John Peel

Jeder scheint um John Peel, dem offensichtlich coolsten Radiomann (nichts für ungut, Dennis! Du kommst selbstverständlich gleich danach!) in space on earth zu trauern. Nur ich habe keinen Eintrag gemacht. Warum nicht? Naja, nicht weil ich ignorant sein wollte, oder weil mir nichts an guter Musik liegt, sondern vielmehr, weil ich der Meinung bin, dass das ganze „Trauern“ nichts daran ändert, dass die musikalische Landschaft hierzulande immernoch so aussieht, als würde man nur „die besten Hits von heute“ vorserviert bekommen. John Peel hat mit Sicherheit Bands zu Erfolg verholfen, die weiterhin andere Bands beeinflusst haben, die wiederrum heute ganz große Musik machen.

Also, anstatt hier einen „Schade, dass du so früh gehen musstest“ Scheiß zu hinterlassen, möchte ich einfach nur die Frage stellen: Wenn jeder diesen Typen so sehr gemocht hat, warum gibt es nicht mehr solcher DJs im deutschen Rundfunk? Warum geben wir uns mit dem Scheiß zufrieden, der uns jeden Tag über den ƒther geschickt wird?

Dennis. Ich fordere nun von dir der Nachfolger von John Peel zu werden, damit ich eines Tages an deinem Grab stehen und sagen kann: „Diesen Mann habe ich gekannt! Diesen Mann habe ich geliebt! Dieser Mann war zwar der größte Moderator seit John Peel, aber er war auch das größte Arschloch aller Zeiten!“
Ich verspreche dir, der Rest meiner Grabrede wird in die Geschichte eingehen! Also mach mich stolz und erfülle die Wünsche derjenigen, die um John Peel trauern: Gib ihnen ordentliches Radio!

Popkomm schon

Der Herr Dahlmann war auf der Popkomm. Ich erinnere mich daran, als Dennis mich vor etlichen Jahren mit einem Presseausweis beglückte und wir uns als die Band Echt ausgaben!
„Hi. Ich bin der Drummer von Echt…“
„Nee… Echt jetzt? Glaub ich nicht… Du bist doch viel fetter!“
„Gib mir mein Autogramm zurück, Miststück!“

Später, in der Halle…
„Hey, Dennis, das ist doch Blümchen!“
„Geile Sau! Lass uns hin!

Ey, Blümchen – Sing mal Bumm Bumm Bumm! Komm schon… Nur einmal!“
„Alter, was willst du denn?“ (Sagt Blümchens Freundin. Blümchen selber redet nicht mit dem Pöbel.)
„Bumm Bumm Bumm?“

Der Don hatte wohl nicht so viel Spaß.

Hurricane 2004 – Die Bands

Ich hatte mir sorgfältig einen Plan gemacht, wann ich welche Bands wo sehen will. Schön akribisch mit der guten Gänsefeder auf hochwertiges 12$ Papier geschrieben, mit dem Blut von vorpubertierenden Jeanette Biedermann Fans.
Leider ist mir der Wisch mit meinem Portmonaie verloren gegangen und die durchschnittliche Lebensdauer eines Festivalplaners, war nicht länger als 8 Minuten anzusiedeln. So habe ich David Bowie leider nur aus der Entfernung gesehen, PJ Harvey habe ich nur gehört, nicht einmal gesehen und Black Rebel Motorcycle Club hatte ich ganz verpasst!
Wenigstens habe ich mir am Freitag Mogwai, Placebo, Pixies und Air nicht entgehen lassen! Das hätte ich mir nie verzeihen können…

Pixies
Hier stand Musikgeschichte vor mir! Frank Black fragte uns wo sein Verstand ist, erzählte von Knochenmaschinen und behauptete, dass meine Mama eine Bitch ist.
Ein sehr netter Typ und eindeutig eine der Höhepunkte des Hurricanes! Ich muss gestehen, dass ich nur eine Handvoll Lieder der Pixies kannte. Eindeutig die weniger guten Lieder! Das Konzert hat mich zum Pixies Fan gemacht und ich denke, dass ich in nächster Zeit endlich wieder Geld für CDs ausgeben werde!

Placebo
Ich habe die Band inzwischen zum dritten mal gesehen und bin jedesmal davon fasziniert was für ein Publikum angezogen wird! Rechts von mir der Kuttenmetaller, links von mir der Abiturent, direkt vor mir die Hausfrau und über mir wurde gerade ein Steuerfachangestellter geworfen!
Neben der Vielfalt im Publikum wurde es auch auf der Bühne nicht langweilig, auch wenn die „Show“ jedesmal die gleiche ist. Die Musik war einfach gewohnt…äh…Placebo!

Mogwai
Mein zweites Highlight auf dem Festival! Mit Mogwai hat man eine Band auf die Bühne gebracht, die sämtliche Erwartungen des Publikums übertroffen hat! Live ist die Musik besser zu genießen, da sie einfach sehr viel Platz braucht. Ich verdaue das Konzert jetzt noch!

David Bowie
Wie ich schon erwähnt habe, konnte ich David Bowie leider nur aus der Entferung bewundern. Seine Präsenz auf der Bühne war nicht mit den anderen zu vergleichen… Hier stand eindeutig ein Profi auf der Bühne! Hat mir gut gefallen, was ich sehen und hören durfte!

Tomte
Musik die ein wenig runter zieht und doch irgendwie den Kopf klar macht. Was auf einem Festival tatsächlich sehr schwer ist, wenn man ein wenig getrunken, geraucht und kein bisschen geschlafen hat! Eine sehr sympathische Truppe. Ich konnte es mir dann doch nicht bis zum Ende anschauen, weil ich wahrscheinlich sonst in Tränen ausgebrochen wäre!!

I am Kloot
Das dritte Highlight für mich! Als ich mir das Programm vor ein paar ansah und soviele unbekannte Namen las, hatte ich irgendwie mir eine oder zwei Bands herausgepickt und mir CDs besorgt. I am Kloot hatte es mir gleich angetan und neben Mogwai, Placebo und Billy Talent, war das einer der Bands, auf die ich mich am Meisten freute!
John Bramwell (Gesang/Gitarre) brachte mit eindeutigen Zeichen zum Ausdruck, dass die Donots ihn mal am Arsch lecken könnte(was ihn doch recht sympatisch machte), was zur großen Belustigung im Publikum führte. Der Grund war, dass die Veranstalter vielleicht nicht so ganz nachgedacht hatten, als sie diese tendenziell ruhige Band mit den Krachmachern aus Ibbenbüren gleichzeitig auftreten ließen!
Höhepunkt der Show waren zwei Backgroundtänzerinnen, die zum letzten Lied auf die Bühne hüpften! Eher Semi-Professionelle Tanzeinlagen brachten die Zuschauer dazu aus der Lethargie zu erwachen und doch noch ein wenig zu rocken!

Billy Talent
Highlight #4! Diese Band schreibt Punk Rock Geschichte! Der Sänger Benjamin Kowalewicz war einfach nicht totzukriegen! Die Musik war unbeschreiblich hart, gemein und brutal! Wenn selbst hartgesottene Punks mich nach Ohrenstöpsel fragen, kann man sicher sein, dass die Musik nichts für Weichgespülte ist! Kam auf der CD garnicht so hart rüber!
Hat sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich die Jungs irgendwann wieder Live zu sehen! Das steht schonmal fest!

Franz Ferdinand
Sorry, aber…langweilig! Die Musik zog sich einfach durch knapp 45 Minuten und war aufeinmal wieder weg. Nicht wirklich schade drum!

PJ Harvey
Eine tolle Frau! Ich konnte sie zwar nicht wirklich gut sehen, aber ich bin mir sicher, dass sie meinen Heiratsantrag gehört hat! Man berichtete von entgleisten Gesichtszügen und fluchtartiges Verhalten, nach dem letzten Song!

The Cure
Einer unserer Zeltnachbarn kam aus Neuseeland. Ich glaube ihm nicht, dass er nach Deutschland gekommen ist, um The Cure zu sehen… Wer wäre denn so bescheuert?!?
Andererseits verabschiedete er sich am Abend, mit den Worten: „Bye bye! Gotta leave now. Next stop: Southside!“ Irgendwie war der Typ beinahe unheimlich! Er sah aus wie Robert Smith, er klang wie Robert Smith…vielleicht…
Das Konzert war aufjedenfall mein nächstes Highlight! Ich kann wirklich nicht beschreiben, wie das Konzert vonstatten gegangen ist…ich höre die Musik noch, ich sehe die Band auf der Bühne, aber ich kann mich an nichts weiter erinnern. nur, dass ich 1 1/2 Stunden auf dem Boden saß und starr vor mich hinschaute.

Ash
Auch hier nur in aller kürze: laaaaaaaaangweilig!!!
Scheiße, das war so verdammt schrecklich, dass ich nicht schnell genug zu Anto Flag kommen konnte, als man mich aus diesem Pulk herausließ!!

Anti Flag
Politischer hätte eine Punk Band nicht sein können! Ein großartiger Auftritt! Und mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen!

5 Sterne Deluxe
Huh! Das hat Spaß gemacht! Ich drehte meine Mütze rum, zog die Hose ein wenig weiter in die Knie und machte den Hip Hop!
Ich hatte die 5 Sterne inzwischen zum Zweiten mal gesehen und Erinnerungen an ein Interview, das ich vor zwei oder drei Jahre mit ihnen gemacht hatte, kamen auf: Eine Rolle wurde gebaut, Marcnesium spielte an seinem Handy rum, Tobi war saufreundlich und ansonsten hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass sie merkten, dass meine tieferliegende Hose nicht aus einer Hip Hop Einstellung, sondern vielmehr aus Angst, in der Kniekehle saß!

Beginner
Naja…

Sportfreunde Stiller
Das erste mal, dass ich mich wirklich sehr darüber ärgerte eine Band nicht bis zum Ende anschauen zu können! Sehr sympathisch, irgendwie rockig und das Publikum war einfach nur glücklich! Eine entspanntere Atmosphäre hatte ich an diesem Wochenende nicht erlebt!
Leider musste ich die Fantastischen Vier noch sehen und so verabschiedete ich mich nach knapp 30 Minuten…

Die Fantastischen Vier
Unerwarteterweise ein weiterer Highlight! Sie begannen mit „Troy“ (ich hatte es zum ersten mal gehört und war gleich begeistert!) und endeten mit „Populär“. Dazwischen war viel Zeug aus den frühen Jahren, ein wenig Neues (teilweise ein wenig entäuschend) und ganz viel Party! Als sie „Arschloch“ von ihrem ersten Album spielten, konnte ich meine Ohren kaum trauen! Alles in allem hatte man weniger das Gefühl einem Haufen Stumpfsinnigen Hip Hoppern gegenüber zu stehen, sondern vielmehr eine richtige Band, die harte Gitarren, weiches Klavier und passender Sprechgesang benutzten, um ein noch breiteres Publikum anzusprechen.