„Die Legende vom Salzstock“

Letztens traf ich mich mit meinem Lieblings-Onkel Michael, der Geologe (oder sowas in der Art) war, bevor er beschloss in Rente zu gehen und die Welt zu bereisen. Irgendwann wanderte das Gespräch von den Parties Ende der 60er, hin zu den Protesten. Ich muss gestehen, dass ich etwas stolz bin, dass mein Onkel mittendrin war, sich aber sofort zurückzog, als man anfing Gewalt anzuwenden. Ich fragte ihn, wie wohl seine Generation damals mit so einem Castor-Transport umgegangen wäre und so sind wir auf das Thema gekommen, was der ganze Müll dort unten im Salzstock so anrichtet.

Als Geologe weiß mein Onkel Michael natürlich, dass so ein Salzstock eine denkbar bescheuerte Idee ist, weil der Boden weicher ist und sich bewegt. (An dieser Stelle Geologen-Fachwissen um Bodenkonsetenz einfügen. Danke.) Ich war ehrlich schockiert, weil ich dachte, dass es doch jede Menge Experten geben muss, die der Regierung solche Ergebnisse vorgelegt haben. Wie es aussieht, wird es auch so gewesen sein und tatsächlich ist Gorleben ja auch nur ein Zwischenlager und kein Endlager. Soviel wusste ich ja auch. Aber aus irgendeinem Grund dachte ich aber immer, dass das Zeug nur zwischengelagert und irgendwann ausgebuddelt wird, um es dann zum Endlager zu bringen. Eigentlich hätte ich schon von selbst darauf kommen können, dass das Quatsch ist.

Denken auch diejenigen, die das Zeug dort zwischenlagert. Wieso den Müll eingraben, um ihn später wieder auszugraben? Eben. Deswegen wird der Müll einfach in einer Halle zwischengelagert, bis endlich darüber entschieden ist, ob so ein Salzstock vielleicht doch eine coole Idee ist.

Die Castoren, sagt er, werden die nächsten 30 oder 40 Jahre im Zwischenlager stehen (also in der grünen Halle neben der Straße). Dort sollen sie ein wenig auskühlen, und in frühestens circa 30 Jahren sollen sie geöffnet und der Müll soll in kleinere „Pollux“-Behälter (sic! Deshalb also „Castor“!) umgebettet werden. Diese kleinen Pollux-Behälter sollen dann in den einen Kilometer entfernten Salzstock hinabgelassen werden, natürlich nur in dem Fall, dass bis dahin der Salzstock als Endlager für Atommüll genehmigt worden ist.

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