Schmidt & Pocher

Von Grace∞
schmidt und pocher faz.net
Ich sage es gleich vornweg und euphemistisch. Es war nicht gerade eine Sternstunde der deutschen TV-Landschaft. Werde ich es trotzdem weiterkucken? Ja, natürlich. Hätte man Schmidts damalige neue Latenight-Sendung auf Sat1 damals auch nach der ersten Sendung beurteilt, wäre die TV-Historie jetzt um einige grandiose Lacher und Skandälchen ärmer.

Ich wusste nicht was ich davon halten sollte, als bekannt wurde das Schmidt den Privat-TV-Junkie Pocher in seine Sendung holt. Entweder geht dieses Experiment voll in die Hose, oder etwas neues, Besseres geht daraus hervor. Nach der Premiere bin ich mir immer noch nicht sicher was passieren wird.
Schmidt und Pocher. Das klingt wie Salz und Pfeffer. Beide sind für den gleichen Zweck bestimmt, sind aber trotzdem absolut verschieden. Kann das funktionieren? Ich glaube ja, aber das wird seine Zeit brauchen.
Die erste Sendung machte den Eindruck, als wäre es eine Generalprobe. Es passte hinten und vorne nicht und die Aufhänger die sich beide zuwerfen sollten trafen nicht, aber sie zielten zumindest schon mal in die richtige Richtung. Was fehlte war Timing.
Pocher war sehr bemüht seine Aufgabe zu erledigen, konnte aber nicht durch die starke Präsenz Schmidts zum Publikum durchdringen. Was aber klappte war der „Nazimeter“, ein Gerät was aufblinken sollte, wenn Nazi-Schlagwörter wie „Autobahn“ in den Dialogen der beiden auftauchten. Hier hatte ich das Gefühl das die beiden miteinander können und nicht versuchten gemeinsam einen Status Quo zu erreichen. Auch die grandiose Podolski-Imitation von Pocher zeigte die Stärken Pochers zum Improvisieren. Doch ab und zu konnte ich ein gepresstes Zischen aus Schahm nicht unterdrücken, wenn Pocher versuchte sich aus dem Schatten des immer präsenten Schmidt zu lösen. Es gelang ihm selten. Pocher war Schmidts Sidekick, und genau das wollte er ja nicht. Aber mehr gibt die momentane Konstellation der Beiden nicht her. Da muss also noch am Konzept gepfeilt, wenn nicht sogar ganz umgestellt werden.
Aber das wird schon. Bestimmt.

Ach, übrigens ist Helmut Zertlett auch wieder mit dabei.

9 Antworten auf „Schmidt & Pocher“

  1. wenn blair der pudel von george w. war, dann hat schmidt seinen ja nun auch endlich gefunden… herrlich, wie er seinem sozius konsequent die pseudopointen vermasselt hat und so meiner meinung nach lediglich eine gesessen hat (aber die war zugegebenermaßen richtig gut…): als schmidt aus der supper-nanny zitiert hat (du gehst jetzt duschen! duschst du jetzt endlich!!) und pocher ein trockenes: gut, daß das nazimeter nicht angeschaltet ist… eingeworfen hat. wenn sie dieses niveau dauerhaft schaffen, kann es noch mal was werden mit der donnerstagabend-unterhaltung. ansonsten sollte man wieder auf den original-sidekick zurückgreifen und den billigen abklatsch zurück zu seinem publikum aus 18-19 jährigen realschulabbrechern schicken…

  2. Also auf Manuel Andrack zurück zu greifen, wäre ungefähr so, als wenn man die Schreinemarkers wieder ausbuddeln würde und in den Stuhl von Günter Jauch setzen würde. Und das würde doch wirklich keiner wollen?! Und das mit dem Duschen, muss ich gestehen, habe ich recht spät geschnallt. Aber der war dann richtig gut.

  3. Das klingt wie Salz und Pfeffer.

    Ja, wie dieser bereits gemahlene Pfeffer, der seit 120 Jahren auf den Tischen in den meisten deutschen Rstaurants steht :-)

  4. Lass mich gerne überraschen. Bin weiter gespannt, was die beiden noch veranstalten. Da ist sicherlich noch viel möglich. Doch einen Pelzig draufzusetzen ist wirklich nicht fair, Herr Programmchef!

    Noch eine kleine Anmerkung zu M. Schreinekaker, Senta Feger, Johannes Friss die Körner, nein, ist mir die Zeit zu schade. Tschö

  5. vorführeffect
    ganz klar
    ich mag beide aber ob das gut gehen wird kann ich wirklich nicht sagen
    und wie hat es ihnen gefallen herr jauch ?

  6. … naja, andrack hat halt wenigstens nicht versucht, schmidt das wasser zu reichen. deshalb war er mir sympathisch.

Kommentare sind geschlossen.