Bis einer heult

Es gibt also FDPler, die der Meinung sind, dass ihre Partner-Partei noch schlimmer ist, als die Grünen und die SPD?

Seine Partei müsse dem Eindruck entgegentreten, sie sei deshalb gewählt worden, damit Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der FDP die Politik der Großen Koalition fortsetzen könne. „Deshalb müssen wir uns jetzt eine Reihe von Unionspositionen und Unionspersonen vorknöpfen.“

Ich glaube, jetzt ist der Moment gekommen, dem lieben Herrn Kubicki (warum die orangene Hautfarbe? Wäre Gelb nicht angebrachter?) etwas über die Politik zu erzählen. Heute ausnahmsweise kostenlos, jede weitere Beratung kostet zehn Mark.

Und so sieht es aus: Der Eindruck täuscht nicht! Viele Bundesbürger haben euch wirklich nur aus Protest gewählt! Oder weil sie so stumpf waren zu glauben, dass die versprochene Steuererleichterung viel viel Geld in die Taschen bringen würde. Keiner der Wähler glaubte ernsthaft daran, dass es ihnen weniger Geld in den Taschen bleiben würde. Gibt es ernsthaft irgendetwas, das auf andere Gründe hinweist? Bitte melden.

Und mit Verlaub Herr Kubicki, Sie machen nicht gerade den Eindruck, als würde ihnen das Wohl des Volks wirklich dolle am Herzen liegen. Mit der kommenden Aussage könnte man den Eindruck gewinnen, dass es egal ist, was am Ende dabei rauskommt, hauptsache, niemand behauptet später die Ideen der FDP wären allesamt doof und überhaupt könnten sie sich nicht durchsetzen:

„Es soll auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass wir Angst vor den Bürgern hätten und deshalb nicht mehr in der Lage seien, unsere Inhalte zu transportieren.“

Ihr habt keine Angst vor den Bürgern? Aber ihr solltet Angst vor den Bürgern haben! Genau darum geht es doch, in eurem Job: Ihr solltet Angst haben nicht mehr wiedergewählt zu werden, und deswegen müsst ihr genau das tun, was für das Volk am Besten ist und nicht was euren Interessen am nächsten kommt.

Also, fassen wir einmal kurz zusammen: Es gibt scheinbar eine Handvoll Politiker, die sich in erster Linie für die Interessen des Volkes interessieren. Und dann gibt es scheinbar eine Handvoll Politiker, die stark daran interessiert sind gut dazustehen und die Schuld an Miseren auf andere zu schieben, anstatt in die eigenen Reihen zu schauen.

Und dann gibt es den Rest, der den Laden irgendwie am Laufen hält. Denn sehen wir es mal so: Es könnte uns weitaus schlechter gehen. Vielleicht aber auch ein bisschen besser, wenn solche Schwätzer arbeiten würden, und nicht rumnölen.

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