Old School BMX-Polaroids
Na, das ist ja mal ein Schätzchen, das der hochgeschätzte Doktor Katze dort ausgegraben hat!

Was viele nicht wissen, ist, dass ich auch mal zu den Old School BMXlern gehörte.
(Rückblendoptik hier einfügen)
Ich lernte sehr spät das Fahrradfahren. Erst mit ungefähr 7 Jahren fuhr ich so sicher auf meinem BMX, dass niemand mich mehr anschubsen und sorgenvoll hinterherschauen musste. Angespornt von der 80er Jahre Serie Street Hawk merkte ich schnell, dass Geschwindigkeit Kontrolle ersetzte. Ich war schnell. Sehr schnell! Und als ich eines Tages die BMX Bahn in Minden entdeckte, wusste ich, dass mir eine große Karriere auf Kies bevorstehen würde.
Die Karriere hielt die Sommerferien an. Ich verlor danach schnell das Interesse am BMX-Fahren, weil es doch nur was für Kinder war. Zusammen mit meinen Playmobilfiguren mottete ich mein gelb-rotes BMX-Geschoss im Keller ein. Bis ich eines Tages an der Bahn vorbeifuhr, als ich auf dem Weg zu einem Jugendhaus war, welches sich dahinter befand. Ich stand oben auf dem Berg, auf dem die Rennen schwung nahmen und blickte über die rote Bahn. Ein Wind zog auf und wehte mir durch das dicke Haar, genau wie Jahre zuvor, als ich mit Überschallgeschwindigkeit über die Bahn fegte. Nur einen Tag später reaktivierte ich mein BMX und fuhr zur Bahn, um die Karriere wieder aufzunehmen.
Dazu muss ich kurz etwas zu meinem BMX sagen: Das Fahrrad war nicht für Rennen ausgelegt, sondern eher für den Straßenkünstler. Man konnte nämlich nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts damit fahren. Um diese Funktion auszustellen, klemmte mein Vater irgendeinen Schnubbsi mit einer Rindsrouladenschelle ab. Statt rückwärts zu fahren, hatte ich nun eine coole Rücktrittbremsenfunktion, mit der ich bei voller Geschwiindigkeit street-hawkartig bremsen konnte, in dem ich mit dem Hinterrad einen weiten Bogen zog.
Bei meinem Comeback kam es zu einem schlimmen Zwischenfall: Nach dem ersten Sprung über einen der Hügel, löste sich die inzwischen verrostete Schelle in jüst dem Moment, in dem ich aufkam. Ich überschlug mich brutal und der Schotter riss unzählige Wunden auf. Nur mit Mühe schaffte ich es nachhause, wo ich mich in der Badewanne von dem Schotter befreite.
Mein BMX erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Der Sattel war abgerissen und ein Metallstumpf schaute aus dem Rahmen heraus. Das hielt mich allerdings nicht davon ab wenige Wochen später wieder auf das Rad zu steigen und mich mit der Street-Disziplin auseinanderzusetzen. Mit 14 Jahren ist man nicht nur dumm, furchtlos und nicht totzukriegen, sondern auch unfassbar faul und ungeduldig. Ich schaffte es nicht auf Anhieb den Metallstumpf aus dem Rahmen zu ziehen, und so ließ ich ihn stecken. Wozu brauchte ich auch einen Sattel – ich wollte hüpfen, springen, Tricks machen und mich nicht ausruhen!
Mein letzter Trick für die nächsten zehn Jahre bestand aus einem Sprung von einer Tischtennisplatte. Als ich aufkam, rutschte mein linkes Bein ab und ich rammte mir den scharfen Metallstumpf genau in… das Bein. Noch heute blicke stolz auf die Narbe. Sie zeigt mir was für ein furchtloser Draufgänger ich mal war. Heute halte ich es gerade mal für wild, keine Angst mehr vor einer Steuererklärung zu haben.
Damals aber…damals war ich ein furchtloser Old School BMX Fahrer der genau wusste, dass Geschwindigkeit Kontrolle ersetzt.









Hach.. Minden.. meine alte Heimat ;)