Reich-Ranickis Zorn in Farbe und mit Sound

Hat René aus Spreeblicks Kommentaren gefisht. Und während ich hier sitze und versuche dem freundlichen alten Mann vor uns zuzuhören, wie er knapp 30 fragenden Gesichtern versucht die wunderbare Welt der Heuristik so langweilig wie möglich nahezubringen, klemme ich mir meine Kopfhörer unauffällig ans Ohr, in der Hoffnung, dass mein Gesichtsausdruck reichlich interessiert aussieht.

Irgendwer muss mich zurückhalten, sonst stehe ich gleich auf und fange an zu applaudieren jemand könnte fälschlicherweise auf die Idee kommen, dass ich das, was da vorne passiert, nicht nur verstehe, sondern auch mit meinen Lachtränen in den Augen, für unterhaltsam erachte.


DirektZorn

Anschaupflicht. Sieht mir nach Fernsehergeschichte aus. Entweder das, oder der erste Platz der „100 peinlichsten Fernsehermomente“, die auf RTL von dummschwätzigen drittklassigen Komikern im Abendprogramm kommentiert wird.

Also, Freitag um 22:30 ZDF einschalten und zusehen, wie feiste Menschen in Erklärungsnot kommen, während sie von einem 88-jährigen auseinandergenommen werden.

NACHTRAG
Elke Heidenreich äußert sich in der FAZ.

Wie jämmerlich die dargebotenen Produkte und Arbeiten in der Mehrzahl waren, wie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich. Wieso darf ein Simpel namens Atze Schröder da vorn seine Possen reißen? Wieso wird eine unterirdische Sendung wie „Deutschland sucht den Superstar“ zur Besten Unterhaltungssendung gekürt und gibt den Machern die Möglichkeit, frech zu sagen: Da seht ihr es, ihr intellektuellen Schreiberlinge, man liebt uns, und wir machen weiter?

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