Gelungene Guerillakampagne der DHL ändert nichts (UPDATE)

Trojanisches Mailing

Update (24.2.2014)

„Wir wussten von dem Video, es wurde aber nicht von uns initiiert“, so ein DHL-Sprecher gegenüber W&V Online. Der Dienstleister habe den Clip für einen internen Wettbewerb der Agentur erstellt. Somit war nach Angaben von DHL das Filmchen nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen.

via Horizont

Ich stehe mit Postboten genauso sehr auf Kriegsfuß, wie mit Paketausträgern. Besonders die Spezialisten der DHL werfen gerne eine Abwesensheitsnotiz in den Briefkasten, anstatt zu klingeln. Ich kann ja verstehen, dass man nicht jedes Päckchen in den vierten Stock tragen möchte, aber hier habe ich mal zwei Fragen, bevor wir uns diese wirklich gelungene Aktion der DHL anschauen:

  • Frage 1: Wenn ich mir einen Job aussuche, der darin besteht Pakete auszuliefern, sollte ich nicht… ich weiß ja nicht… die Pakete ausliefern?
  • Frage 2: Wenn es mir auf den Geist geht ständig in den vierten Stock zu laufen, wäre es nicht ehrlicher auf dem Zettel ein Feld anzukreuzen, das in etwa so klingt: „Ich kann nicht mehr. Echt jetzt, das geht mir ganz schön an die Nieren, ständig die vielen Stockwerke hochzulaufen. Mir war es unangenehm zu klingeln und zu fragen, ob du runter kommen kannst. Ich hoffe es ist ok, wenn du stattdessen demnächst in die Filiale kommst, um das Paket abzuholen. Irgendwann zwischen morgen früh und nächste Woche Freitag sollte das Paket wahrscheinlich eintrudeln. Viel Glück!“

Ehrlichkeit.
Wir mögen Ehrlichkeit.

Weiter mit Guerillamarketing:
Die DHL lässt ihre Konkurrenten Pakete austragen, die mit einem speziellen Thermolack lackiert und dann tiefgefroren wurde. Sobald die Temperatur stieg, offenbarte sich die Botschaft auf dem Paket.

Verantwortlich dafür, ist die Agentur, die sich schon vom Logo her mit Trojanern auskennt: Jung von Matt

via Horizont

Liebe DHL, liebe Kontaktlinsenverkäufer…

Seit 10 Tagen bin ich zuhause und habe mich nicht vom Fleck bewegt. Ich gehe höchstens mal auf dem Balkon, um Freigang zu simulieren und bin also entsprechend angepisst, um nicht zu sagen: sauer, dass mein erster Ausgang zum Briefkasten damit endet, dass ich zwei Benachrichtigungen finde. Man hat mich nicht zuhause angetroffen und deswegen meine Päckchen sowohl beim Nachbarn und zur Post zurückgebracht.

Erzählt mir jetzt nicht, dass der Päckchensupervisor seit einem schweren Unfall auf einem Päckchenfließband, im Rollstuhl sitzt und es deswegen nicht bis in den vierten Stock schafft. Ein Päckchen konnte ich nämlich gerade bei der halbnackten Nachbarin aus dem zweiten Stock abholen, die mich verschlafen im T-Shirt empfing. Das andere Päckchen, ein Buch (AWESOME, HUSCHI!!!) passte laut mürrischer Postfachserviceangestellten nicht in den Briefkasten und wurde mit der Begründung zurückgegeben, dass alles was nicht in den Briefkasten passt, abzuholen ist. Ich habe davon abgesehen ihr zu erzählen wo ich gerade meine Päckchen abgeholt habe und wo sie sich ihre schlauen Sprüchen hinstecken kann, weil sie aussah, als würde sie jemanden wie mich locker über die Theke hinweg verspeisen.

Nun zu den Inhalten meiner Päckchen. Das größte Päckchen enthält einen Regenschirm. Aber nicht irgendeinen Regenschirm, sondern den Regenschirm des Todes. Päckchen zwei enthält das erste Buch eines meiner Lieblingsschriftsteller und das dritte Päckchen habe ich nicht bestellt.
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