Nerdcore vs Euroweb

Wenn mich jemand fragt wo man gut Domains und Webspace bekommt, empfehle ich immer mit einem breiten Grinsen den Anbieter meines Vertrauens: Hosteurope
Diese kostenlose Werbung habt ihr euch verdient, ihr Zaubermäuse!

Anders die Herrschaften von Euroweb. Und ab dieser Stelle bin ich jetzt mal ganz vorsichtig, denn wie man bei netzpolitik liest, sind die Herrschaften sehr dünnhäutig und mahnen auch mal ab (was man 2006 schon bei Spreeblick lesen konnte). Deswegen möchte ich euch bitten in den Kommentaren zurückhaltend zu sein. Uns allen gefällt nicht wie das Düsseldorfer Unternehmen gegen unseren Lieblingsnerd und Filmfreund René vorgeht, aber in Zeiten, in denen Meinungsfreiheit gerne mal abgemahnt wird, oder mit einer Domainpfändung endet, muss man eben vorsichtig sein.

Der Grund der Domainpfändung ist übrigens eine vergangene Abmahnung, die René einfach mal ignoriert hat. So kennen und lieben wir den kleinen Racker!

Bis sich die ganze Sache geklärt hat, können wir wenigstens unter www.crackajack.de den „Deutschen Boing Boing“ (René, Januar 2011) weiter treu bleiben.

Junge, halt durch und lass dich nicht unterkriegen!
(Überflüssige Floskeln sterben nie aus)

EDIT
Werfen wir noch einen Blick in die Vergangenheit und schauen uns mal an, wie Euroweb in den Medien wegkommt..

EDIT 2
Wer übrigens eine rechtliche Übersicht über den Fall bekommen möchte, kann dies bei dem Rechtsanwalt Thomas Schwenke bekommen. Dort steht, das, was jeder ahnen kann: Keiner der beiden Parteien hat sich richtig verhalten. Allerdings dürfte klar sein, dass die Sympathien, bei den Praktiken Eurowebs, definitiv bei René liegen dürften.

Aber ob Sympathien letztendlich ausreichen, bleibt fragwürdig. Da ich mit René befreundet bin, bin ich natürlich nicht parteiisch und wünsche ich ihm, dass alles gut und zu seinem Vorteil ausgeht. Und wie ich ihn kenne, wird er (nach einer kurzen, nachvollziehbaren Explosionsphase) vernünftig handeln und mit sich reden lassen. Ich kann nur hoffen, dass Euroweb es auch tut. Allerdings ist klar, dass sie nach dieser Leistung nicht darauf bauen dürfen, dass ihr Ruf keine größeren Blessuren davonträgt.

Augsburg mahnt Blogger wegen Domain ab

Augsburg hat ja per se schonmal einige Karmapunkte im Petto, die sie nun leider mit einem Schlag verbrauchte. Hat neben der putzigen Architektur noch die Puppenkiste und Fuggers Werk viel dazu beigetragen, dass die Stadt in meiner Sympathie-Top-10 im oberen Drittel stand, hat sie es nun geschafft erstmal in die Versenkung zu versinken. Grund: Wer freundlich nachfragt, ob es ok ist eine Domain zu sichern, braucht nicht mit einem „Ja“ oder „Nein“ zu rechnen, sondern mit einer Rechnung für Anwaltskosten, die die Stadt gleich mal weiterleitet.

(…) Er meldete also die Adresse augsburgr.de an – und schrieb dann an die Stadt: „Wir haben die Domain augsburgR.de im Internet registriert. Um juristische Probleme mit der Stadt Augsburg zu vermeiden, bitten wir um eine schriftliche Genehmigung, diesen Namen verwenden zu dürfen“, hieß es in seiner E-Mail an das OB-Referat.
Doch eine Genehmigung gab es nicht. Stattdessen flatterte dem jungen Blogger am 25. Oktober ein Anwaltsbrief ins Haus – eine Abmahnung. (…)
Fleischmann, reichlich frustriert, telefonierte noch kurz mit seiner Anwältin – und kündigte dann schweren Herzens die Domain. „Ich dachte der Fall sei damit erledigt“, berichtet er.
Doch von wegen. Vor einigen Tagen kam der nächste Anwaltsbrief – eine satte Kostennote. Fleischmann müsse der Stadt die entstandenen Anwaltskosten bezahlen: 1890,91 Euro, errechnet aus einem Streitwert von 50.000 Euro. (…)

Dazu muss man noch hinzufügen, dass die Stadt tatsächlich der Meinung ist, dass 50.000€ Streitwert moderat sind.

Ich bitte euch in den Kommentaren ebenfalls moderat zu bleiben. Jegliche Kritik (auch nettgemeinte) könnte mit einer Abmahnung enden.

via

NACHTRAG
Die Stadt Augsburg rudert zurück. Sehr schön. Aber warum muss es erst Empörung geben? Kann man nicht gleich von vorn herein davon ausgehen, dass es zwar rechtlich supi ist, aber menschlich eher so mittel und dass das immer Konsequenzen hat, wenn sich jemand nicht nett benimmt?

Stellungnahme von Eva Schweitzer zur Blog-Abmahnung

Abmahnungen mit Happy-End scheinen vielleicht zum Trend zu werden. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Welt eine bessere wird. Im Gegenteil: Wenn sogar Taz-Autoren anfangen auf die kleinen Harmlosen einzudreschen, weiß ich gar nicht mehr, ob ich mich noch trauen werde auf die Straße zu gehen, aus Angst, dass ich von einem wütenden Rudel Hamster verprügelt werde.

Eva Schweitzer mahnte eines meiner Lieblingsblogs ab, weil Phillip von den noms einen Ausschnitt eines ihrer Artikel verwendet hat, um Sympathie für sie auszudrücken. Frau Schweitzer hatte nun aber unglücklicherweise ein paar Monate später eine Firma beauftragt nach Seiten zu schauen, die widerrechtlich ihre Texte verwenden. Die wiederrum stießen auf das nichtkommerzielle Blog, das nicht nur kein Geld mit dem Ausschnitt verdiente, sondern sogar noch Werbung für Frau Schweitzer machte. Das Ende vom Lied: Phillip wurde abgemahnt, aber durch die unendliche Güte Frau Schweitzers wurde er wieder „vom Haken gelassen“, wie sie so schön sagt.
„Stellungnahme von Eva Schweitzer zur Blog-Abmahnung“ weiterlesen

Jack Wolfskin „Stellungnahme“

Auf dem Werbeblogger kann man inzwischen so etwas wie eine Ausrede Stellungnahme des Outdoorherstellers lesen. Schauen wir mal rüber:

In den letzten Tagen gab es auf verschiedenen Online-Plattformen Äußerungen zu Abmahnungen, die Jack Wolfskin wegen Markenrechtsverletzungen gegen Anbieter auf der Internet-Plattform „DaWanda“ ausgesprochen hat.

„Äußerungen“? Ich würde das Rauskotzen und Anprangern von solchen Geschehnissen nicht unbedingt als schnöde „Äußerung“ bezeichnen.

Diese Vorfälle sind zwar bedauerlich,

Bedauerlich ist höchstens die Haltung des Outdoorklamottenherstellers.
„Jack Wolfskin „Stellungnahme““ weiterlesen

Jack Wolfskin geht unter die Abmahner

tatzen

Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass so etwas nötig wäre, bei den Jackenpreisen. Aber Jack Wolfskin wird schon seine Gründe haben, warum sie der Meinung sind, dass niemand etwas tatzenähnliches als Logo verwenden darf.

Der Rundumschlag beginnt bei der Selbermachcommunity Dawanda, die nun fleißig Shops schließt und die Nutzer mit ihren Problemen alleine lässt.

Beim Werbeblogger liest man:

Vollkommen unverständlich (und unlogisch) bedroht Jack Wolfskin nicht nur Dawanda – als Hort der verbrecherischen Umtriebe junger Mütter und Stick-begeisterter Damen – mit Abmahnung (der Brief der Anwälte liegt uns vor), sondern mahnt auch auch die Dawanda-Member fliegenpilzle und Dasaba direktmal ab!

Lieber Jack Wolfskin,

bitte passen Sie auf, was Sie da tun. Angeblich soll abmahnen süchtig machen und überhaupt nicht gut fürs Image sein. Bitte lassen Sie sich nichts anderes von Ihren Anwälten und Marketingstrategen sagen.

Mit tatzenfreien Grüßen,
ein zukünftiger Mammut-Kunde

„…und negative Werbung ist tatsächlich auch mal gute Werbung“

Wenn es eins gibt, was nervenaufreibender ist, als jemand, der in seiner Freizeit „auch mal gerne selbst designt“, dann ist es der selbst ernannte Werbeexperte. Irgendwann vor unzähligen Jahren muss ein verkappter Marketingfuzzi mit süffisanten Lächeln ein Selbsthilfebuch in die Welt gerotzt haben, das den Titel hatte „Auch schlechte Werbung ist gut fürs Image und lässt die Absatzzahlen steigen“. Dummerweise wurde dieses Buch von „Marketingexperten“ zur Brust genommen und wird immernoch beschworen.

Vielleicht braucht es auch ein aktuelles Ereignis, wie das des Sportmittelherstellers Jako vs Trainer Baader, um den Hobby-Werbepsychologen zu zeigen, dass man C-Promis, die sich sogar über schlechte Schlagzeilen freuen (sind ja auch mal Schalgzeilen) und die echte Welt nicht miteinander verwechseln sollte:

Auch die Fans von Eintracht Frankfurt bekommen die Sache mit – dort ist Jako seit Jahren Ausstatter. Im Fan-Forum laufen über 120 Kommentare zum Thema auf, dann wird die Diskussion so heiß, dass keine neuen Einträge mehr erlaubt werden. Und die Eintracht-Fan-Seite „Blog G“ schreibt: „Vielleicht denkt der Kunde daran, wenn er beim nächsten Mal im Shop vor der Entscheidung steht, 70 Euro für ein Trikot der Eintracht mit dem Logo der Firma Jako auszugeben.“

(weiter beim Handelsblatt lesen)

Nichts zu danken, liebe Werbekenner.