Eure Rede aber sei ja, ja; nein, nein…
Man muß noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
~Nietzsche~
Und da war da dieses Buch. Es handelt von zwei jungen Männern (oder eher noch Jugendlichen), die in ihrer amerikanischen Heimat am Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts keine Perspektiven mehr sehen. Also machen sie sich zusammen auf den Weg nach Mexiko, um auf der anderen Seite des Rio Grande ihr Glück als Pferdezüchter zu suchen. Sie geraten so in eine archaische und harte Welt, in der beide gezwungen werden, den ‹bergang zum Erwachsensein schneller zu vollziehen, als es ihnen lieb sein kann.
Gleichzeitig ist es eine Geschichte, die in einer Kultur spielt, die bereits damals in ihren letzten Zügen lag. Ich meine das Leben mit der Natur (und nicht gegen sie). Ich meine das Leben, bei dem das Pferd der einem am nächsten stehende Mensch ist. Ich meine das Leben, bei dem Pferdediebstahl mit dem Tod bestraft wird, weil der Geschädigte meistens ebenfalls diesem geweiht ist. Ich meine das Leben in der Vorzivilisation. Ich meine das Leben, bei dem die Arbeit aus Viehzucht und dem Zähmen von Mustangs besteht. Ich meine das Leben, bei dem man Abends um ein Lagerfeuer sitzt und dazu raucht und Whiskey trinkt. Ich meine das Leben, bei welchem es nicht der vielen Worte bedarf und die Sätze kurz und prägnant bleiben. Ich meine das Leben, das dem Einsamkeitssuchenden entgegenkommt. Ich meine das Leben, das man als Cowboy führt… zumindest so, wie ich es mir in der Phantasie vorstelle.
… Ich kann nicht reiten, im Gegenteil, ich hab Sch Respekt vor Pferden. Ich halte nichts von der Todesstrafe. Ich lebe in einer Großstadt und schätze die Einsamkeit lediglich in homöopathischen Dosierungen. Ich sitze Abends am Schreibtisch oder auf der Couch und wenn es kalt wird, schalte ich die Heizung an. Meine Lagerfeuerunterhaltung kommt aus einer schwarzen, viereckigen Kiste. Das Essen besorg ich mir beim Discounter. Bezähmen muss ich bestenfalls die Langeweile. Morgens braucht es als erstes eine Dusche. Die momentane Arbeit besteht im Grunde nur aus lesen, lesen und noch mehr lesen. Ich bin Nichtraucher. Ich ziehe normalerweise ein kühles Bier dem Destillierten vor. Ich neige, zumindest beim Schreiben, zu Schachtelsätzen…
Es ist ein Traum, nicht mehr und nicht weniger. Eine Welt in meinem Kopf… Und dort wird sie auch bleiben und mich weiterhin bei Bedarf erfreuen. Immer dann, wenn mir die laute Realität mal wieder mit Schwung ins Gesicht springt.









Immer dann, wenn mir die laute Realität mal wieder mit Schwung ins Gesicht springt.
was für ein satz!