Danke

Dieser Beitrag geistert seit ca vier Wochen herum und ich habe es nicht übers Herz gebracht ihn zu veröffentlichen. Vielleicht weil ich selbst nach all den Jahren verdränge, oder einfach weil mir kein Beitrag perfekt genug erscheint, um auszudrücken, was ich empfinde. Es ist ein Thema über das ich teilweise überhaupt nicht rede oder manchmal nicht damit aufhören kann. Der Auslöser warum ich ihn nun doch veröffentliche, diesen Text, ist dieser Beitrag von Roman. Danke dafür.

Als Blogger ist es beinahe meine geheime Pflicht euch in mich hineinschauen zu lassen. Deshalb seid ihr doch schließlich hier, richtig? Ihr wollt zuschauen, mich kennenlernen, euch unterhalten lassen. Oft lese ich einen Beitrag nach längerer Zeit und staune über mich selbst, wieviel ich gerade von mir preisgegeben habe. Dazu gehört sicherlich irgendwann auch dieser Beitrag, aber es ist mir wichtig, dass die Personen, für die ich gerade schreibe, es noch einmal in aller Lautstärke mitkriegen, wie dankbar ich ihnen bin und dazu ist so ein Blog nunmal recht praktisch.

Meine Eltern sind vor vielen Jahren an Multiple Sklerose erkrankt, einer Krankheit, die das zentrale Nervensystem angreift und unheilbar ist. Ich erinnere mich gut daran, wie der erste schwere Schub meine Mutter niederstreckte und ich zusehen musste, wie sie auf dem Bett liegend kaum den Kopf heben konnte, ohne sich zu übergeben. Der Gleichgewichtssinn meines Vaters litt kurze Zeit später unter der Erkrankung, wie auch seine Sehfähigkeit. Die ƒrzte waren ratlos, ist es eben selten bis seltsam, dass die Krankheit bei einem Ehepaar ausbricht. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden um die ganze Welt geschickt und eine Menge ƒrzte hinterließen ratlose Gesichter, oder sowas in der Art.

Ja, „oder sowas in der Art“. Ich weiß nicht sonderlich viel über die Krankheit, weil ich sie mir weg wünsche. Wie heilt man eine unheilbare Krankheit besser, als sie zu ignorieren? Das erste Mal wurde ich überrumpelt, als ich während des Zivildienstes einen Lehrfilm über Multiple Sklerose anschauen musste. Degenerierte, sabbernde Menschen hingen in ihren Rollstühlen, mit verklärtem Blick ihre Umwelt mehr oder weniger wahrnehmend, schienen sie auf den Tod zu warten. Tränenüberströmt verließ ich den Raum und verfluchte den Ausbilder, der den Zivis diesen Film vorführen musste.

In letzter Zeit lässt sich die Krankheit nicht ignorieren. Meine Eltern sind nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Der Staat bezahlt eine erniedrigend kümmerliche Rente in der Hoffnung, dass sie keine weiteren Ansprüche geltend machen und jeden Wunsch, jedes Bedürfnis genauso ignorierend, wie ich es jahrelang mit der Krankheit tat. Neuartige Medikamente werden nur widerwillig bereitgestellt. Ein Lesegerät wurde meinem Vater verwehrt, weil ein Auge immernoch 30% Sehkraft besitzt! Ein förmlicher Brief wurde aufgesetzt, der meine Eltern darum bat Ansprüche auf mehr Rente nicht geltend zu machen, da die Rentenversicherung noch in einem Rechtsstreit verwickelt ist. Da man nunmal nicht das gleiche Rechtsverständnis hat, kann man doch sicherlich verstehen, dass man seine Ansprüche nach hinten hin verlegt, bis die Verhandlung entschieden ist. Jeder bescheißt wo er kann und während ein Rollstuhlfahrer im Stasi-Stil seinem Wahn freien Lauf lässt, dürfen meine Eltern vergebens auf ordentliche Hilfe des Staates warten. Was für eine Ironie.

Wäre da nicht etwas, das fernab von diesem Staat die Hoffnung auf das Gute wach hält. Diejenigen, die keine Bürokratie brauchen, um etwas Gutes zu tun. Menschen, für die es selbstverständlich ist zu helfen. Sie bekommen kein Geld für ihre Hilfe, sie erwarten nicht einmal überschwänglichen Dank, denn es ist selbstverständlich, dass man füreinander da ist. Man wartet vergebens auf einen sich profilierenden Moppel mit Fernseherkameras im Rücken, denn die Menschen in dem kleinen Dorf Frille helfen meinen Eltern wo sie nur können. Allen voran eine Frau, mit der ich eine Zeit lang zusammen war.

J. tobt sich aus. Sie steckte bisher soviel Zeit und Geld in das Haus meiner Eltern, dass ich mich jedesmal fragen muss, ob ich das Haus überhaupt wiedererkenne, wenn ich mal wieder zu Besuch bin. Kann sich irgendwer vorstellen, wie ein ausgewachsenes Café im Wohnzimmer meiner Eltern aussehen wird? Ich auch nicht, werde es aber in Kürze erfahren.
Ihre Leidenschaft meinen Eltern ein schönes Heim zu schenken kostet sie viel Geld und Zeit. Das ist ihr nicht nur egal, sie tut es, weil sie es gerne tut. Das macht sie zu einem der besten Menschen, die ich kenne.

Reperaturarbeiten werden von den Nachbarn und Freunde der Nachbarn wie selbstverständlich erledigt. Der Rasen wird gemäht, die Hecke geschnitten, die Blumen gedüngt. Und als dieses neue Auto vor der Tür stand, konnte ich meinen Augen kaum glauben! All diese Menschen aus naher und nicht so naher Umgebung opfern ihre Zeit und teilweise auch eine Menge Geld und das aus einer Selbstverständlichkeit heraus, dass ich mir oft wie ein schlechter Sohn vorkomme.

Ich bin geplättet und dankbar dafür, dass ihr euch diese Zeit nehmt und meinen Eltern das Leben dermaßen erleichtert. Ich kann nicht jedes Wochenende all diese Kilometer zurücklegen, um einen Teil dazu beizutragen, aber ich möchte an dieser Stelle Danke sagen, so laut es geht. Und wie kann ich es lauter sagen, als über dieses Weblog?

Nathalie-Todenhöfer-Stiftung

Ich komme mir komisch vor, wenn ich etwas spende. Ich gebe zu, dass ich es sehr selten tue. Es ist ein bisschen wie das Gewissen beruhigen, aus der Entfernung. Ich bin mir sicher, dass es den meisten von euch nicht anders geht. Ich fordere jetzt auch keinen von euch auf, auf folgende Seite zu gehen und sein letztes Hemd zu spenden. Ich erspare euch ebenso die „Jeder Euro zählt“-Nummer, weil ihr sie in- und auswendig kennt. Es reicht mir schon, wenn ihr einfach nur einen Link setzt, um darauf aufmerksam zu machen.

Danke.

Geschrieben in Alles in Allem

35 Kommentare bisher

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  1. 28. June 2007 um 07:35 Uhr

    Jessica sagt,

    Hey Malcolm, danke!!! Der Beitrag ist super bewegend und rührt mich zu Tränen.
    Du weißt, dass ich immer für eure Familie da bin, weil ich euch so verdammt lieb hab.
    Beutekind und Räubereltern ;-)

    Ach ja, und DU bist schuld!!!! :-D

  2. 28. June 2007 um 10:02 Uhr

    MS-Kranke « fourtysomething sagt,

    […] MS-Kranke Aus ganz persönlicher Betroffenheit und weil ich malcolm mag und weil es Sinn macht: […]

  3. 28. June 2007 um 10:03 Uhr

    fourtysomething sagt,

    Ja und danke für diesen bewegenden Artikel. manueller trackback: http://fourtysomething.wordpress.com/2007/06/28/ms-kranke/

  4. 28. June 2007 um 10:52 Uhr

    Lenny_und_Karl sagt,

    Schöner Text. So etwas trifft einen immer unvorbereitet. Dass du überlegst, weil es sehr privat ist kann ich verstehen. Da ich darüber auch nicht soviel sagen will, schreibe ich an der Stelle nur: Ich weiß seit kurzem wie es ist mit einer unheilbaren Krankheit konfrontiert zu werden. Ich bin weit weg und irgendwie fühlt man sich hilflos. Aber ignorieren hilft nicht, es holt einen einfach ein. Ich wünsch dir dennoch viel Kraft und vor allem noch eine wunderbare Zeit mit deinen Eltern.

  5. 28. June 2007 um 11:14 Uhr

    Julie Paradise — Für die gute Sache sagt,

    […] Für die gute Sache Weil es erstens Malcolms Anliegen ist und zweitens mein Schwager selbst an Multipler Sklerose erkrankt ist, ohne sich auch nur die Krankenversicherung leisten zu können: […]

  6. 28. June 2007 um 11:17 Uhr

    Diana sagt,

    Ich bin gerührt, ein wirklich schöner , nahegehender Text. Unglaublich, was Menschen doch bereit sind, für andere zu tun!Ich selber hab vor einer Weile gedacht, ich werde meinen Papa an eine Krankheit verlieren und wäre fast durchgedreht, weil ich es am liebsten einfach ignoriert und weggedrängt hätte. Malcolm, ich wünsche dir und Deinen Eltern von Herzen alle Kraft der Welt!

  7. 28. June 2007 um 11:18 Uhr

    hubschraubermuetze.de » Blog Archiv » Bitte sagt,

    […] Bitte lest euch diesen bewegenden Artikel bei Malcolm durch. Ich fordere jetzt auch keinem von euch auf, auf folgende Seite zu gehen und sein letztes Hemd zu spenden. Ich erspare euch ebenso die “Jeder Euro zählt”-Nummer, weil ihr sie in- und auswendig kennt. Es reicht mir schon, wenn ihr einfach nur einen Link setzt, um darauf aufmerksam zu machen. […]

  8. 28. June 2007 um 11:21 Uhr

    nilz sagt,

    word, malcolm. word.

    (oder wie auch immer man etwas zustimmendes schreibt, ohne dabei vollkommen dämlich zu klingen)

  9. 28. June 2007 um 11:35 Uhr

    DerTim sagt,

    Mein Vater hatte einen guten Freund mit dem er regelmäßig zum Fußball ging. Eines Tages bemerkte Herbert motorische Störungen in seinem Bewegungsablauf und ging zum Arzt; die Diagnose: Multiple Sklerose. Er war Anfang 30.

    Irgendwann konnte er nicht mehr laufen und brauchte einen Rollstuhl. Einige Freunde brachen den Kontakt zu ihm ab, weil sie es nicht ertragen konnten ihn so zu sehen, meine Eltern aber luden ihn immer wieder gerne ein, bzw. besuchten ihn, weil unser Haus nicht wirklich behindertenbfreundlich gebaut ist und wir es ihm nicht zumuten wollten, ständig hin und her getragen zu werden.

    Irgendwann musste er gefüttert werden, weil er nicht mehr selbstständig essen und trinken konnte.

    Irgendwann fiel ihm das Sprechen immer schwerer und es wurde anstrengend ihm zuzuhören, aber er hatte immer etwas zu erzählen und trotz der schweren Krankheit, strahlte er immer sehr viel Lebensmut und Freude aus. Er kämpfte und hatte eine Ehefrau an seiner Seite, die alles, wrkliches ALLES tat, damit es ihm gut ging.

    Irgendwann konnte ein Außenstehender ihn nicht mehr verstehen, doch sowohl Karin als auch seine Tochter wusste immer was er sagte und wollte.

    Herbert ist letztes Jahr gestorben. Er lebte fast 30 Jahre mit Multipler Sklerose und ich glaube ohne die Kraft und Liebe seiner Frau hätte er es nie soweit geschafft.

    Ich bewundere jeden der es schafft einen lieben Menschen mit dieser fatalen Krankheit zubetreuen, es ist einfach unglaublich was für Kräfte die Liebe freisetzen kann.

    Ein sehr schöner Beitrag, Malcolm. Ich hatte schon etwas länger nicht mehr an Herbert gedacht.

  10. 28. June 2007 um 11:40 Uhr

    ellen resident sagt,

    herrjeÖ

  11. 28. June 2007 um 11:44 Uhr

    Jessica sagt,

    Ach ja… außerdem wird es kein ausgewachsenes Café im Wohnzimmer deiner Eltern sondern mehr so ne Bibliothek mit Café-Athmosphäre…

  12. 28. June 2007 um 11:49 Uhr

    Malcolm sagt,

    Ja, so etwas ähnliches habe ich mir beinahe gedacht!

  13. 28. June 2007 um 11:51 Uhr

    Jessica sagt,

    Und jedes Wochenende werd ich von deinem lieben Bruder tatkräftig unterstützt. Dafür wird er mit meiner Gesellschaft entlohnt ;-) oder ich mit seiner??? Was sind die Wochenenden langweilig ohne ihn. Danke, dass es dich gibt Dominic!!!! *knuddeldichzuboden*

  14. 28. June 2007 um 12:13 Uhr

    Malcolm sagt,

    Auch wenn ich dieses *knuddeldichzuboden* nicht gutheiße, gebe ich dir vollkommen Recht: Dass ich mich ebenfalls bei Dominic zwingend bedanken muss, für seine tatkräftige Hilfe, steht ganz außer Frage!

  15. 28. June 2007 um 12:21 Uhr

    solo61 sagt,

    ich finde alle Kommentare schön,toll,ehmm.was soll ich sagen,ich glaube das „herrje“ ist das was am einfachsten ist und herrlich ehrlich.Hier wurde auch nicht auf die Tränendrüse gedrückt….wenn einer nur „danke“ sagen will.Denn es geht auch nicht um Geld,sondern darum das man nicht alleine ist.‹brigens,man wird nicht automatisch rührselig,wenn man krank ist,eigentlich behält man den Humor…Manche Menschen fragen einen nur dann warum man lacht,wo die Sache doch soo ernst ist…!Ja toll ,soll man dann extra heulen damit andere berechtigt sind Mitleid zu spenden…Also mir persönlich ist eine gesunde Portion kranker Humor lieber…davon hat die Welt auch noch was in Reserve,oder?

  16. 28. June 2007 um 13:54 Uhr

    MC Winkel sagt,

    Gut, dass Du sie doch noch veröffentlicht hast, Mal!

  17. […] Jun 28th, 2007 by Patsy Jones Richtig gute Blogeintr√§ge sind oft gar nicht witzig, kein Entertainment, keine L√§sterei, kein selbstgef√§lliges, egoistisches Gerede. Manchmal kommen sie auch aus dem mittlersten Kreis des wahren Lebens. So wie hier. Danke für die bewegenden Worte. […]

  18. 28. June 2007 um 14:19 Uhr

    snowblog » multiple sklerose sagt,

    […] sehr bewegender post bei malcom […]

  19. 28. June 2007 um 14:49 Uhr

    r0ssi sagt,

    best entry so far

  20. […] Gerne komme ich diesem Aufruf nach. ich weiß bloß nicht ob das ausreicht. Deshalb: Spenden helfen! […]

  21. 28. June 2007 um 16:05 Uhr

    Crash Test Youth sagt,

    […] Inspiration von hier […]

  22. 28. June 2007 um 17:54 Uhr

    Adel sagt,

    Du hast mir gerade ein wenig näher gebracht was passiert wenn die MS bei meiner Lieblingstante die Oberhand gewinnt.
    Ich kann mir das irgendwie nicht richtig vorstellen… Und am liebsten würde ich es nie erleben.
    Doch es wird so kommen.

    Das ist die Ironie des Lebens – wenn du Geld und Macht hast, kannst du geisteskrank sein und Millionen Menschen nehmen dich ernst.
    Doch wenn du ein einfach Mensch bist, mit einfachen Bedürfnissen und Wünschen musst du darauf hoffen das dich überhaupt jemand dabei unterstützt und zu dir steht.

  23. 28. June 2007 um 18:37 Uhr

    Tim sagt,

    :[

  24. 28. June 2007 um 20:49 Uhr

    Thomas sagt,

    Verdrängen ist gut für die eigene Seele, aber irgendwann kann es einen einholen und man muss der Realität in die Augen schauen und sich der Situation stellen. Darüber zu sprechen oder zu schreiben ist sicherlich der erste Schritt. Genieße Du aber die verfügbare Zeit oder das jetzt und hier mit Deinen Eltern. Es wird sich irgendwann, vom der einen Sekunde auf die andere Sekunde, alles ändern und nichts wird so sein wie es vorher war. Ich wünsch Deiner Familie viel Kraft! Einen Link (auch wenn ich keine Leserschaft habe) zur nathalie-todenhoefer-stiftung werde ich jedenfalls setzen :-)

  25. 28. June 2007 um 22:31 Uhr

    nixloshier sagt,

    erinnerungen an meinen für mich unglaublich wichtigen taufpaten. vom leistungsschwimmer über ms-diagnose zum rollstuhl ins bett bis in den von ihm selbst lange herbeigesehnten tod vor ein paar jahren.

  26. 29. June 2007 um 00:24 Uhr

    Daniel sagt,

    Hut ab Malcolm,

    das ist nicht nur eine sehr mutige sondern auch eine verdammt gut Idee, dich auf diese Weise mitzuteilen. Ich bin generell auch eher der Typ der alles mit sich ausmacht um seine Umwelt so wenig wie möglich mit den eigenen Problemen zu belasten.
    Es gibt aber nichts Besseres als sich mitzuteilen. Nicht in der Hoffnung Ratschläge oder Hilfe zu bekommen, sondern um seinem Herz ein kleinwenig mehr Luft zu verschaffen.
    Warum also nicht über seinen eigenen, persönlichen Blog?

    Ich hab ähnlich wie du das Problem, dass meine Eltern weit entfernt wohnen (ca 400km) und das ist eine verdammt weite Entfernung, wenn ein Problem vor der Tür steht. Mein Dad wurde z.B. letzte Woche mit einem Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert. Und ich saß hier. Konnte kaum noch klar denken. Musste an meine Mam denken und habe gehofft… Inzwischen gibt es Entwarnung. Zum Glück! Am Wochenende sehe ich sie endlich.

    In meinem Freundeskreis gibt es ein Mädl, die vor über einem Jahr an MS erkrankt ist. Das ist so verdammt hart. Die Lütte ist erst 23 Jahre alt, war dabei eine super talentierte Modedesignerin zu werden und nun kann sie nicht mal mehr eine Schere in die Hand nehmen.

    Manchmal bereue ich es in der Schule nur Durchschnitt gewesen zu sein. Ich hätte Medizin studieren sollen, um nun all diesen Dreckskrankheiten mit erhobenem Säbel entgegen treten zu können. Hilf- und Tatenlosigkeit ist doch wirklich das Schlimmste.
    Auch sich damit abfinden zu müssen, anderen (ƒrzten) zu vertrauen. Auch bei Misserfolgen.

    Ich kann gut verstehen, wie man sich fühlt wenn Menschen die man liebt, soviel Hilfsbereitschaft erfahren und man selbst nur begrenzt dazu in der Lage sein kann.
    Sei dir aber sicher Malcolm, dass auch wenn du nicht immer da sein kannst, allein die Tatsache dass sie dich als Sohn haben ihnen Kraft und Zuversicht gibt.

    Ey, ich wünsch euch alles an Kraft, was dieses Universum hergibt!

    Daniel

  27. 29. June 2007 um 09:29 Uhr

    Blabbermouth sagt,

    Wärst Du so lieb, ein für die Sidebar passendes Bildchen zu basteln, vielleicht können wir alle das ein bißchen besser einbinden? Wenn wir die Erlaubnis kriegen, mache ich das auch selbst… DANKE!

  28. 29. June 2007 um 09:38 Uhr

    Malcolm sagt,

    Ich weiß garnicht wie das rechtlich aussieht..
    Ich kann aber gerne mal nachfragen.

  29. 29. June 2007 um 10:01 Uhr

    Blabbermouth sagt,

    Das wäre dann ja ne second opinion… :D

  30. 29. June 2007 um 10:02 Uhr

    Blabbermouth sagt,

    …ähm quatsch, possibility meine ich. Aber mach mal, haben ja alle was von!

  31. 29. June 2007 um 10:14 Uhr

    Malcolm sagt,

    Har har!

  32. 29. June 2007 um 12:11 Uhr

    Sprottenblog » MS sagt,

    […] Es gibt Dinge die man allein nicht durchstehen kann. Umso schöner ist es, wenn einem geballte Hilfe widerfährt und man Unterstützung bekommt. Malcolms bewegender Artikel zum Thema Multiple Sklerose rüttelt wach und zeigt, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann, betroffenen Menschen, Freunden oder Verwandten ein Stück weit mehr unter die Arme zu greifen. Danke dafür, Mal’! […]

  33. 29. June 2007 um 18:41 Uhr

    reik sagt,

    Genau das ist der Punkt. Unser soziales System, welches in seiner Entstehung dafür gedacht war, Menschen, die unschuldig in Not geraten sind aufzufangen und es ihnen zu ermöglichen ein geordnetes und vergleichbar normales Leben zu führen, versagt heutzutage auf ganzer Linie und lässt Kranke ob jung oder alt bewusst im Regen stehen. Teilweise bekommt man den Eindruck es handelt sich hier um eine andere Form der Selektion, die schonmal ein Staat abscheulicherweise durchgeführt hat. In meiner Klinik haben wir auch viele MS-Betroffene und ich habe den Eindruck, dass ich dagegen mit meinem Nierenversagen noch gut dran bin.
    Und auch ich wäre mittlerweile irgendwo in der Gosse gelandet, wenn nicht Freunde, Familie oder ganz unbeteiligte Menschen hinter mir stehen würden. Von staatlichen Instutitionen darf man keine Hilfe erwarten.
    Und jeder Schmarotzer und bewusster Versager wird in diesem Staat erfolgreich durchgefüttert…aber das ist ein Thema, worüber man tagelang diskutieren kann und im Endeffekt macht es eh nur sprach -und machtlos. Man sollte dennoch trotzdem glücklich sein mit diesem Umstand, wenn man in andere Länder guckt. Vergleichsweise ist man hier noch relativ gut dran. So verhöhnend und verspottenend es gegenüber den Betroffenen auch klingt.

  34. 29. June 2007 um 21:44 Uhr

    Logopaede sagt,

  35. 29. June 2007 um 23:58 Uhr

    solo61 sagt,

    Ja nu muß ich aber doch noch ein zwei Dinge von mir geben….also nicht jeder MS Fall endet tödlich,man kann schon fast sagen,die wenigsten…Die Krankheit verläuft so unterschiedlich,so unterschiedlich die Menschen sind,die sie befällt…der Eine bekommt einen Schub,erholt sich davon und merkt nie wieder etwas….der Andere bekommt viele und behält von jedem einzelen etwas zurück..der Nächste hat in gewissen Abständen immer wieder KrankheitsSchübe,kann aber trotzdem noch Jahrelang arbeiten,bis es dann irgendwann nicht mehr geht….und da sind noch viele andere Verlaufsformen,ja und auch tödliche,aber man sollte nie vom Schlimmsten ausgehen!!…denn eine Sache ist ganz WICHTIG!! ..man muß leben…also nicht sich in die hinterste Sofaecke verkriechen…und meinen,das Leben ist vorbei,dem ist nicht so! Okay man kann sagen,jetzt muß man erst richtig anfangen!!! Denn eins ist absolut sicher…je weniger man macht,um so weniger kann man auch!!Also gut es muß gelernt werden,wo die Grenzen liegen,denn es ist dumm zu denken,das habe ich schon immer so gemacht,also muß ich es weiter so machen!Da muß man also zuerst einmal kapieren….:ich gehe also nicht mehr direkt von A nach B….schon eher von A nach F über E kurzer Stopp bei D,…eine etwas längere Verschnaufpause bei C…und dann der Erfolg…man ist bei B angekommen,ohne einen Affen aus sich zu machen…! Hört sich saublöd an,aber mit einer gesunden Portion Humor und Selbstironie,funktioniert das ganz gut! Natürlich ist es sehr hilfreich,wenn die Familie,Freunde,oder einfach nur Menschen aus seinem Umfeld zu einem stehen!!!Doch bedenken sollte man….kein Mensch schuldet dir etwas…keiner ist dafür verantwortlich…“thatÂ¥s life“! Auch muß hier gesagt werden,das es unter den berühmt berüchtigten „Beamten“ und „Sachbearbeitern“ viel mehr „Menschen“ gibt als man denkt! Man muß einfach mit dem „Menschen reden und nicht mit dem was er verkörpert,dann passiert es doch in neun von zehn Fällen das diese Menschen sich erinnern:“Da steht ein Mensch,genau wie ich vor mir,und er ist eben nicht eine Nummer,oder eine Krankheit,sondern ein „Mensch“!Wow,das hab ich gar gewußt,der kann ja sogar lachen und ganz normal reden!Der nörgelt auch nicht die ganze Zeit,oder beklagt sich nur!Ist ja echt geil,dem helfe ich sogar gerne….“…… Ich weiß,das mag sich utopisch anhören,doch das kommt wirklich vor…was denn auch heißt…ja,der Mensch/Menschheit ist ein „Arsch“,doch er kann auch ein netter „Arsch“ sein ;-) schließlich gehören wir ja alle dazu,oder?Nu sollten die Grübler nicht mehr verzweifeln….denkt dran…Humor ist,wenn man trotzdem lacht,bzw.trotz Allem lacht,egal worüber… pppffffft…hab ich das wirklich alles geschrieben…?Hey!Hallo!Mach irgendeiner mal Â¥ne dumme Bemerkung,das wird doch so langsam wirklich alles zuuuu ernst,da kann man ja gleich in die Politik einsteigen,obwohl das könnte ja Geld bringen…ja und dann auch Â¥ne richtig tolle Rente…hmmm…?

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