Le Tour des Tours – Mit dem Fahrrad von Berlin nach Paris (1)

Update 06. Juni 2013 (Route wurde geändert und erweitert)

Ob das jetzt die beste Idee war, die ich hatte, werden wir Ende Juni sehen, wenn ich unter dem Eiffelturm zusammenbreche und in Embryonalstellung heule wie ein kleines Mädchen. Starttermin bis jetzt: der 10. Juni 2013 am Alexanderplatz, unter dem Fernseherturm.
Bis dahin sind noch ein paar Fragen zu beantworten: Die perfekte Route raussuchen, oder lieber eine ungefähre Richtung einschlagen und sehen was passiert? Minimalistisch und naturverbunden reisen, oder lieber von Hotel zu Hotel radeln? Auf was kann ich verzichten und was sollte zwingend dabei sein?

Auf der Suche nach Informationen, die mir bei der Planung behilflich sind, bin ich online leider nicht wirklich schlauer geworden. Etwas über ein Radrennen und über ein paar Studenten, die die Reise mal bewältigt haben. Ich erinnere mich auch an die Reise von Fahrtwind, die aber nicht mehr abrufbar ist. Insofern hoffe ich, dass ich hier genügend Informationen und Eindrücke sammeln kann, sodass jemand, der die Reise in Zukunft auf sich nehmen möchte, vielleicht die eine oder andere Inspiration und Information findet.

Vom Fernseherturm zum Eiffelturm - Mit dem Fahrrad von Berlin nach paris
Voraussichtliche Strecke mit Komoot geplant und OpenStreetMap zusammengeklöppelt. Die gesamte Route findest du hier aufgeschlüsselt.

Ich weiß (noch) nicht genau was man braucht, um mit dem Fahrrad vom Fernseherturm zum Eiffelturm zu kommen. Was ich vor allen Dingen nicht brauche, ist: Ballast. 2011 bin ich knapp 750km von Berlin über Hamburg und Dänemark nach Kiel gefahren und hatte mir vorher nicht im entferntesten die Vorstellung gemacht was genau auf mich zukommt. Ähnlich wie 2011, werde ich dieses Jahr zwar ein Zelt mitnehmen, aber die eine oder andere Übernachtung in überdachten Unterkünften nicht ausschließen.

Ebenfalls wie 2011 werde ich mich auf meinem guten, alten Schlachtross von der Marke KTM schwingen. Das leichte Trekkingbike bringt keine 19 Kilo auf die Waage und hat inzwischen knapp 4000 Kilometer auf dem Buckel. Nachdem ich den Standardsattel nach drei Tagen im weiten Bogen von mir warf und die restliche Reise nach Kiel auf dem Fahrradsattelpendant eines Wasserbettes verbrachte, bin ich inzwischen auf Brooks umgestiegen. Ob ich nach drei Tagen ebenso in ein Fahrradladen stürmen und nach dem teuersten Sattel („90 Euro, bittesehr!“)… dem zweitteuersten Sattel verlange, werde ich vermutlich schmerzhaft herausfinden müssen. Entweder das, oder ich kann mich auf die Versprechen der Fahrradgemeinde verlassen, die nichts anderes, als die Ledersättel von Brooks an ihre Popos lassen. Quasi der Apple unter den Fahrradsatteln. Bisher hat mein Ledersattel knapp 500 Kilometer mitgemacht und sollte inzwischen gut eingesessen sein.

Überhaupt, Popo: Mein bester Freund während der letzten Reise wird auch auf der künftigen Reise ganz vorn, beziehungsweise hinten, dabei sein: Vaseline
Gleitmittel für die einen, Wunderwerk der Hautpflegeprodukte für die anderen und eines der besten Schmiermittel gegen wunde Backen für den Fahrradfahrer. Ich möchte den Herren der Schöpfung an dieser Stelle gleich zwei Tipps auf den Weg geben: Entfernt jedes einzelne Haar von eurem Hintern. Fragt nicht warum, tut es einfach. Und: Schmiert morgens und abends Vaseline auf das Sitzbrötchen. Sonst endet ihr wie ich, der mit angezogenen Beinen auf einem Hostelbett liegt und frische Luft auf den Pavianarsch fächert, während ich mir Sorgen mache, dass jemand ins Zimmer platzt, da kein Schlüssel fürs Zimmer vorhanden ist.
Alternativ wurde mir jetzt Xenofit Second Skin empfohlen. Werde mir eine Tube davon einstecken und gegen ein gewisses Entgelt Fotos von meinem Hintern vor und nach der Tour verschicken.

Klamotten

Eine weitere Empfehlung habe ich am Wochenende bekommen: Eine kurze Regenhose und Beinlinge. Ich wusste nicht was mich mehr verstörte: Dass mir kurze Regenhosen empfohlen wurde, oder, dass jemand überhaupt kurze Regenhose erfunden hat! Wenn man es aber recht betrachtet, ergibt die Kombination schon Sinn: Die kurze Hose ist leicht und wasserabweisend, was von strahlendem Sonnenschein bis zu einer Stärke von Nieselregen das ultimative Kleidungsstücmk ist. Wenn es kälter wird, schützen die Beinlinge vor Gefrierbrand. Ich empfehle jedem wenigstens die Kombination anprobiert zu haben. Spätestens wenn man die Bequemlichkeit und Leichtigkeit an den Beinen spürt, ist man überzeugt.

Ebenso wichtig sind natürlich zwei Paar gepolsterte Radlerhosen. Auf meiner ersten Tour hatte ich nur ein Paar mit und musste teilweise 1-2 Tage mit einem unmenschlichen Gestank leben, der mir wenigstens ein paar ruhige Tische im Café bescherte. Die Polsterung war zwar die ersten Kilometer ziemlich ungewohnt, aber ich will die Hose auf keinen Fall missen. Gerne mit Trägern, anstatt Bündchen, um keine Druckstellen am Bauch zu erleiden.

Was ich mir diesesmal besonders zu Herzen nehme, ist die Frage nach dem Gewicht meines Gepäcks. Über knapp 750km auf zwei Wochen habe ich ca 20kg Gepäck mit mir rumgeschleppt. Mindestens 7kg hätte ich mir sparen können, wenn ich vorher die richtigen Prioritäten gesetzt hätte. Es muss kein Dreimannzelt sein, wenn man alleine unterwegs ist. Es muss nicht mehr als ein Topf dabei sein, eine Flasche Wein ist unnötig und man muss ganz bestimmt keine drei Bücher mitnehmen, aus Angst, dass man sonst keine Auswahl hat.
Was das restliche Gepäck angeht, habe ich schon in diesem Beitrag eine Liste erstellt, die ich hier übernehmen und in den nächsten Wochen vervollständigen werde. Das Ankleidezimmer beinhaltet auch das was ich während der Fahrt trage:

Wohnen

  • Einmannzelt
  • Leichter Schlafsack
  • Isomatte
  • Taschenlampe
  • Kleiner Alu-Hocker

Küche

  • Kleine Flasche Spülmittel
  • Alu-Kochtopf
  • Ein Teller
  • Eine Tasse
  • Campingbesteck
  • Alutrinkflasche
  • 2-3 Energyriegel

Badezimmer

  • Badezimmer
  • Vaseline oder Xenofit Second Skin
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Duschgel
  • Sonnencreme
  • Pflaster
  • Campinghandtuch
  • Reisewaschmittel
  • Asperin
  • Pflaster

Ankleidezimmer

  • Fahrradhelm
  • Fahrradhandschuhe mit Geldeinlage am Ballen
  • Drei Sportshirts
  • Unterwäsche für fünf Tage
  • Zwei Mikrofaser Schlauchtücher (für Kopf und Hals)
  • Zwei Radlerhosen
  • eine kurze Regenhose
  • eine lange Regenhose
  • Beinlinge
  • Regengamaschen
  • Regenjacke
  • Eine Hose (Alltag)
  • Ein paar Radschuhe
  • Ein Paar Schuhe (Alltag)
  • Zwei T-Shirts (Alltag)
  • Ein Pullover

Hobbykeller

  • Handyladekabel
  • Ersatzakku fürs Handy
  • Kamera
  • Leatherman
  • Multitool
  • Luftpumpe
  • Ersatzschläuche (3)
  • Schlauchflickzeug
  • Luftpumpe
  • Fahrradschloss
  • iPhone Halterung (Navigation)

3 Antworten auf „Le Tour des Tours – Mit dem Fahrrad von Berlin nach Paris (1)“

  1. Besonders gefällt mir die „Geldeinlage“ in den Handschuhen. Auf Spülmittel kannste aber eigentlich verzichten, gab es früher auch nicht und in südlichen Ländern, je nach Topf wird immer noch mit Sand ausgewaschen. Das Ladekabel für den Kamera-Akku hingegen würde ich nicht vergessen wollen. 2x Pflaster find ich auch schön. Blasenpflaster wären bei mir ein muss, diese Gelteile!

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