Diebische Versicherungen

Als ich gestern das erste Mal das Video sah, dachte ich noch: „Hey, das ist doch eine nette Hommage an einen der besten Filme der letzten Jahre.“ Und dann schaute ich es nochmal heute morgen an und dachte an ein Gespräch mit meinem Freund Toni, in dem es um Kunden ging, die von uns verlangten andere Designs zu beklauen, bis hin zur völligen Übernahme.

Jetzt frage ich mich: Ist es beabsichtigt, dass man sich hier so großzügig bedient hat? Und wie steht es hier eigentlich mit Copyright? Undund: Hat die Agentur Scheiße gebaut, oder war es beabsichtigt, im vollen Vertrauen, dass die Netzgemeinde es verbreiten und dadurch weiter Werbung machen würde (Auch bekannt unter: „Auch schlechte Werbung ist Werbung“-Ranz). Oooder war der Ansprechpartner der Versicherung derjenige mit einem guten Filmgeschmack und einer beschissenen Idee?


John Cusak bei Youtube

Fragen über Fragen, die mir die Versicherung gleich mit beantworten könnte.

via

NACHTRAG
So, nachdem ich mir das noch ein bisschen durch den Kopf habe gehen lassen, bin ich geneigt dem Matthias recht zu geben und die Werbung als eine Art Hommage zu verstehen, wenn auch keine wirklich gute, weil die Herleitung vielleicht nicht deutlich genug ist. Sie spricht zwar die richtige Zielgruppe an und als Addon können manche deutliche Parallelen zu einem Film ihrer Generation erkennen, aber es reicht nicht ganz.

Das Aufgebrachtsein ist offenbar ein reines Netzphänomen. Jedem normalen Menschen, dem ich das Video zeige, entlocke ich damit nicht mehr als ein Achselzucken. Sind die Netzjünger vielleicht einfach nur auf Streit gebürstet? Ist es schon soweit, dass wir nur rumstänkern? Mist.

NACHTRAG 2
Robert Stolle hat nun Stellung dazu genommen:

„Ich muss sagen, ich war selbst überrascht, als ich das gesehen habe. Das sieht wirklich sehr ähnlich aus“

Also keine absichtliche, versteckte Hommage, sondern doch ein Plagiat? Oder irgendetwas dazwischen?
Schade!

9 Antworten auf „Diebische Versicherungen“

  1. wenn ich das mal kurz erläutern dürfte (lufthol): zufälligerweise bin ich die exakte zielgruppevon high fidelity, anfang 30, berufstätig, zukunftsplanend, leicht verwirrt und ein musiknazi, wie jeder andere auch. das deckt sich interessanterweise exakt mit der zielgruppe der versicherung (du hast da auch mal reingehört, dich mit studienbeginn aber entzogen. erinnern, daniel-san). als ich die werbung zum ersten mal sah, war ich tatsäclich sympathisch angesprochen, da war so ein ungewisses wohliges gefühl der vertrautheit. jetzt weiss ich warum. ich bin entsetzt über das plagiat, verneige mich aber vor der taktischen genialität der werbefuzzis.

  2. Find ich gut.

    Als ich damals™ die wichtigsten Paragraphen aus dem UWG lernen musste, ist bei mir hängengeblieben, dass Werbeideen nicht schützbar sind. Also kein Copyright in DE. Vermutlich, weil jede Idee schon umgsetzt wurde (z.B. Rabatte geben), und um eine Abmahn- und Prozesslawine zu verhindern. In dem Zusammenhang kann man dann auch über die kreative Schöpfungshöhe (oder so) sprechen, wenn schon ganze Websitedesigns nicht copyrightfähig sind.

    Zweitens ist das bestimmt absichtlich; vermutlich hat man sogar gewollt, dass das Publikum das rausfindet.

    Sowas gibt es häufiger, als man denkt. Als der Ford Couga rauskam, haben die eine Verfolgungsjagd aus einem berühmten Film mit einem berühmten Schauspielker nachinszeniert. Oder die VW-Werbung mit Singing in the Rain als Remix etc. pp.

  3. Holzhammer-Insider, verpackt in einer Hülle, die auch ohne ihren Inhalt funktioniert (siehe Vorredner), gelten doch unter Werbefuzzies (Journalisten, Filmleuten und Netz-Nerds) weithin als Königsdisziplin.

    Die Gefahr dabei ist die Grenze zur Lächerlichkeit: Ralf Bauer-Verschnitt mit Rob-Gorden-Attitüde passt einfach nicht zum Produkt – Versicherungen sind nicht cool. Auch nicht auf der Oberbaumbrücke.

    Aber frag doch einfach mal nach! (asberlin.com)

  4. „Versicherungen sind nicht cool. “ – Das ist das Problem. Und den Lösungsansatz finde ich von daher relativ gut. Auch wenn man diese Insider grundsätzlich als unkreativ betrachten kann. Ob der Zweck die Mittel heiligt, ist ja in jeder Lebenslage diskussionsfähig.

    Die Frage ist letztlich, ob Ergo mit dieser Werbung mehr Erfolg hat als unter dem Namen „Hamburg Mannheimer“ und dem „Herr Kaiser“.

  5. This video is no longer available due to a copyright claim by EMI Music Publishing Germany GmbH.

    And I wanted to see what was being stolen!
    Is it your fault?
    Must be mine for not reading your blog yesterday!

    R.

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