Wenn Kreationisten eine Doktorarbeit schreiben

Als gläubiger Mensch hat man es schon nicht einfach und gerät gerne mal in Erklärnot. Als Kreationist geht es schon wieder: Die Logik wird einfach endgültig über Bord geworfen und alles mit einem lautstarken „Ist so, weil Gott…“ quittiert. Was viele aber nicht wussten: Es gibt Kreationisten, die sich tatsächlich für Wissenschaftler halten und sich deswegen einen Doktortitel anheften möchten.

So macht es nämlich der amerikanische Kreationist Kent Hovind, der durch Spaßaktionen, wie der Dinosaur Adventure Land auf sich aufmerksam gemacht hat. Mit einer Arbeit auf Niveau eines Schulaufsatzes (was erwartet man auch anderes?) hat Hovind promoviert. Leider kann man nicht in den ganzen Aufsatz reinschauen, aber Scienceblogs hat einen kleinen Einblick parat. So fängt nämlich die Arbeit an:

Hello, my name is Kent Hovind. I am a creation/science evangelist. I live in Pensacola, Florida. I have been a high school science teacher since 1976. I’ve been very active in the creation/evolution controversy for quite some time.

Wunderbar. Fehlt nur noch sein schönstes Ferienerlebnis und es ist komplett. Wie die Doktorarbeit endet, weiß man übrigens auch:

I believe Jesus was right.

Ich frage mich was man heutzutage in die Oblaten knallt, dass so etwas tatsächlich durch kommt. Schaut man sich allerdings die „Universität“ an, wo man eine solche Doktorarbeit abgeben darf, wird die Frage promt beantwortet:

patriotuniversity

Das erinnert mich übrigens an den Religionsunterricht in der fünften oder sechsten Klasse. Damals teilte man uns noch zwischen Evangelisch und Katholisch auf. Ich musste zu den Katholiken. Dabei weiß doch jeder, dass die Katholiken nur bedingt spaßig sind. Als ich mich einmal nach dem Unterricht mit einem evangelischen Klassenkameraden unterhielt, was sie gerade durchnähmen, antwortete er damit, dass sie lernen wie die Welt entstanden ist.

Ich werde nie vergessen, wie Carsten mir mit großen Augen erzählte, dass die Erde vermutlich aus zwei gleich großen halbkugelförmigen Meteoriten entstand, die kollidierten und danach eine Kugel ergaben.

Dabei weiß doch jeder, dass Meteoriten erst Meteoriten sind, wenn sie in die Atmosphäre eindringen und vorher Asteroiden sind.
Was für ein Quatsch.

Ich wollte trotzdem konvertieren.

NACHTRAG

Der gute Jojo hat den Link zu der Doktorarbeit beigetragen.

9 Antworten auf „Wenn Kreationisten eine Doktorarbeit schreiben“

  1. Okay, eine Doktorarbeit mit dem Thema „Gotte Schöpfung versus Evolution“ zu schreiben ist ja an und für sich mal spannend. Als Biologe. Oder Historiker. Oder Astronom.

    Dass der Typ seine Arbeit auf sein Wunschergebnis hinschreibt, anstatt die Sache wissenschaftlich-objektiv anzugehen – damit sollte die Arbeit schon auf Seite 5 als „nicht bestanden“ gelten. Ich gebe zu, als gläuber Christ bin ich da auch befangen, aber ich schreibe ja auch keine Doktorarbeit, in der ich erforsche, ob Darwin oder die Bibel recht haben (Hint: Die Bibel).

    So weit – so bescheuert.

    AAAAAAber: Der Mann machte ja seinen Doktor in Philosophoie. Was so ziemlich die UNwissenschaftlichste Disziplin ist, in der man in Deutschland einen Doktortitel bekommt. Und damit ergibt das ganze ja wieder Sinn. Für’n Doktor phil. muss man ja einfach nur 100+ Seiten irgendwas schreiben.

    Ich frage mich, warum es im Gesetz keine Ausnahme gibt, die es jedem erlaubt, sich Dr. phil. zu nennen. Dann würde man sich die Papierverschwendung für Philosphiedoktorarbeiten sparen.

    Mein bester Freund hatte mal was mit einer Chinesin. Die hatte einen Masterabschluss in Tai Chi. Und selbst das finde ich beeindruckender als einen Dr. phil.

  2. Wissenschaftstheorie z.B. ist also der so ziemlich unwissenschaftlichsten Disziplin entsprungen, in der jeder schreiben kann, was er will ohne Logik und Argumenten?!

    Du verwechselst Philosophie mit Theologie…

  3. Arrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrgh! Wieso racker ich dann 10h/Tag für meinen Titel. Ich hätt wohl doch nicht „richtige“ Biologie studieren sollen.

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