Hurricane 2007 – Nachlese (3)
Ich habe auch Bands gesehen, so ist es ja nicht.
Ich habe sogar garnicht mal so wenige Bands gesehen, wie ich anfangs befürchtet habe, was allerdings auch damit zusammenhängen muss, dass der Zustand der Wege vom Festivalgelände manchmal so miserabel waren, dass man sich überlegte, ob man zurück geht, oder vielleicht doch 2,80 für ein abgestandenes Bier bezahlt (Kinder, in ruhigen Zeiten braucht man nicht vorzapfen!).
An dieser Stelle muss ich wieder das Hurricane rügen, dafür, dass sie viel zu viele gute Bands eingeladen haben. Wie hätte ich sie mir alle ansehen und enttäuscht werden können, wie es nur The Good, The Bad & The Queen schafften, die aber nur deswegen scheiße waren, weil sie auf der Bühne genauso langweilig und egal daher spielten, wie das Album, auf denen sie lustlos ihre Instrumente zusammenhalten.
Ich bin fassungslos wieviele ‹berraschungen auf mich warteten, allen voran Dendemann und Sugarplum Fairy.
Lieber Herr Dendemann, Sie haben einen Rocker richtig glücklich gemacht, am Freitag Samstag Sonntag Nachmittag Abend (Meine Fresse, wie das alles miteinander verschwimmt, gerade!). Ich hoffe Sie verzeihen mir, dass ich nur mäßig mitwippte, aber das Publikum um mich herum hüpfte ja für zwei…tausend und so morphte ich für eine halbe Stunde zum Hippedie Hip Hopper. Haben Sie fein gemacht, aber ich musste wirklich nach dreißig Minuten raus. Sie kennen das: Die Luft in so einem Zelt und so. Und in meinem Alter kann man ja auch nicht mehr so dolle, ne?
Und Sugarplum Fairy, achdumeinefresse, was war das? Da stürmten fünf junge Norweger Schweden über die Bühne, wie die ganz Großen und ganz ganz kurz war ich so dermaßen von ihnen angetan, dass ich kreischte/krisch wie eine vierzehnjährige Tokio Hotel Schlampe bei der Entjungferung! Saubere Arbeit!
Als ich vor ein paar Jahren die schottische Band Mogwai sah, war ich zwei Stunden lang wie paralysiert. Das wäre mir auch dieses Jahr so ergangen, wenn nicht nach dieser erwartungsgemäß unglaublichen Vorstellung Arcade Fire auf derselben Bühne und in derselben Kerbe geschlagen hätten. So konnte ich mich einen halben Tag nur auf zittrigen Knien fortbewegen. Beide Bands spielten keine Musik, sie schafften eine Atmosphäre aus der sich niemand entziehen konnte. Wer zufällig in Hörweite an der Bühne vorbeiging, blieb schlagartig stehen und ließ sich einwickeln, in gesponnene Fäden aus Gitarre, Schlagzeug und Orgel. Steigerungsfähig ist etwas anderes! Davor und danach sah ich keine Band, die mich so dermaßen begeisterte.
Nein, nicht einmal Deichkind, die es schafften, dass ich 60 Minuten durchtanzen musste. Yippieyippieyeah yippieyeah Verdammich, war das ein Erlebnis! Kravall und remmidemmi!! Das Lied werde ich nie wieder los!
…hoffe ich.
‹ber Bloc Party sage ich mal nichts.
Doch, eins: Grandios!
Sänger Kele Okereke ist ja dermaßen sympathisch, wobei ich Menschen sowieso pausenlos kuscheln möchte, die wirklich sichtlich Spaß haben, an dem was sie tun.
Was mich ein kleines bisschen ärgert, und so ergeht es wahrscheinlich den meisten Besuchern eines Musik-Festivals, ist, dass ich einige Bands verpasst habe, die dank einer ‹berlappung mit anderen Bands zur selben Uhrzeit liefen. Aber lieber so, als so ein scheiß teures Festival für ein Haufen Drecksbands. Sollte aber der Preis weiterhin so steigen, wie in den letzten Jahren, werde ich nächstes Jahr vermutlich darauf verzichten und mich auf das liebenswerte Highfield konzentrieren. Ein bisschen wie das Hurricane vor 5 Jahren. Sollte dies aufgrund weiterer unverschämt-fragwürdiger Preissteigerungen also das letzte Hurricane gewesen sein, adieu! Es war schön mit dir!
Noch ein paar Fotos?























Ach ja, Sugarplumfairy sind a) Schweden und b) zum teil die jüngeren Brüder von Gustaf Norén (Mando Diao), da liegt die Musik in den Genen ;-)