Völlig losgelöst…
Ich bin zwar vielleicht ein Haltbarkeits-, aber bestimmt kein Text-Fetischist. Wenn die Musik schlecht ist und nicht in mein Ohr will, dann ist das so und lässt sich partout nicht ändern. Straight in da head oder gar nicht, der Umweg über schöne Lyrics ist für mich bestenfalls verkehrsberuhigt.
Umso verwirrender, wenn man dann doch mal lauscht und das nicht unbedingt im heimischen Wohnzimmer, sondern mitten in einer… nennen wir es Dorfdisco-Crowd. Man kennt das, die verschiedenen Stilrichtungen werden meist ohne jeden sinnvollen Übergang abgefrühstückt und irgendwann am späteren Abend kommt dann für die Ü30-Fraktion auch das Beste aus den 80ern dran. Äquivalent zum Schlager vielleicht NDW-Gold zu nennen. Nackt im Wind und Kinder an die Macht, neue Männer braucht das Land alleine in der Nacht und schließlich landet man dort, wohin ich eigentlich auch will, nämlich zum unvermeidlichen Peter Schilling mitsamt Major Tom.
Kein Text-Fetischist, wir erinnern uns… Doch wenn ich dann sehe / höre, wie der DJ immer wieder den Sound herunter regelt, damit die Meute mitgröhlen kann „Vööööhöölig losgelööhööst von der Ääärde…“, dann frag ich mich schon, ob da nicht wenigstens der Eine oder die Andere seine / ihre Lauscher auch mal außerhalb des Refrains aufsperrt. Immerhin ist der Gute ja nicht durch THC, LSD oder sonstige chemische Hilfsmittel in diese Situation geraten. Die Challenger oder die Odyssee im Weltraum lassen grüßen.
Aber Moment, ein neues Lied fängt an und ich muss mal kurz das Tanzbein schwingen gehen… „Terra Titaaahaaanic, verloren im Määähäär, SOS kommt nie aahaaan… Endstation Ozeahaan“








