich auch keine programme ausführen, sodass ich ein antivirusprogramm starten könnte. achso und außerdem sieht der windows-explorer aus wie zu den guten, alten win 98 zeiten, oder was weiß ich!

    hat irgendwer eine idee? und dummes geschwätz aus der „kauf dir ein mac!“-ecke kann man sich bitte ersparen, da mir gerade ausnahmsweise nicht nach scherzen ist.
    und ja, ich sitze an einem anderen rechner.

    NACHTRAG
    Ok, nachdem ich den Rechner ein paar mal neugestartet habe, läuft er stabil.
    Momentan mache ich nichts anderes, als ALLES auf den Server zu schmeißen. Gleich kommt noch ein Experte vorbei, der das System mal checken will..

    Ich bedanke mich aber trotzdem nochmal für eure Vorschläge und lade mir gleich mal dieses Knoppix runter..


    Dominic
    22.12.2006

    KATEGORIE Alles in Allem

    Türchen 22: Diamond Dogs


    (Youtube Directbowie)

    Eigentlich wollte ich aus aktuellem Anlass My Little Drummer Boy hinter Türchen Nummer 22 verstecken. David Bowie und Bing Crosby präsentierten gemeinsam vor vielen hundert Jahren diesen Klassiker, wobei das Ganze ein wenig kitschig daherkam. Dennoch erkennt man Bowies unverwechselbaren Stil. Ich schätze ihn als Musiker und biete euch hier einen meinen Lieblingslieder dieses Ausnahmetalents.


    Malcolm
    21.12.2006

    KATEGORIE Film und Fernsehen

    Haralds Rechtsberatung

    Und ihr Blogger glaubt ihr habt Probleme?

    Vor Lachen vom Stuhl gerutscht, dank dem Polycoder-Stefan