Ich bin kein großer Stöckchenfreund und deswegen sehe ich das hier einfach mal als nachahmungswerte Miniserie des guten Grace∞. Es geht um 10 Lieder und Bands, die das Leben geprägt haben.
Ich habe Radiohead irgendwann anfang der 90er entdeckt, ganz für mich allein. Damals, liebe Kinder, als es noch kein Internet gab, kam man nicht über Filesharing über die neueste Musik. Damals mussten wir hart und ehrlich arbeiten, um Mixtapes zusammenzustellen, die nie länger als 120 Minuten waren (die 120er nudelten aber schneller aus, weswegen wir bald auf 90er umstiegen). Die Musik ließ sich nicht anders klauen, als übers Radio und wenn man am nächsten Tag seinem Kumpel seine neueste Entdeckung zeigte, winkte der schon ab, da das Lied doch schon mit seinen 3 Wochen voll alt wäre.
Ja, manche Sachen ändern sich eben nie.
Als ich zum ersten Mal Creep hörte, war ich gerade 15 und bis kurz unter den Augäpfeln mit Hormonen vollgepumpt. Da ich immer nur die Musik hörte, die „die anderen“ hörten, um meinen sozialen Status anzuheben (und damit endlich flachgelegt zu werden), kam ich nie mit richtig guter Musik in Kontakt, denn über „Deep Dance“, „Masterboy“ und „2Unlimited“ kam die kleine Sphäre meines Freundeskreis nicht hinaus. Bis auf Kai, aber ich muss wohl nicht näher darauf eingehen, dass man selbst mit zarten 15 weiß, dass Manowar scheiße ist. Dann doch lieber East17.
Es muss sehr spät abends gewesen sein, auf einem Sender, den niemand aus meiner Familie eingestellt haben konnte, denn sie leiden unter einem sehr schlimmen Musikgeschmack. Allerdings freiwillig und nicht weil sie dazu gehören wollten, was so gesehen schon wieder für sie spricht. Wie auch immer, es muss sehr spät abends gewesen sein, weil der der tägliche Einheitsbrei schon damals nur bis 3 Stunden nach Anbruch der Dunkelheit über den ƒther herrschte. Bestimmt lag ich gerade im Bett und träumte davon endlich meine Unschuld zu verlieren. Vorzugsweise mit Sina, gerne aber auch mit einem weniger hübschen Mädchen. Da war ich nicht so anspruchsvoll. Muss man auch nicht sein, als einzige Jungfrau in der Klasse. Ich war mir sogar sicher, dass Christine schon gebumst wurde, und das obwohl ein Oberschenkel sicherlich soviel wog wie ich.
Als ich so da lag, veränderte sich innerhalb von drei Minuten und 55 Sekunden mein Leben.
YoutubedirektCreep
Leider hatte ich nicht aufgepasst und nicht mitbekommen wer das Lied meines Lebens sang. Es dauerte Jahre, bis ich erfuhr von wem dieses Lied war! Das muss man sich mal vorstellen – heutzutage „googlet“ man einfach nach aufgeschnappten Textfragmenten und weiß wer einem diesen Ohrwurm angetan hat. Ich aber, hörte dieses Lied vielleicht eine handvoll Male, in Jahren, jedesmal verzweifelter, weil ich vielleicht den Anfang mitbekam, aber das Ende wegrauschte, als der Moderator verkündete wer da ins Mikro jault. Gerne auch andersherum. Und da meine gesamte Umgebung unter einem ganz schlimmen Musikgeschmack litt, konnte mir natürlich niemand sagen, dass Thom Yorke dort das Lied sang, das ich so oft in meinem Leben hören würde, wie kein anderes. Selbst heute, nach knapp 14 Jahren höre ich dieses Lied und bekomme mit jedem Mal eine Gänsehaut, die sich gewaschen hat.
Willkommen zu den Liedern meines Lebens.






Ein großartiges Stück, höre ich auch immer wieder gerne! Und mein herzlichstes Beileid zu deiner Umgebung und dem schrecklichen Musikgeschmack, 2Unlimited, da rollt es mir ja die Zehennägel auf!
Fast hätte es Creep auch in meine Top 10 geschafft, denn mit diesem Lied verbinde ich auch zig Erinnerungen.
Da war zb. die Abschlußfahrt in der 10. Klasse nach München. Ja München, nicht wie die anderen coolen Klassen nach London oder Madrid. Der erste Abend war ein absoluter Burner. Um die Ecke war ein Bierkeller mit dem besten Bier das ich bis dahin getrunken habe: Augustiner Edelstoff. Gefühlte 10 Maß später torkelten dann ein Haufen Jungs zurück in die Herberge und schon liefen wir in die Arme unsere Lehrer. Dank meiner schauspielerischen Fähigkeiten konnte ich sie davon überzeugen, das wir nicht offensichtlich betrunken sind, nein, sondern nur sehr sehr müde wären und mal ganz schnell schlafen müßten. Doch in diesem Moment entschied Christoph einen sehr betrunkenden und kotzenden Schüler zu imitieren und erbrach sich in ein Pissoir. Zum Glück lag da noch eins dieser Siebe drin und so durften wir dann die Brocken mit den Hände raus klauben. Lange Rede kurzer Sinn, für die restlichen 4 Tage war absolutes Alkoholverbot verhängt worden, nicht nur über unser Grüppchen, nein gleich auch für den Rest der Klasse, was uns nicht sehr beliebter machte. In den restlichen Tagen war das einzige was meine Stimmung erleuchten konnte mein neues Radiohead Tape. Ich glaube ich dürfte an diesen Tagen 5000mal den Song Creep gehört haben. Es passte, ich fühlte mich wirklich creepy.
Manowar ist nicht scheiße.
Merk dir das!
So…
[…] Um es mal mit den Worten von Malcolm zu sagen, diese Miniserie von Grace¬∞ ist wirklich nachahmungswert, es geht um 10 Songs, die einen Einfluss auf das eigene Leben gehabt haben bzw. haben. Songs, die man 5000mal geh√∂rt hat und sie beim 5001. Mal trotzdem nicht satt hat. Ob ich 10 zusammen kriege kann ich jetzt noch nicht sagen, wir werden sehen. Den Anfang macht […]
[…] Um es mal mit den Worten von Malcolm zu sagen, diese Miniserie von Grace¬∞ ist wirklich nachahmungswert, es geht um 10 Songs, die einen Einfluss auf das eigene Leben gehabt haben bzw. haben. Songs, die man 5000mal geh√∂rt hat und sie beim 5001. Mal trotzdem nicht satt hat. Ob ich 10 zusammen kriege kann ich jetzt noch nicht sagen, wir werden sehen. Den Anfang macht […]
[…] Gerne würde ich die Serie über die 10 Lieder meines Lebens weiterführen, oder die Wochenendband des dieswochenendlichen Wochenendes einläuten, aber leider kämpfe ich mit einem schier unlösbaren Problem: […]