MucVen – Mit dem Fahrrad über die Alpen (Teil 1: Die Route)

MucVen Route

Oder:

Warum mache ich so einen Scheiß eigentlich?!

Manchmal habe ich Ideen, da weiß ich schon vorher, dass sie ganz sicher schlecht sind. Ich tue trotzdem alles nötige, um die Idee Wirklichkeit werden zu lassen, weil mein 12-jähriges Ich die Kontrolle übernimmt. Da war zum Beispiel das eine Mal, als ich dachte, dass es die beste Idee der Welt wäre, am ersten Tag meiner Tour nach Paris, mein Handy (und damit mein Navigationssystem) während der Fahrt notdürftig am Fahrradlenker anzubinden, um es besser aufladen und im Blick behalten zu können:

Handy

Oder das andere Mal, als ich dachte, dass es doch eine schlaue Idee wäre meine Beine zu tapen und das Tape jeden Abend abzunehmen, um Luft an die Haut zu lassen. Die Haut war dann weg:
Beine

Nicht zu vergessen: Als ich mir kurz vor dem Schlafengehen eine Vier-Käse-Pizza bestellte und es für eine gute Idee hielt noch eine Handvoll Parmesankäse darüber zu streuen.
Dieses Bild erspare ich euch.

So ähnlich könnte es mir mit meiner aktuellen Idee gehen:
Mit dem Fahrrad die Alpen überqueren.

Ich habe Zeit meines Lebens das Fahrradfahren gehasst. Es war langweilig, es war anstrengend, das Fahrrad ging ständig kaputt und mir tat der Arsch weh. Deswegen überrascht es mich bis heute, dass ich dieses eine Mal eine total bescheuerte Idee hatte und sie zu meiner größten Leidenschaft geworden ist:
Zur Strafe, dass mein Körper 2011 Krebs bekam, beschloss ich ihn auf ein Fahrrad zu setzen und zuerst nach Hamburg und dann nach Dänemark zu fahren. Es stellte sich heraus, dass es einer der besten Ideen meines Lebens war. Aus der Strafe wurde nämlich etwas, das mich bis heute in allen Lebenslagen prägt.

Etwas ähnliches erhoffe ich mir von meiner Reise von München nach Venedig. Die paar „Berge“ während meiner Tour von Berlin nach Paris, vor zweieinhalb Jahren, haben mich fertig gemacht. Ich habe sie und mich (für die dumme Idee) gleichermaßen gehasst. Und doch ist irgendwann die Idee entstanden, dass ich mich über die Alpen quälen könnte. Wenn es mit dem Fahrradfahren geklappt hat, warum sollte ich nicht anschließend eine tiefe Liebe gegenüber das Radeln in den Bergen entwickeln?

Spitzenidee.

Anfang Juni beginne ich also am Marienplatz in München, schaue mal kurz in Verona nach dem rechten und werde dann auf dem Markusplatz in Venedig einen Kaffee trinken gehen. Was soll da schon schief gehen?

Etappe 1
Der momentane Plan besteht darin das Fahrrad, mein Gepäck und mich Anfang Juni nach München fliegen zu lassen. Je nachdem wann ich an dem Tag ankomme, bleibe ich entweder eine Nacht, oder fahre gleich los. „Offizieller“ Start wäre der Marienplatz. Am Ende des ersten Tages meiner Fahrt, möchte ich in der Nähe des Tegernsees darüber nachdenken, ob das alles wirklich eine gute Idee ist.

Etappe 2
Spätestens jetzt werde ich feststellen: Es ist eine beschissene Idee. Nichts desto trotz werde ich im besten Fall in Innsbruck ankommen. Kurz zuvor werde ich eine zeitlang mächtig bergab gefahren sein, was mich wahrscheinlich ein wenig optimistisch stimmen wird. Hier baue ich sehr auf meine ausgeprägteste Eigenschaft: Die Macht der Verdrängung. Ich werde den Anstieg bis hierhin vermutlich vergessen haben und genauso die kommende Etappe, die zum schlimmsten der Reise gehören wird.

Etappe 3
Von Innsbruck geht es gemütlich los, bis es kurz dahinter knapp 800 Meter in die Höhe geht. Und das auf ca 25 Kilometer verteilt. Das wird der Tag sein, an dem mein semi-trainierter Körper sagen wird: „Nein. Das war’s. Du bist ein Idiot und ich hasse dich. Ab jetzt übernehme ich.“
Dann werde ich mich in neben der Straße einbuddeln und in Embryonalhaltung ein paar Wochen ausharren, bis ich wieder zu mir komme.

Etappe 4
Wenn ich aus dem Koma erwache, werde ich (hoffentlich) in der Nähe von Sterzing sein und von nun an die meiste Zeit bergab fahren. Wahrscheinlich werde ich die Gelegenheit nutzen die Gegend zu erkunden und mich danach weiter auf den Weg Richtung Bozen machen.

Etappe 5
Von Bozen aus nehme ich Anlauf und versuche bis Rovereto zu kommen, bevor es zum Gardasee geht und ich mich damit langsam aus der Berglandschaft verabschiede.

Etappe 6 (UPDATE)
Auf diesen Teil freue ich mich ganz besonders. Ich werde mir viel Zeit am Gardasee nehmen und die berühmte Küche genießen, die ich ständig empfohlen bekomme, wenn ich von meiner Reise erzähle. Ich werde vermutlich so viel essen, dass es mich ein paar Tage außer Gefecht setzen wird. Aber lasst uns nicht über schlechte Ideen reden. Gebt mir lieber noch mehr Tipps, wo ich auf der westlichen und südlichen Seite gut essen kann.
UPDATE: Der Tino hat netterweise in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass ich den Gardasee besser nicht auf der Westseite umfahre, da es dort wegen Tunneln gefährlicher ist. Heißen Dank für den Tipp! Ich schaue mir den See jetzt mal von der Ostseite an.

Etappe 7
Vom Gardasee aus starte ich nun endlich nach Osten, Richtung Verona.

Etappe 8
Bevor ich nun endlich in Venedig ankomme, werde ich Zeit schinden. Die knapp 120 Kilometer von Verona nach Venedig werde ich mindestens durch zwei teilen und irgendwo dazwischen verbringen.

Ziel
Markusplatz, Venedig.

Bis Anfang Juni ist nicht mehr viel Zeit und ich habe noch ein paar Dinge zu erledigen, die ich in den nächsten Wochen über verschiedene Blogbeiträge verteilen werde:

Darauf eine Fünf-Käse-Pizza.

5 Gedanken zu „MucVen – Mit dem Fahrrad über die Alpen (Teil 1: Die Route)“

  1. Hi.
    Der Plan ist super! :)
    Geht nichts über die Alpen.Vor allem das Gefühl, wenn du nach den Strapazen kurz vorm Gardasee im Mediterranen Raum ankommst. Apfelplantagen ohne Ende und auf einmal Palmen am Straßenrand.
    Ich hab bisher eine Transalp mit dem MTB gemacht. Wird aber sicher nicht ber der einen bleiben.

    ABER: überleg Dir das nochmal mit der Westseite des Gardasees. Die Tunnel solltest Du nur mit ner guten Portion Todessehnsucht befahren.
    Ich bin echt kein ängstlicher Mensch- aber bei den unbeleuchteten, engen Tunneln musste ich teilweise einfach meinen Kopf ausschalten. Und würde es nicht nochmal machen.
    Und selbst die beleuchteten Tunnelabschnitte sind ja nun auch nicht das schönste, was es als biker gibt ;)

    Die Ostseite ist genauso gut zu befahren und wesentlich ungefährlicher..

    hier auch ein paar Erfahrungen:
    http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?75912-Gardasee&s=236b33e80a7272a786e2661264219306

    1. Hey Tino,

      heißen Dank für den guten Tipp! Ich werde das definitiv berücksichtigen.
      Und danke auch für den Link. Genau was ich brauche!

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