in einer Sneak Preview gewesen und was soll ich sagen: Pech gehabt. Niete gezogen und den miesesten Streifen seit Monaten vorgesetzt bekommen. Wahrscheinlich haben sich die Filmmacher und auch das Kino gedacht: es ist ja bald mal wieder soweit und darum startet Berlin 1. Mai natürlich standesgemäß am 30. April.
Nun, was hab ich zu meckern: Zum einen interessieren mich die Milieus, in denen die Handlungsstränge angesiedelt wurden, nicht die Bohne. Jugendliche Präabi-Krawalltouristen aus der westfälischen Provinz, die es mal so richtig krachen lassen wollen? Zum Kotzen. Kreuzberger Alt-68er, die in ihrer Vitrine eine Bierflasche aufbewahren, die sie ‚87 bei den ersten Maikrawallen aus dem abgefackelten Bolle-Supermarkt geplündert haben? Lächerlich. Türkische Jugendgangs, die sich untereinander wegen einem Gerücht krankenhausreif prügeln? Zum Kopfschütteln. Ein von der Ehefrau gehörnter Gesetzeshüter, der lascher als ein Waschlappen daherkommt und vorm Einsatz noch schnell seinen ersten Puffbesuch hinter sich bringt? Bestenfalls zum Heulen.
Und so wurschteln sie alle munter vor sich hin, diese Mikropsychopathen und, man ahnt es schon, der 1. Mai ist der Kitt, der die ganzen Handlungen, auf welch abstruse Art und Weise auch immer, irgendwie zusammenhalten soll. (Ich verrate kein Geheimnis… Das steht in jeder Filmbeschreibung.) Das war dann gleichzeitig der Gipfel der Frechheit. Wenn man schon einen Episodenfilm mit unterschiedlichen Regisseuren dreht und bei Short Cuts oder IÒ·rritu-Filmen klauen muss, dann doch bitte ordentlich und nicht so stümperhaft, daß schon nach der ersten halben Stunde der Blick automatisch immer wieder zur Uhr wandert.
Man hat mir gesagt, bei den Sneaks in besagtem Kino müsse man mit ca. 25% Ausschuss rechnen… Okay, dann sollte es morgen ja steil bergauf gehen.