Berufliches…

Wenn man jung ist, hat man meistens noch eine jede Menge Pläne, was man mit der nach allen Seiten offenen Zukunft so alles anfangen könnte. Zum Beispiel sollte man sich ja bei der Wahl eines Berufes ein Feld auswählen, welches man auch anschließend für ein paar Jahre beackern wollen würde.

Irgendwann vor längerer Zeit begann dann die Idee in meinem Kopf zu reifen, Besitzer einer Club-Kette zu werden. Tanzen gehen die Leute ja immer, vor allem wenn sie jung sind und wenn man erst einmal einen Namen in den entsprechenden Kreisen hat, läuft der Laden quasi von selbst. Soweit so gut. Doch was ist im Falle der Eröffnung einer neuen Diskothek auf keinen Fall zu vernachlässigen? Richtig, die passende Lokalität! Ich war mir sicher, hier innovative Wege beschreiten zu müssen und nach einigem Nachdenken kam auch ein Gedanken, wer mir evtl. mit passenden Immobilien weiterhelfen könnte. Also verfasst ich folgende Mail mit einer unverbindlichen Anfrage…

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Zuge der demographischen Entwicklung in Deutschland und der damit verbundenen starken Alterung der Bevölkerung, wird diese unweigerlich spürbar abnehmen. Dies bedeutet, neben vielen anderen Auswirkungen, daß auch die Kirchensteuereinnahmen der Katholischen Kirche sinken dürften. Daraufhin wird zu überlegen sein, inwiefern die Kirchen (Gebäude) in einzelnen Städten und Dörfern finanziell tragbar bleiben, oder ob jene veräußert werden müssen.
Meine Auskunft bezieht sich nun auf eben jenen Aspekt. Da ich beabsichtige, auf mittelfristige Sicht in das Unterhaltungsgewerbe einzusteigen, sprich, versuchen werde, eine Musikclubkette zu eröffnen, wird natürlich ein Teilbereich meiner Arbeit in der Suche nach passenden Locations liegen. In meinen Augen eignen sich Kirchen dazu in besonderer Weise. Erstens bergen sie einen Reiz des geheimnisvollen, was insbesondere auf jüngere Besucher sehr ansprechend wirken dürfte und zum anderen wäre ein großer Teil der benötigten Ausstattung bereits vorhanden. Die Sitzbänke könnten an der Seite aufgereiht werden, Beichtstühle wären ideal zur Benutzung als Chill-Out-Zones und den Altar könnte man mit der entsprechenden Technik als DJ-Pult umfunktionieren.
Soweit mein grobes Konzept. Die Frage liegt nun darin, ab wann die Aussicht besteht, im Bistum Trier Gebäude der Katholischen Kirche kaufen zu können, bzw. diese zu pachten? Liegen da Ihrerseits bereits Pläne vor?

Im voraus vielen Dank und mit freundlichen Grüßen verbleibt
Pat Bateman

Einige Tage verstrichen ins Land und aus irgendwelchen Gründen erhielt ich die Antwort von einem Redakteuer des Paulinus…

sehr geehrter herr Bateman,

einerseits ist bereits eine kirche im bistum trier (in saarbrücken) in
andere hände gegangen – aber dass Sie im bistum trier (also im saarland, in
hunsrück, eifel, moselland, mittelrhein, ahr, westerwald) eine kirche als
disco würden einrichten können, halte ich für ausgeschlossen. und wenn, dann
würde es sicher keinen altar als grundlage für die disco (wie wäre es denn
als bar-tisch… ) geben oder beichtstühle als chill-out-kämmerchen…

nee, das können Sie getrost vergessen! – im ernst: nach den diözesanen
bestimmungen dürfen „profanierte“ kirchen einem „profanen, aber nicht
unwürdigen gebrauch“ zugeführt werden – undich kann mir ehrlich gesagt nicht
vorstellen, dass eine kirchengemeinde eine disco in ihrer kirche als
„würdigen“ gebrauch empfinden würde …

angesichts Ihrer fantasie wird es Ihnen sicher leicht fallen, andere gebäude
(fabrikhallen, lokschuppen, bergwerke…) für Ihre zwecke übernehmen und
herrichten zu können!? dazu guten erfolg!

freundliche grüße

a. g. r.

Schade eigentlich, doch wenn das Thema irgendwann tatsächlich auf meiner Agenda stehen sollte, gibt es ja immer noch Bamberg, Köln, Speyer, Augsburg (der Mixa ist doch so besorgt um das Wohl von Kindern und Jugendlichen. Da wird er ihnen doch mit Freude etwas Gutes tun wollen), Limburg usw.

Oder ich wende mich einfach direkt an die Ketzer von der anderen Fraktion.
Amen.

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