Warum wir alle die Piraten-Partei wählen sollten…

piraten-partei…oder nichts. Allesamt.

Dieses Blog zeichnet sich nicht unbedingt durch seinen politischen Akzent aus, was zwei Gründe hat:
1) Ich bin nur hier um euch zu unterhalten.
2) Es gibt soviele Menschen, die mehr Ahnung haben, oder besser so tun können, als ob.

Aber mit jedem Tag, den die große Wahl näher rückt, stelle ich fest, wie ich mit immer mehr Entzücken auf Entgleisungen der gängigen Parteien reagiere. Mein früherer Politikfrust scheint sich in zartes Unbehagen verwandelt zu haben. Ich habe bisher zwar das Glück gehabt nicht viel von der großen Wirtschaftskrise gespürt zu haben (scheiße, warum habe ich Nerd so wenig Holz zum Klopfen um mich herum?!?), aber ich spüre wie sich der Sack langsam zuzieht und immer mehr berufstätige Freunde leicht wimmern, wenn sie die Nachrichten anstellen.

Wenn ich an das kommende Bundestags-Wahlergebnis denke, wird mir schon schlecht, wenn ich an den Wahlsieger denke, der die eigenen schrumpfenden Zahlen nicht als Signal seines Versagens sieht und die Verlierer, die von Betrug und Gemeinheit reden werden. Das beste Beispiel sind die gestrigen Ergebnisse, die nur eine Überaschung parat hatten: In Sachsen verlor die CDU nichts nennenswertes.

Und schon müssen wir ertragen, wie die SPD die Verluste der CDU als Sieg ihrerseits verbucht. Der Bürger wolle zukünftig keine Schwarz-Gelbe Regierung und überhaupt sind die Zeichen eindeutig. Ja, eindeutig sind die Zeichen, nur nicht so wie die SPD sie gerne hätte. Aber dafür bin ich doch da, ihr kleinen Zaubermäuse! Der Bunge erklärt euch jetzt in einfachen Worten, was der Bürger euch mit der schlimmen Wahlbeteiligung und den daraus resultierenden Ergebnissen sagen möchte.


Vielleicht fangen wir mit einer einfachen Rechnung an: In den beiden Ländern, in denen die Wahlbeteiligung am schlimmsten war, hat die CDU schlechter abgeschnitten, als in Sachsen. Heißt das, dass nur potenzielle CDU-Wähler nicht zur Wahl gegangen sind, oder ist vielleicht an dem Satz etwas dran: „Man kann ja sowieso nichts ändern.“? Ich würde sagen, man hat mit der geringen Wahlbeteiligung doch eine Kleinigkeit geändert. Ob es gut war, lassen wir einmal dahingestellt, denn nun müssen wir einen stotternden Guido Westerwelle bei Anne Will ertragen, der ungeschickt Fragen ausweicht und selbst am Ende seines leeren Plädoyers, als er selbstverliebt/-zufrieden so tut, als hätte er geantwortet, nicht bemerkt, dass ihn niemand wirklich mag. Die Ergebnisse der FDP sagen: Ihr seid nur eine Protestpartei.

Die FDP ist aber leider die falsche Wahl als Protestpartei gewesen. Ist so. Spitzensteuersätze von 35% und Lockerung des Kündigungsschutzes sprechen für sich und da reicht es nicht, dass man immer und immer wieder betont, dass man ja Familien entlasten möchte. Woher das Geld kommt, wurde selbst nach einem 7 Minuten Monolog nicht beantwortet. Wir brauchen also eine andere Protestpartei. Eine, die so durcheinander ist, dass sie am allermeisten überrascht wäre, wenn die Wahlergebnisse für sie sprechen würde: Die Piratenpartei.

Vor dem gestrigen Tag hätte ich nur meine Zweitstimme für sie abgegeben, aber nachdem ich die betroffenen Gesichter der CDUler gesehen habe, komme ich nicht umhin mich vor Schadenfreude einzupissen. Ich will mehr! Ich will, dass die SPD auch so doof guckt. Und die FDP sowieso. Ich habe ein bisschen Angst vor den Linken, weil ich glaube, dass sie das alles ernst meinen, was sie sagen, also kommen sie als Protestpartei nicht in Frage. Und da Horst Schlemmer nicht antritt (neeiiheeiiin… tut er wirklich nicht!) und Die Partei nicht mitspielen darf, kommt eigentlich nur noch eine Spaßpartei in Frage, die als Symbol des Versagens seitens der gängigen Parteien verstanden werden kann: Die Piraten.

Es wird Zeit, dass ein eindeutiger Signal gesetzt wird und zum ersten Mal seit langer Zeit gibt man uns einfache Werkzeuge in die Hand: Eine prima Protest-Partei, die zwar als Regierungs-Partei unwählbar ist und selbst als Opposition bestimmt nicht viel taugen würde, aber das Herz auf dem richtigen Fleck sitzen hat.

Fakt ist: Ich stehe nicht alleine mit meiner Meinung da. Seinen Wahlzettel durch Doppelkreuze unbrauchbar zu machen, oder gar der Wahl ganz fernzubleiben, scheint heute eine gute Alternative zu den gängigen Parteien zu sein. Grundsätzlich nichts verkehrtes, wie ich finde, aber da die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren sowieso stagniert, würde damit kein Signal gesetzt werden. Im besten Fall hieße es, dass wir Bürger nur zu faul zum Wählen sind. Ein Eingeständnis des Versagens seitens „denen da oben“™ können wir uns abschminken.

Das Nichtwählen hat, wie man heute deutlich sieht, nichts geändert. Gestern konnte ich garnicht soviel Sushi fressen, wie ich es wieder ausspuckte, als ich von jeder einzelnen Partei anhören musste (mit Ausnahme der CDU), dass man dem Volk danke und ein deutiges Signal gegen Schwarz-Gelb gesetzt wurde. Eine Grüne war sogar davon überzeugt, dass der Bürger Inhalte gewählt habe. Nein, ihr kleinen Dummchen: Man hat einfach nur das kleinere Übel gewählt.

In diesem Sinne… Sollten noch Fragen offen sein, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr Politexperte von der Spaßfraktion,
Prof. Dr. Malcolm Bunge (ESIB)

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