Die Post & ich – Im Fadenkreuz der Postboten

Heute Morgen hatte ich einen abgeschnittenen Pferdekopf im Briefkasten. Es war ein sehr kleiner Pferdekopf, aber ich war beeindruckt wie der Postbote den Kopf in den Briefkasten bekam, ohne ihn zu knicken. Es könnte allerdings auch sein, dass der Bote versuchte mir als Wiedergutmachung ein ganzes Pferd in den Briefkasten zu stecken und der Rest ist einfach abgebrochen. Das fände ich wiederum einen sehr netten Ansatz, nachdem er/sie meine Post zerstört hat. Ich will hier allerdings nichts unterstellen, denn ich stehe unter Beobachtung.

Wir hatten mal einen richtig netten Postboten. Das hat mir die Kleine erzählt, die ihn mal kennengelernt hat. Er ist bis in den vierten Stock gelaufen und hat sie darauf hingewiesen, dass unser Namensschild am Briefkasten verschwunden ist. Wenn ein Brief zu groß war, stellte er den Brief entweder auf die Postkästen, oder (nachdem Diebe sich Zutritt zum Haus verschafft und unsere Post geklaut haben) hinterließ eine Notiz, wo man sich den Umschlag abholen könne. Als es mal im Untergeschoss brannte, rannte er hinein und rettete zwei Einhörner und ein kleines Katzenbaby. Er war ein toller Postbote und er fehlt uns sehr.

postIrgendwann wurde er wohl ersetzt, denn unsere Post landet nun gelegentlich beim Nachbarn und seine Post bei uns. Das kann aber auch mal passieren, ist ja nicht schlimm und außerdem haben wir alle sehr gelacht, als unser Nachbar meine Kontoauszüge öffnete und ich stattdessen die Nacktfotos seiner Großmutter in den Händen hielt. Allerdings, wenn größere Briefe uns erreichen, werden sie teilweise unter größerer Kraftanstrengung in den Briefkasten gedrückt. Ich freue mich natürlich, dass unser Postbote sich körperlich fit hält, aber ich finde es eher so mittel, dass er seinen Bizeps an größeren Umschlägen trainiert.

Und so entschied ich mich bei der Post nachzufragen. Denn wenn die Post für eine Sache bekannt ist, dann ist es der gute Service und Auskunftbereitschaft. Aber nicht nur auf die Post, auch auf die Menschen bei Facebook ist Verlass! Die sind meistens sehr schlau und wissen was zu tun ist. Und man kann sagen, dass ein gewisser Trend in den Kommentaren zu erkennen ist:

briefkasten-con

Einen größeren Briefkasten anbringen! Natürlich! Wieso bin ich nicht darauf gekommen? Ich wusste, dass auf Deutschlands intellektuelle Elite Verlass ist.

Andererseits:
briefkasten-pro

Da hat die Isabella natürlich recht. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus und das letzte Mal, als jemand eigenmächtig etwas im Hausflur veränderte, wurde diese Person aus dem obersten Stock in den Innenhof geworfen und landete nur deswegen nicht auf die im Hof spielenden Kinder, weil die Gedärme vorher an dem Blitzableiter geknotet wurden.

Neben dem teilweise sehr rüpelhaften Ton, ist mir noch etwas in den Kommentaren aufgefallen: Ein paar Menschen verstehen eine Diskriminierung von älteren Herrschaften, weil ich geistig zurückgebliebene Silberrückengorillas hinter der unflätigen Behandlung meiner Post vermutete:

silberruecken
Ich bin über dieses Gedankenspiel erstaunter, als über jede persönliche Beleidigung, die ich zuvor überflogen habe. Ist „Silberrückengorilla“ tatsächlich ein Code für ältere Menschen? Wie kommt man denn bitte auf so etwas?! Was wäre, wenn mein Verdacht auf Braunbären mit ADS, Drachen mit Körperlegasthenie oder cholerische Kobolde gefallen wäre? Kinder, so ein Vergleich ist ja schon fast rassistisch (was es natürlich nicht ist, weil ältere Menschen keine eigene Rasse sind. Aber wenn ältere Menschen eine eigene Rasse wären, wäre das übrigens verdammt cool, weil man dann ziemlich interessanten Menschenzüchtungen machen könnte. Diese Gedankengänge sprengen allerdings gerade den Rahmen.)! Ihr habt ja eine Fantasie…

Heute war ein ungeknüllter Brief in unserem Briefkasten. Der Inhalt: 10 Briefmarken und ein Entschuldigungsbrief. Man werde den Mitarbeiter auf eine korrekte Arbeitsweise hinweisen. Ich freue mich sehr darüber, aber ich hätte mich über eine Sache mehr gefreut, als über die 10 Briefmarken: Wir wollen unseren alten Briefträger zurück. Oder einen anderen, ähnlich freundlichen. Wir wissen, dass es super viele von ihnen gibt, auch wenn die Kleine jetzt, dank der vielen agressiven Kommentare auf Facebook, Angst vor Postboten hat. Aber wie unser vermutlich geistig zurückgebliebener junger Silberrückengorilla, bilden auch diese Naseweiße eine Ausnahme.

So, wollen wir uns jetzt alle wieder lieb haben?

P.S.
Bildschirmfoto 2013-04-22 um 14.55.56

4 Antworten auf „Die Post & ich – Im Fadenkreuz der Postboten“

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