„…und negative Werbung ist tatsächlich auch mal gute Werbung“

Wenn es eins gibt, was nervenaufreibender ist, als jemand, der in seiner Freizeit „auch mal gerne selbst designt“, dann ist es der selbst ernannte Werbeexperte. Irgendwann vor unzähligen Jahren muss ein verkappter Marketingfuzzi mit süffisanten Lächeln ein Selbsthilfebuch in die Welt gerotzt haben, das den Titel hatte „Auch schlechte Werbung ist gut fürs Image und lässt die Absatzzahlen steigen“. Dummerweise wurde dieses Buch von „Marketingexperten“ zur Brust genommen und wird immernoch beschworen.

Vielleicht braucht es auch ein aktuelles Ereignis, wie das des Sportmittelherstellers Jako vs Trainer Baader, um den Hobby-Werbepsychologen zu zeigen, dass man C-Promis, die sich sogar über schlechte Schlagzeilen freuen (sind ja auch mal Schalgzeilen) und die echte Welt nicht miteinander verwechseln sollte:

Auch die Fans von Eintracht Frankfurt bekommen die Sache mit – dort ist Jako seit Jahren Ausstatter. Im Fan-Forum laufen über 120 Kommentare zum Thema auf, dann wird die Diskussion so heiß, dass keine neuen Einträge mehr erlaubt werden. Und die Eintracht-Fan-Seite „Blog G“ schreibt: „Vielleicht denkt der Kunde daran, wenn er beim nächsten Mal im Shop vor der Entscheidung steht, 70 Euro für ein Trikot der Eintracht mit dem Logo der Firma Jako auszugeben.“

(weiter beim Handelsblatt lesen)

Nichts zu danken, liebe Werbekenner.

3 Antworten auf „„…und negative Werbung ist tatsächlich auch mal gute Werbung““

  1. Da muss man differenzieren.
    Schlechte Werbung ist entweder „handwerklich“ schlecht gemacht, und unkreativ/langweilig/nichtssagend/abstoßend. Man könnte mit „schlechter Werbung“ aber auch meinen, dass die Ziele, die der Werbetreibende sich erhofft hatte, nicht erreicht wurden. Oder gar die Werbung negative Auswirkungen hatte. Umgekehrt gibt es für „gute“ Werbung dann den ADC-Award oder den Effie. Oder beides. :-)

    Beispiel: Werbung für Damenbinden. Langweilig, doof, viel zu viel weiß, keinen Spannungsbogen, blaues Blut. Aber sehr effizient. Der/die Käuferin steht in der Drogerieabteilung vor dem Regal und kauft die Binde, welche sie glaubt zu kennen. Weil sie 30 mal am Tag den Always Camelia Werbespot im TV hört.

    *Luftholen*

    Dann gibt es aber auch schlechte Berichterstattung/Publicity/PR/Mafoergebnisse. Und das ist sowas von völlig anders als schlechte Werbung.

    Wie der Fall Jako, Kryptonite, Internetworld usw. zeigen; schlechte Berichterstattung schadet dem Unternehmen, und eine Abmahnung ist in 99 von 100 Fällen unnötig, oder zumindest der letzmögliche Weg. Abmahnung ist kein Marketingtool, wer unzufriedene Kunden/Blogger/Forenbetreiber abmahnt, ohne vorher auf Augenhöhe (wozu gibt es das Kommentarfeld?) den Kontakt zu suchen, der hat null Ahnung von Marketing. Der weiß ich vermutlich auch sonst im Leben nicht alleine zu helfen, und holt sich für alles einen Anwalt.

    Von daher zusammenfassend: Schlechte Werbung kann effizient sein. Aber negative Aussagen über ein Unternehmen/Produkt/Marke sind schädigend, VOR ALLEM, wenn „darüber geredet wird“. Bis letzte Woche kannte ich die Firma JAKO gar nicht. Zukünftig werde ich darauf achten, das die weder Geschäftspartner von mir werden, oder ich privat Kunde von denen.
    Das gilt auch für den dummen Satz „Auch schlechte Publicity ist gute Publicity“. Außer vielleicht bei abgewrackten Hollywoodschauspielerinnnen. :-)

  2. Ja, die Differenzierung hätte ich eigentlich noch anführen müssen (habe ich in den Kommentaren zum Alice Internetanschluss mit aufgeführt).

    Das, liebe Hobby-Werber, ist übrigens Matthias. Matthias weiß wovon er redet, denn Matthias ist ein Marketing-Fuzzi. Übrigens einer der seltenen Gattung der netten Marketing-Fuzzis.

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