Schon ein bisschen hin- und hergerissen zwischen Fassungslosigkeit und dem Drang zu Platzen: Vor angestauten Witzchen über den King of Pop, der plötzlich verstorben ist.
Die Fassungslosigkeit erklärt sich damit, dass es immer wieder Instanzen gibt, die jemanden bewusst, oder auch unbewusst ein Leben lang begleiten. Michael Jackson war ein Konstante, wie kaum ein anderer. Meine Eltern besaßen ein paar Schallplatten. Meine Mutter war ein Fan seiner Musik (immer wieder betonend, dass es auf die Musik ankommt, nicht auf die Person dahinter) und erklärte mir warum Menschen auch mal „bad“ sein können und trotzdem „cool“, was aber letztendlich egal wäre, wie sie mir einbleute, weil Jacksons Musik das Wichtige ist und nicht er als Person.
Durch das konsequente Beharren, dass man nicht Fan einer Person sein sollte, sondern seiner Werke, entwickelte ich in der Pubertät die obligatorsche Rebellion, in Form von Personenkult der schlimmen Sorte: Ich verabscheute jeden, der die Musik machte, die meine Eltern hörte (und nebenbei auch die Musik derjenigen und dazu noch Abscheu gegen die, die solche Musik hörten) und wandte mich den „wirklich“ coolen Menschen zu: Alexander Nestor Haddaway, Ray Slijngaard und Anita Doth, Tony Dawson-Harrison und natürlich Peter René Baumann. Da hatte Michael Jackson nun wirklich nichts zu suchen.
Irgendwann legte sich der Sturm der Pubertät und fand ein Gleichgewicht zwischen Personenkult und die völlige Ignoranz der Menschen hinter dem Produkt. Bis heute glaube ich daran, dass man die Menschen nicht vernachlässigen sollte, denn sieht man einmal von Castingbands und anderem Dosenpop ab, steckt immer ein Stück von der Person in dem Produkt. Und mag das Produkt noch so mies sein: Jemand hat sich ein bisschen Mühe gegeben sich unsterblich zu machen und dem hören oder sehen wir gerade zu.
So auch Michael Jackson. Neben den Operationen, seinem Mundschutzfimmel und der Eisernen Lunge, hat ihn seine Musik unsterblich gemacht. Ein bisschen wie ein Gott. Und weil Götter unsterblich sind, sehe ich es nicht als pietätlos an, wenn man ab und zu ein Witz darüber reißt. So auch nicht bei Michael Jackson. Denn wenn es so ist, dass ein kleiner Teil eines Menschen in sein Produkt fließt, dann fließt auch ein Teil des Produkts in den Menschen und verändert diesen. Am Ende haben wir Herrn Jackson aus Amerika, mit Hobbys, Gefühlen, Vorlieben und einer Persönlichkeit, was nun alles verschwunden ist. Tod. Weg. Ausgelöscht. Und dazu haben wir noch: Michael Jackson™ und der lebt für immer weiter. Und über Michael Jackson™ darf man auch Witze machen. Wie zum Beispiel diesen hier:
Kinderpornosperren zeigen erste Wirkung: Michael Jackson tot!
Ist ok, lacht ruhig. Habe ich auch und das mit vollem Respekt vor Herrn Jackson aus Amerika.






[…] Es gibt nun wieder neue Jackson Witze http://is.gd/1e638 […]
Ich werde wohl nie kapieren, warum man ausgerechnet – ausgerechnet! – am Todestag eines Promis auf seinem Recht beharren muss, über die Person unpassende Witze zu machen. Teh Internetz. Not funny.
sorry, aber kann ich nicht drüber lachen…
bin weder Fan seiner Musik, noch der Person selbst, aber ein wenig Respekt sollte man schon aufbringen.
R.I.P. Jacko!
Ich glaube der große Abstand zu der Person, oder vielmehr der Figur, die diese Person dargestellt hat, lässt es zu, dass dieselben Menschen Witzchen reißen, die empört wären, wenn so etwas auf der Beerdigung ihres eigenen Kindes passieren würde.
Davon mal abgesehen: Wenn man über einen toten Menschen (wohlgemerkt nicht über seinen Tod) einen Witz macht, wie sagenwirmal über Jimi Hendrix, ist es dann auch pietätlos? Wieviel Zeit muss verstreichen, bis niemand sich darüber aufregt, dass man über einen toten Prominenten Witze macht?
Noch eine Frage: Wenn ich einen Witz über Michael Jackson machen würde, und er würde noch leben, wäre es „nur“ deswegen weniger schlimm, weil er noch lebt? Vermutlich.
Warum?
Weil er tot ist.
Was ist daran schlimm?
Er ist gestorben.
Was ist daran schlimm?
Tod ist etwas Schlimmes.
Warum?
Ist so.
Warum? Kann ich dir auch nicht erklären und jetzt geh mir nicht auf Sack. Außerdem: Ich halte jede Wette, dass die Witze sich halbieren würden, wenn er durch ein Gewaltverbrechen gestorben wäre. Oder besser noch, wenn er qualvoll gestorben wäre.
Warum?
Ist so.
Ich glaube manche Dinge kann man einfach nicht erklären, man muss seinem Gefühl nachgehen und mein Gefühl steht in dem Blogbeitrag.
http://picturesforsadchildren.com/blog/famous.png
BTW, gab’s da nicht mal eine Southparkfolge, in der es nur darum ging, ab wann man über eine traurige Sache Witze machen darf? Ich glaub, es waren 14 Jahre. Auf jeden Fall ging es um Aids, nicht um einen toten Prominenten.
unabhängig von seinem tod betrachtet, kann ich den ganzen hype um den unsagbar großen einfluss, den dieser mensch bis heute gehabt haben soll, nur bedingt nachvollziehen und halte es da lieber mit sickboy aus trainspotting:
„Well, at one time, you‘ve got it, and then you lose it, and it’s gone forever.“
… und wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass es dieser traurige clown und möchte-gern-peter-pan doch schon lange nicht mehr gebracht hat. comeback-shows hin oder comeback-shows her.
COMEBACK
You‘re doing it wrong.
Aber mal zu einem anderen Aspekt:
Natürlich hatte Michael Jackson einige gute Songs. Als einer der wenigen Künstler auf der Welt, sogar so viele, dass es für ein Best of Album reichen könnte ;-)
Aber was neben seinen Hits fast noch wichtiger ist, ist doch gerade der Personenkult. Wenn man sich das hier anschaut:
http://www.youtube.com/watch?v=sYnbpAmN1zU
versteht man glaube ich besser, was ich meine. Die Musik alleine wäre nie zu so einem Pfä.. Phe.. Kult geworden. Das hat sich bei dem nicht nur in den Bühneshows gezeigt (die eigentlich zu der Zeit nur von Pink Floyd getoppt wurden), sondern auch in seinen aufwendigen Musikvideos.
Ich seh das also anders als deine Mutter, dass man im Fall von MJ die Musik wirklich gar nicht von der Person trennen kann.
Was heutzutage eigentlich fast immer der Fall ist. Unabhängig, wie gut oder schlecht man die Musik findet.
[…]rares Material dabei. KLICK auf eines der Bilder und du bist drüben und kannst dir das wirklich coole und authentische Zeug angucken. Crazy Fans, tolle Konzert-Impressionen. Wahnsinn! Und nicht auf YouTube… Die Videos haben mitunter so ihre Längen. durchhalten: Es lohnt[. ..]
Ich bin gerade vielmehr über die Tatsache entsetzt, dass ich von deinen Pubertätsidolen lediglich den Herrn Hollywood nicht sofort zuordnen konnte.
Ich leide auch wirklich sehr unter diesem unnützen Wissen!
unpassend hin oder her, ich fand den witz lustig.
Aber sag mal, wieso muss man Witze machen, wenn jemand gestorben ist? Was für ein bescheuerter Reflex.
Der Reflex kam nicht erst, als er starb. War doch voher schon da. Mit seinem Tod hat das nichts zu tun..
Man reisst ja nun nicht die ganze Zeit Witze über eine bestimmte prominente Person. Dazu braucht es einen Anlass. In diesem Fall eben den Tod dieser Person.
Außerdem sind Witze über Kinderpornos in meinen Augen eh etwas, was wohl nur Leute unterhaltsam oder irgendwie satirisch interessant finden können, die keine eigenen Kinder haben. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Nee, ich bin mir sicher, ich habe auch vorher schon Witze über Michael Jackson gehört.
Und was Witze über Kinderpornos angeht: Die Person, die diesen Witz wiederholt hatte, hat selber zwei Kinder.
Dazu kommt: Hier wurde ja kein Witz über Kinderpornos gemacht, sondern in erster Linie über Michael Jackson und in zweiter Linie über Zensursulas Witz eines Gesetzes.
Meine Güte, ist doch nicht so schwer:
Natürlich gibt es schon seit Ewigkeiten Michael Jackson Witze. Aber warum man die geballt zum Zeitpunkt seines Todes raushauen muss, verstehe ich nicht. Und ich finde es dumm und billig.
Wie man hört, ist er nun doch in die Hölle verdammt, weil er sich an Gottes Sohn rangemacht hat…
Ich kann es nicht glauben.ich sage dazu was seit ihr für Menschen ,ihr habt kein Herz.Michael hatte eins kein Mensch auf dieser Erde war so ein guter Mensch.Keiner hat so viel gemacht für Kinder(spende).Ich sage nur ich liebe dich Michael für immer.