Der natürliche Drang zu gestalten
Mit meinem Abschluss als Bachelor auf der FHTW (bald HTW) im Bereich des Kommunikationdesigns werde ich in der Lage sein viele Programme beinahe fehlerfrei zu bedienen, die einem Steuerfachangestellten nützlich sein werden seinen Traum als kreativen Kopf wahr werden zu lassen. Als Bachelor of Arts wird es vielerorts als meine Pflicht angesehen werden die Klappe zu halten und genau das zu tun, was man von mir verlangt. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, solange ich dafür gut bezahlt werde. Natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt, denn irgendwann werden Ideen so haarsträubend und absurd, dass ich mir wünschen werde, dass der Kunde, für den ich dann arbeiten werde, mitten im Designprozess pleite geht.
In den letzten zwei Wochen wurde ich mindestens dreimal darauf aufmerksam gemacht, dass in jedem ein Designer steckt. Man muss eben nur jemanden finden, der die lästige Aufgabe übernimmt das umzusetzen was in dem kreativen Geist steckt. Interessanterweise reagieren gerade die Menschen, die keine Ausbildung in einem gestalterischen Bereich genießen durften, extremer auf Kritik, als Designer. Ich weiß nicht warum es so ist. Ich weiß es so dermaßen überhaupt nicht, dass ich nicht einmal eine Theorie dazu entwickeln könnte (was auch auf die momentane Uhrzeit zurückzuführen ist).
Mir wird sogar von Fachfremden abgesprochen, dass ich Ahnung von dem haben könnte, was ich mache, unabhängig davon, dass ich vor meinem Studium mehrere Jahre in Agenturen gearbeitet habe, drei davon in einer Ausbildung. Das nehme ich natürlich persönlich, denn wenn ich jemanden kritisiere, dann nicht, weil ich ihm oder ihr etwas böses will, sondern weil ich helfen will. Ein gutes Beispiel spielt sich auf meinem Drittblog ab:
Gerade im Corporate Design muss man mit Geschmäcklerischem ganz vorsichtig sein(…)
Ich fasse die Problematik kurz zusammen:
Die FH an der ich studiere wird die Ehre zuteil ab April zu einer „richtigen“ Hochschule zu werden. Eine sehr spannende Geschichte, wie ich finde, die für jeden einzelnen eine Herausforderung darstellt. Unter anderem für diejenigen, die diesen Übergang nach außen hin kommunizieren müssen. Es ist wirklich kein einfacher Job und doch hat man es sich einfach gemacht, indem man den Rotstift gezückt und einfach das „F“ weggestrichen hat:

Zweifelsfrei eine technisch, wie auch optisch nicht unbedingt elegante Lösung. Besonders für die Kommunikationsdesigner stellte dieser Übergangslogo ein Frevel dar, denn nicht nur, dass man uns nicht angeboten hatte sich eine Lösung zu überlegen, man wählte eine Variante, die negativ behaftet ist und dem (meiner Meinung nach) gut durchdachten CI nicht entspricht.
Nun könnte man argumentieren, dass es trotzdem wirkt: Jedem ist klar, dass demnächst das „F“ wegfällt und gut ist. Das ist mit Sicherheit klargeworden, aber in welcher Sprache? Würde man diese Lösung in Worte ausdrücken, wäre dem Gegenüber klar, was man sagen möchte (ausgenommen, dass man auf das Kreuz klicken soll, um mehr zu erfahren), aber es würde sich nicht fließend anhören. Es klingt eher wie RTL, als ARD
Ich habe Kontakt mit der Pressestelle der Hochschule aufgenommen und bin ziemlich überrascht wie persönlich man meine Kritik nahm. Die zuständige Dame hatte zufälligerweise auch gleich die Verantwortung für das Logo und reagierte überraschend barsch auf spontan vorgeschlagene Alternativen, die ich, ohne nachzudenken, für geeigneter hielt. Selbst jetzt, nachdem ich über meine Vorschläge nachgedacht habe, halte ich sie zumindest für eleganter, als die momentane Lösung.
Ich habe nun einen kleinen Wettbewerb ins Leben gerufen, für jeden, der sich berufen fühlt einen zumindest besseren Vorschlag zu bringen, als die momentane Variante. Und es gibt sogar etwas zu gewinnen! Mehr dazu findet ihr hier.
So. Und jetzt werde ich endlich frühstücken gehen.






















Ihr habt echt Gestaltungsgötter an der (F)HTW, hihi