Berlin

Ich möchte ausbrechen aus:
- warten auf Handwerker, die nichts gebacken kriegen, wenn sie mal zum Termin kommen
- dem Gang zum Baumarkt um fehlende Schrauben und Dübel zu besorgen oder mal wieder etwas
umzutauschen
- dem in der Wohnung sitzen und einen Karton nach dem anderen endlich leerzuräumen…
- und den Inhalt in ein nun endlich aufgestelltes Möbelstück zu verstauen
- ewigen Hin und Her räumen und doch nicht fertig werden
- Ikea Marathon, der selbst für mich frustrierend ist, weil die Filiale furchtbar aufgebaut ist und ich nichts finde

ich möchte mehr erleben wie:
- von unserem Klaus unter uns, der uns jeden Abend durch sein musikalisches Talent in den
Schlaf begleitet
- liebenswerten und herzlichen Nachbarn, die einen zum Kaffee einladen
- diesem multikulti Treiben auf der Straße und in den Bahnen, das soviel Leben ausstrahlt und
neugierig macht
- der tollen Bildblog Lesung
- der Verkostung von Brötchen jedes Bäckers in der Nachbarschaft, um raus zubekommen wo
Malcolm zukünftig unsere Brötchen am WE kaufen wird
- Geschichten, die einem beim Bahn fahren passieren, ich wurde in den letzten 10 jahren nicht
so oft angesprochen
- Kaloriensünden bei Dunkin Donuts
- den sonntäglichen Ausflug auf den Flohmarkt im Mauerpark auf der Suche nach Eroberungen
und Schätze für die Wohnung
- dem wolligen Gefühl in der neuen Wohnung, die immer mehr Form annimmt
- dem Gefühl, der Popo wird knackiger durch das Treppensteigen in den 4.OG
-das Richtige getan zu haben und neben dem Menschen einzuschlafen, der einem mit seinem lauten Atem um den Schlaf bringen kann aber ohne seinen Geruch in der Nase, das schlafen sowieso schwer fällt und im Winter brauchen meine kalten Füße seinen warmen Körper.

Ich habe das Gefühl, wir sind angekommen, wonach wir uns gesehnt haben.

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