Bildungsstreik (17.06.2009)
Und gerade erreichte mich diese Mail:
Liebe Studierende, liebe Mitarbeiter_innen der Universität, liebe Dozent_innen, heute, am 15. Juni, haben wir den Beschluss der studentischen Vollversammlung am Fachbereich PolSoz umgesetzt und Gebäude des Fachbereichs besetzt. Mit der Besetzung wollen wir unseren Unmut über den Zustand des Bildungswesens, in der Gesellschaft und an unserer Universität, ausdrücken. Die Besetzung ist Teil des bundesweiten Bildungsstreiks, der in dieser Woche stattfindet.
Gemeinsam wollen wir in dieser Woche für eine Verbesserung der Studiensituation an der FU, für ein gerechtes und kritisches Bildungssystem und gegen die Vermarktung von Bildung protestieren. Wir wollen nicht nur bessere Studienbedingungen, sondern das Bildungssystem von Grund auf verändern. Wir halten eine Besetzung für notwendig, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Wie der Streik aussieht, hängt von uns allen ab. Kommt und nehmt an der Besetzung teil! An Dozent_innen richten wir die Forderung, Seminare in dieser Woche entweder ausfallen zu lassen oder für alle zugänglich und mit bildungspolitischem Schwerpunkt anzubieten.
Die Besetzer_innen
Sehen wir einmal von der lächerlichen, übermäßigen Verwendung der politisch korrekten Genderdingse ab, bin ich nicht erstaunt, dass es inzwischen zu einer Besetzung gekommen ist. In den letzten Wochen bin ich irgendwie in einem Mail-Verteiler, der mich an den Vorbereitungen zum kommenden Bildungsstreik teilhaben lässt, der am Donnerstag in mehreren Städten stattfinden wird (wo genau, könnt ihr hier nachlesen). Ich lese immer mit gemischten Gefühlen mit welchem Enthusiasmus meine Kommilitonen an diese Demo gehen. Zum Einen bewundere ich den Elan und mit welchem Willen sie die Misere ändern wollen, die manch Politiker irrtümlich als Verbesserung des Bildungssystems sieht.
Auf der anderen Seite habe ich längst den Glauben daran verloren, dass eine friedliche Demonstration mit gut gestalteten Plakaten (gute Arbeit, Constantin!) irgendeinen Effekt haben wird. Wie wahrscheinlich ist es, dass diejenigen, die uns diesen Scheiß eingebrockt haben (wer auf Bachelor studiert, weiß was ich meine) aufeinmal den Kopf aus dem Arsch nehmen und sagen: Nunja… vielleicht haben sie ja recht. Ok, ändern wir es wieder.“?
Ich sage mal… 0. Plus/Minus 0.
Jetzt wird aber besetzt und auf einmal keimt Hoffnung in mir auf! Ich weiß nicht wieso – vielleicht war ich im vorherigen Leben Hippie, Punk, oder ein Grünen Politiker mit echten Idealen – aber irgendwie glaube ich, dass das schon kein so schlechter Weg ist.
Demonstrationen sind schön, gut und wichtig, aber sie sind vielleicht zu sehr Pop! Vielleicht wäre es mal an der Zeit die Schrauben ein bisschen enger anzudrehen und Druck auszuüben. Ich habe zwar den Glauben an die Politik verloren, viel ist auch nicht mehr vom Glauben an die parlamentarische Demokratie geblieben, aber in Zeiten von Flashmobs und anderen Vernetzungen, glaube ich, dass Das Volk® auch andere Mittel und Wege nutzen können, um gehört und ernstgenommen zu werden.
Ernstgemeinte Vorschläge bitte in den Kommentaren










Diese Demo wird genauso wenig bringen, wie die letzte. Schüler und Studenten, welche die Demo eher als große Open Air Party ansehen, saufen, gröhlen und irgendwelche Nacken, die dann ggf. noch im Deckmantel der Politik randalieren. War bei der letzten Demo an der HU, als die Affen, die Ausstellung zerstört haben.
Berichterstattungen im TV, die betrunkene Hauptschüler gezeigt haben, die das „warum?“ der Demo nicht einmal verstanden haben, tragen auch nicht gerade zu einem positiven Bild bei.
Ich weiß nicht, wie es bei dir im Wilhelminenhof ist, aber in der Treskowallee werden zumindest in meinem Semester die meisten in die Uni gehen und der Demo fernbleiben.