#campscotland – Brügge gesehen und nicht gestorben (Tag 3)

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Belgien ist komisch. Es ist ein bisschen wie diese eine Cousine, die jeder hat und die auf Familienfeiern immer etwas seltsam angezogen ist und lautstark komische Dinge erzählt, die zwischen uninteressant und fremdschämig schwanken. Aber ab und zu trifft man sie auf der Straße und sie ist hübsch zurecht gemacht und so richtig sympathisch. Passiert aber eher selten. So ist Belgien.

Als ich vor knapp zwei Jahren mit dem Fahrrad durch den Osten Belgiens fuhr, war mir diese durchgehende Industriegebietsatmosphäre irgendwann so zuwider, dass ich beschloss einen riesen Umweg zu machen und den größten Teil an irgendeinem Kanal zu fahren. Einfach nur um diese Hässlichkeit nicht mehr  ertragen zu müssen. Später sagte man mir, dass Belgien eigentlich ziemlich hübsch sei. Besonders Brügge. Deswegen mussten wir auf dem Weg nach Schottland zwingend Belgiens Credibility testen und Brügge einen Besuch abstatten.

Jetzt sind wir ernüchtert: Fährt man auf den schlimmsten, holperigsten Straßen Europas in die Stadt rein, kommt man aus dem Quitschen nicht raus. Es ist so entzückend, dass man Zahnschmerzen bekommt und am liebsten mitten auf der Straße anhalten und zufällige Passanten überschwänglich zu ihrer hübschen, kleinen, pittoresken Stadt gratulieren will.

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Das Problem: Je weiter man in das Zentrum kommt, desto weniger Menschen sieht man und umso mehr Touristen stellen sich in den Weg. Die Stadt hat man in ca 4 Stunden oberflächlich erkundet und wenn man sich durch die schmalen Gassen zwängt, bleibt es tatsächlich sehr hübsch. Leider kommt man am Ende jeder Gasse zurück auf einer größere Straße, in der sich garantiert das nächste H&M, Street One, Zara oder sonstige Kette in ein früher sicher hübsches Haus eingenistet haben. Spätestens dann wird die Aussicht auf andere hübsche Aussichten von einem vorbeischleichenden Auto gestört.

Es ist traurig, dass diese kleine, eigentlich sehr hübsche Stadt so sehr mit Autos und Touristen verstopft ist, deswegen brachen wir mehrere Stunden früher zu der Fähre nach Dünkirchen auf, als ursprünglich geplant.

Fazit: Brügge ist so hübsch wie unzählige andere alte, kleiner Städtchen und fällt vermutlich deswegen so positiv auf, weil Belgiens Straßen so scheiße sind.
Und: In Dünkirchen gibt es keine Touristen. Vollkommen zu Recht.

Hier ein Bild von England:

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