That´s when I reach for my revolver…

Ich bin ein friedliebender Mensch, doch manchmal ist das lediglich eine Fassade und wenn ich für einen Moment meine gute Erziehung vergessen könnte, würde ich in bestimmten Situationen wenigstens lauthals schreien wollen… Jaja, die Maske der Zivilisation ist eine sehr dünne. Darunter schlummern die barbarischen Triebe. Also quasi.

Doch der Reihe nach. Man ist des abends auf dem Heimweg und trifft zu einem ungünstigen Zeitpunkt am U-Bahnhof ein. Genauer gesagt, auch eine ganze Horde Bachelors und Bacheloretten haben Schulschluss. Die Laune sackt leicht ab, ein überfüllter Wagon droht, doch die Fahrt wird ja schon nach kurzer Zeit durch Umsteigen unterbrochen.

Der Zug fährt ein, die ganzen Leiber steigen ein und dann… nichts. Wir stehen. Irgendwer scheint es nicht zu schaffen, sein Fahrrad aus dem Bereich der Lichtschranke zu bugsieren. Zumindest weist der Zugführer mit der allseits bekannten Berliner Herzlichkeit höflich darauf hin. Immerhin sei unsere Weiterfahrt dadurch zunächst nicht möglich. Fünf Minuten und zwei Neustarts der gesamten Zugelektronik später rollen die Räder wieder. Die Laune nähert sich dem Nullpunkt, da die Themenauswahl in meiner Reichweite ebenfalls zu wünschen übrig lässt. Seltsamerweise haben immer mehr Unibesucher inzwischen einen ähnlichen Slang wie Lukas Podolski, das nur am Rande. Doch weghören ist technisch unmöglich und ein MP3-Player nicht zur Hand.

Viele Menschen auf engstem Raum, sie dünsten aus und lassen bereits die Scheiben des Wagons beschlagen. Die Luftfeuchtigkeit nähert sich tropischen Werten als zur Krönung meiner kurzen Odyssee irgendwer in der näheren Umgebung sicht nicht beherrschen kann und seine Methan-Schleuse öffnet. Ein Geruch wie in einem Raubtierhaus macht sich breit, alle labern weiter vor sich hin und mir wird schlecht…

Doch Gott sei Dank, schon kurz darauf ertönt der ersehnte Gong-Schlag… Ich kann umsteigen und verlasse den Zug nicht ohne die Stinkmorchel zur Hölle zu wünschen.

5 Antworten auf „That´s when I reach for my revolver…“

  1. That’s when I reach for my revolver – einer meiner bevorzugten Songs beim U-Bahnfahren, neben Murder that Sound und Fuck You…
    Ohne mp3Player geht gar nicht. Aber gegen den Stinkmorchel hilft das ja auch nicht. :-)

  2. es ist wirklich deprimierend, wenn man sich so jeden stuss anhören muss… aber ich konnte mich bisher nicht dazu durchringen, mich systematisch akkustisch von meiner umwelt zu entkoppeln. ;o)

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