Männerurlaub

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Früher sind wir auf Festivals gefahren, haben uns bis in die Morgenstunden betrunken und die Wunden des Crowdsurfing geleckt. Wir waren tagelang durchweg besoffen, gerne auch bekifft, haben hart gerockt und Frauen auf ganz unterstem Niveau angegraben. In den meisten Fällen waren wir damit erfolgreich.

Vor ein paar Jahren sagte einer von uns, wohlgemerkt aus Spaß, dass Festivals super wären. Nur die Musik würde stören. Alle lachten und der Gag wurde bei jedem weiteren Festival wieder mit dem Stückchen Rasen rumgereicht, das einer 2002 auf dem Hurricane in ein kleines Plastiktütchen einpackte, nachdem es sich jeder einmal in den Mund gesteckt hatte.

Von Jahr zu Jahr hatte man „keine Zeit“ oder „kein Geld“ um aufs Festival zu fahren. Außerdem müsste man ja auch arbeiten und überhaupt und sowieso. Die Freundin wurde zur Ehefrau und man erwischte sich dabei, wie man abends um 23:00 verstohlen auf die Uhr schaute und sich aufs Bett freute.

Es war „The Dennis“, der das Häuschen in Dänemark entdeckte. Weit und breit keine Liveband, dafür aber ein Volleyballfeld und ein Jacuzzi. Wenn wir nächste Woche die Sachen packen, werden Dosen-Ravioli und Bier für ein paar Tage wieder eine übergeordnete Rolle in unserem Leben spielen, während die Ehefrau zuhause bleibt. Nur diesesmal werden wir duschen. Und für eine längere Sitzung auf eine saubere Toilette gehen. Und vielleicht essen wir auch mal Obst.

Ich mag das, dieses „Älter werden“ von dem alle reden..

10 Antworten auf „Männerurlaub“

  1. Dosen-Ravioli: die einzige der der Wissenschaft bekannte Substanz die sich nicht einmal mit grösseren Mengen Chilipulver geniessbar machen lässt.

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