The Trevor Project

René hat es auf den Punkt gebracht:

Wunderschönes Video aus San Francisco vom Trevor Project für alle Kids, die in der Schule gemobbt werden. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Das Video hat Recht. It gets better. Dazu muss man nichtmal schwul sein, man kann auch als Hete gemobbt werden.


Trevor Project bei Youtube

Auch ich kann aus eigener Erfahrung von Mobbing in der Schule berichten. Bei mir reichte es anfangs zur Hälfte Engländer, zur Hälfte Deutscher zu sein. Auf der englischen Schule wurde ich als Nazi und Boxhead beschimpft, auf der deutschen Schule als Inselaffe und Kanisterkopp (sic!). Als mein englischer Akzent nicht mehr zu hören war, musste meine Größe herhalten: Ich war der Kleinste in der Klasse. Dann wuchs ich innerhalb eines Jahres um 20 Zentimeter und war einer der Größten. Auch das reichte nicht aus, um Ruhe zu haben, wenn man in einer Kleinstadt aufwächst, in der man als Teenager cool ist, wenn man sein Mofa auf 60 Km/h frisiert, auf Kirmes Leute aus dem Autoscooter prügelt und Bandenkriege mit Ausländern führt.

Damals hat man mir gesagt, dass alles besser wird, wenn ich älter werde. Aber wenn man 13 Jahre alt ist, fühlt sich eine Woche wie eine Ewigkeit an und ein Jahr nimmt überhaupt kein Ende. Wann soll dieses später denn sein? Und überhaupt: Welcher Erwachsene hatte schon Ahnung von den Problemen, die man damals heutzutage hatte. Heute ist auch heutzutage und die Welt hat sich weitergedreht. Geändert hat sich aber nichts. Kinder und Teenager sind immer noch dieselben unsicheren Idioten, wie vor 20 Jahren, die oftmals einen Scheiß auf das Gefühlsleben anderer geben und über Leichen gehen, um ihre eigene Unsicherheit zu verbergen.

Aber wer will es ihnen verübeln? Waren wir anders?
Was war ich froh, als ein Schüler aus der Klasse unter mir geoutet wurde. So wurden die Prügel von mir auf ihn gelenkt und ich konnte wieder unter dem Radar verschwinden. Ich werde nie vergessen wie froh ich war keine Angst mehr zu haben. Von dem ganzen Scheiß, den ich als Teenager gemacht habe, ist dieses Gefühl der Erleichterung das, wofür ich mich am Meisten schäme.

Es bleibt letztendlich wirklich nur zu sagen: It gets better. Echt jetzt.

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