Hurricane 2007 – Nachlese (2)

„Malcolm, ich verlasse dich für Elton!“
Die Kleine stürzte unter das Pavillion und hielt sich mehr schlecht als recht an die Frisur des kleinen Bottropper fest, der aufgrund latentem Blutmangel (weil durch Bier ausgetauscht) überhaupt nichts mitbekam. Und so riss sie entzückt ein Büschel davon heraus und hielt es triumpfierend in die Höhe, während sie mit der anderen Hand die Rückseite ihrer Kamera vor meinen Augen wackelte.

Elton & die Kleine

„Ich hab El-Tonno getroffen und… HOHOHOHOOOOO… der ist fett! Ich dachte der trainiert! Guck mal!“
Ich entriss ihr die Kamera, die vor lautem aufgeregtem Gewackel ‹belkeit in mir auslöste und siehe da: Die Kleine rieb sich an Elton, der gewohnt doof in die Kamera schaute. Meine Kleine will mich also für Stefan Raabs Sidekick verlassen. Super!
Ich reichte ihr erstmal ein mädchenhaftes Zitronenbier und sie setzte sich zu uns, laut gackernd über ihre Fotos, die sie geschossen hatte.

Die abendliche Gestaltung auf dem Hurricane besticht dadurch, dass man nur zwei Dinge zur Auswahl hat: Der sogenannte „Titty Twister“, der bis früh in die Morgenstunden gute bis sehr gute Musik spielt, hinter einem Feld von Schlamm — oder die drölfunddreißig Fässer Bier vernichten, die sich angesammelt haben. Tanzte ich noch an Tag 1 in einem Gogo-Käfig zu unidentifizierbare Musik, die von der großartigen Motor Booty aufgelegt wurde, musste ich an Tag 2 irgendwie zusehen, wie ich meinen geschundenen Körper überhaupt in die Nähe des Partyzelts schleppte. Von Tag 3 möchte ich garnicht erst reden. Dort kam dann das Bierfassvernichtungssondereinsatzkommando zum Tragen. Als Renate (ja, der Witz wird von Mal zu Mal besser!) und Julie schließlich zu uns fanden, blieb uns nichts weiter übrig, als mit einer Handvoll Männer (und Frau) die letzten drei Fässer zu vernichten. Soweit ich mich erinnern kann, ging es ganz gut, dank Julies und Renße tatkräftiger Hilfe!

‹berhaupt sind sie alle freundlicher geworden, die Festivalbesucher. Wir nahmen uns vor, ihnen das zu zeigen, rannten nach Deichkind über das Festivalgelände und kuschelten sie. Die Festivalbesucher. Alle.
Die meisten freuten sich und machen mit. Eine fasste mir sogar an den Arsch und hauchte mir mit dem Duft von purem Alkohol etwas Versautes ins Gesicht, aber 1. war sie hässlich, 2. hätte die Kleine bestimmt ein Problem damit gehabt, wenn ich mir bei dieser un-ficken-glaublich hässlichen Festivalbesucherin eine unaussprechliche Geschlechtskrankheit geholt hätte und 3. will ich keine Frau anfassen, die sich nach vier Tagen nicht geduscht hat. Davon mal ab, dass ich auch noch nie auf einem Festival geduscht habe. Das macht Mann nicht.

Eines Morgens wachte ich auf und es war Montag. Ich schüttelte den Kopf, um ganz sicher zu gehen, dass ich nicht in einem Havanna Club-Rausch feststeckte und einen ganz üblen Albtraum träumte, aber es stimmte: Das Hurricane war vorbei und ich zog mich an den eigenen Haaren nach draußen, um festzustellen, dass es 7:30 war und damit entschieden zu früh, um soviel Stress zu machen. „Die machen den Platz um 10:00 zu!“ nuschelte der Nachbar und mit aller Kraft kommentierte ich den Unsinn mit einer hochgezogenen Augenbraue. „Dr. Bier“ – Freund, Zeltnachbar und Braunschweiger Autokollonnenführer – tat dasselbe, drehte sich um und verschwand auf eine Mütze voll verdientem Schlaf. Lange wehrte dies nicht an, fingen auch noch alle anderen an den Müll einzusammeln und Aufbruchstimmung zu verbreiten. So gaben die Kleine und ich auf, einen gemütlichen Abschluss zu zelebrieren, packten das Essen entweder in die mitgebrachte Kühlbox oder warfen es weit weit weit weg.

Bands? Achja, da war doch was!
Kommt in Teil 3. Versprochen. Aber hier erstmal noch ein paar Fotos…

Hurricane 2007

11 Antworten auf „Hurricane 2007 – Nachlese (2)“

  1. Hey! Den Regenbogen habe ich auch fotografiert!.
    Aber im gegensatz zu mir weisst du noch so viele Details.
    Irgendwie sind mir die abhanden gekommen, wobei ich doch immer klar bei Verstand war…

    Und weisst du was Malcolm? Nicht nur das die Tusen ungeduscht und sowas sind…
    Sie sind auch unrasiert!

    Das hat mir nämlich die Liebste gesagt nachdem Sie duschen war.

    Und von da an war ich erst recht ganz und garnicht angetan von den ganzen geklonten Rockabilly Tusen.
    Bäh!

  2. Elton hab ich im letzten Jahr auch auf n Hurricane gesehen. Hat quasi nebenmir auf dem Crewzeltplatz (da war ich noch hinter der Theke (vor der Theke ist schöner)) und hat eigentlich nur die meiste Zeit gegrillt.
    Und auf dem Fotot sieht er auch so aus als würde er gerade grillen.

  3. Geile Pix, dennoch: MC „Mimöschen“ Winkel sieht da 5 von 8 Bilder, die Grund dafür sind, niemals sowas zu besuchen. Aber ich weiss, dass Ihr Spass hattet. Und das zählt!

  4. …..ICH GLAUBE ZU WISSEN…na ja ich schätze es zumindest mal so ein…:das nennt man Leben geniessen….wenn da nich¥so viel Matsch wäre,iiigittt!!!! Also damals..als alle noch barfuss durch den Schnee liefen..Egal ,auf jeden Fall wollte meine Mama modern sein,sie kaufte für mich Fingerfarben,ähhmmm,ja.Wusstest du eigentlich,das auch Fingerfarben mit Pinsel funktionieren…?

  5. Ach Elton … seine Wange fühlte sich so… unrasiert an! Ich habe heute noch (Alb) träume ;)

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