20 Jahre fotografiert: Töchter wachsen in Zeitraffer

Der Österreichische Fotograf Michael Langoth hat 20 Jahre lang alle drei Monate seine Töchter im selben Setting fotografiert und daraus zwei kleine Filme gedreht, die sie älter morphen lassen. Für jemanden wie mich, der es nicht einmal schafft einmal im Monat die Pfandflaschen wegzubringen, ist das eine übermenschliche Leistung:

emerge #01: Migration

Vor ein paar Monaten hat das emerge Magazin sehr erfolgreich per Crowdfunding einen Spagat hingelegt: Anstatt Print einzuschläfern und sich auf digitale Medien auszuweiten, wie andere Medien es (leider) durchleben, hat emerge ihren Onlineauftritt um ein regelmäßig erscheinendes gedrucktes Magazin erweitert. Das Thema der ersten Ausgabe „Migration“ gibt Einblicke auf alle möglichen Formen der Einwanderung: Von der Flucht nach Deutschland bis zur gelungenen Migration als Landarzt in Brandenburg, der sich die Zeit nimmt jedem seiner Patienten das Gefühl zu geben, sie wären das Wichtigste auf der Welt.

In der ersten Printausgabe von emerge setzen sich vielversprechende und vielfach ausgezeichnete Fotojournalisten – emerging photographers – mit Migration auseinander: siebzehn sehr persönliche und stilistisch vielfältige Perspektiven auf eines der zentralen Themen unserer Zeit

Das Heft kann man für 15€ online bestellen, oder gleich am kommenden Samstag (25. Juli) im Büro der Redaktion, wo die gelungene Produktion fröhlich gefeiert wird .

Photoshop Profis scheitern an Photoshop 1.0

Ich erinnere mich sehr gut an meine ersten Versuche mit Photoshop. Es war 1995 und Photoshop war mit der 3.0 Version draußen. Ich habe das getan, was jeder vernünftige Mensch tun würde: Alle Filter ausprobieren und sich ziemlich cool fühlen, weil ich nun voll der krasse Designer war. Es war schlicht und einfach wahnsinn, was möglich war. Leider hatte ich erst 5 Jahre später(!) meinen allerersten Rechner und war bis dahin darauf angewiesen bei Freunden oder in der Agentur das Chaos auszumerzen, welches das Filterarmageddon in meinem Kopf ausrichtete. Es stand aber fest: Ich wollte nie wieder etwas anderes tun, als am Rechner zu sitzen und schöne Dinge mit vielen Filtern zu machen.

Hätte ich nur 5 Jahre früher begonnen, wäre wahrscheinlich kein Designer aus mir geworden, sondern vermutlich ein Sozialpädagoge mit Alkoholproblem. Die Möglichkeiten, die Photoshop 1.0 1990 hatten, waren unterirdisch: Keine Ebenen, keine Live Vorschau, nur einmal rückgängig. Die Überforderung mit der Limitierung der Möglichkeiten wären erschreckend, wenn sie nicht so lustig wären:

via Daily Dot

“Che – A Moment in Time” – Animation aus historischen Fotos

Bennie Melwin hat nur mit Fotos eine kurze Animation zu Ches legendärem Portrait, 1960 geschossen von Alberto Korda, zusammengefrickelt. Da hätte ich gerne Mäuschen gespielt, um zuzusehen wie genau der Melwin das gemacht hat:

In 1960, the munitions ship La Coubre exploded in Havana harbor with hundreds of casualties. The great photographer Alberto Korda took the most well known picture of Ernesto ‘Che’ Guevara at a speech that Fidel Castro held to commemorate the victims. This is a photo animation that recreates a version of the event. I have taken some liberties out of necessity, since I need to use the photos and audio I can find, but I aim to recreate the feeling of that moment. Also, you might notice Simone de Beauvoir and Jean-Paul Sartre in the audience, that is because they were visitors of the Cuban regime at the time.

via Interweb3000

„Desire“ by Ryan Muirhead

Ryan Muirhead ist ein Fotograf, den ich bis gerade eben nicht kannte, der aber nach den letzten 20 Minuten definitiv zu den Menschen gehört, der für lange Zeit einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Ryan erzählt in diesem Video von seinem Werdegang zum Fotografen, von einem depressiven jungen Mann zu jemanden, der nicht nur fantastische Fotos macht, sondern seinen eigenen Traum lebt. Ich will nicht zuviel vorgreifen und lege jedem einzelnen von euch dieses Video ans Herz. Weil Ryan der beste Beweis dafür ist, dass „Glaube an deine Träume“ mehr ist, als ein kitschiger Spruch auf einem Federmäppchen.

„Desire“ by Ryan Muirhead from MUSEA on Vimeo.

Danke Kleines!

emerge – Printmagazin für jungen Fotojournalismus

Was mir besonders gut gefällt: Wenn etwas digital beginnt und analog weitergeführt wird. So macht es jetzt das emerge Onlinemagazin, das mir sehr am Herzen liegt und ich deswegen bei seinem Crowdfunding Aktion unterstützen möchte:

Nach vier Jahren Onlinepräsenz startet emerge-mag.com, bekannt als Non-Profit Präsentations- und Förderplattform für hochqualitativen jungen Fotojournalismus, ein monothematisches Printmagazin für jungen Fotojournalismus und dokumentarische Fotografie aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum. Um die erste Ausgabe zum Thema „Migration“ realisieren zu können, brauchen wir eure Unterstützung!

Ich habe mal das „hochqualitativen jungen Fotojournalismus“ hervorgehoben, weil emerge genau den Reiz ausmacht: Keine glossy Bilderstrecken, die von Photoshop verunstaltet wurden, sondern wirklich tolle Geschichten in Bildern präsentiert. Ein paar Beispiele:
Zwei Seiten handelt von einem Mann, der versucht seine Geliebte umzubringen, die von ihm verlangt sich zwischen ihr und seiner Frau zu entscheiden.
Mongolische Nomaden (meine liebste Lieblingsstrecke!) zeigt die Welt der Mongolai, wie ich sie bisher noch nicht gesehen habe. Fernweh inklusive!
Manhatten zeigt wie wichtig eine gute Dramaturgie bei Fotostrecken ist. Sie fängt recht banal an und hinterlässt den Betrachter dann schwer nachdenklich, wenn man sich durch die Verhältnisse von Manhatten, Brandenburg geklickt hat.

Ich mache nicht sehr oft Werbung für Crowdfunding und unterstütze emerge jetzt nicht nur, weil ich die Macher sehr gerne habe (und ich mit einer davon verheiratet bin). Durch das Onlinemagazin habe ich in den letzten Jahren eine andere Betrachtungsweise von Fotos gelernt. Es ist ein gewagter Schritt den Fotoreportagen einen so hochwertigen und damit angemessenen Rahmen zu geben, aber daran zeigt sich einfach wieviel Herzblut die Macher in ihr Baby stecken.

Douglas der Wombat lässt sich verwöhnen

Foto: Andreas Jakwerth

Das Video ist schon ein paar Jahre alt, aber aus irgendeinem Grund ist es vor kurzem hochgeschwappt und der Fotograf Andreas Jakwerth (übrigens: Tolle Fotos!), der glückliche Wombatfreund, hat den späten Erfolg zum Anlass genommen eine kleine Seite über seine Freundschaft zu Douglas dem Wombat online zu stellen:

Back in 2009 my girlfriend and I were WWOOF’ing near Tallangatta Valley in Victoria, Australia. We spent 2 weeks at a school camp doing lots of different stuff. What we didn´t know was that the family we stayed at also took care of an orphaned Wombat named Douglas.

Ich will sofort einen Wombat.

Danke Huschi!

„Adventure Is Calling“ – Alles hinwerfen und weg

Shane Black lebt einen Traum, der mich schon seit ein paar Monaten beschäftigt: Alles hinschmeißen und die Welt angucken gehen. Seitdem ich mich als selbstständig gemacht habe, habe ich zumindest das wage Gefühl mich in diese Richtung gedreht zu haben. Jetzt müsste ich nur noch alles fallen lassen und losmachen. Den Mut, den Shane hat, habe ich bisher noch nicht aufgebracht, umso schönschlimmer ist es, was man in seinem Video zu sehen bekommt:

This summer, two friends and myself all left our comfortable jobs of six years to spend two months traveling across the country and teaching photography workshops along the way. We all felt that it was time to take a risk and get out of our comfort zones… adventure was calling us.

It was a trip filled with endless hours cooped up in a van, exploring breathtaking landscapes, sharing stories and laughs, meeting some of the nicest people, making new friends, getting to meet old friends from around the country, and sharing our love of photography with others.

Adventure Is Calling from Shane Black on Vimeo.

via Hermsfarm

„If only for a second“ – Eine Sekunde lang den Krebs vergessen

20 Krebspatienten wurden in ein Studio eingeladen und so richtig aufgebretzelt. In der Sekunde bevor und in der Sekunde, in der sie sich zum ersten Mal sehen, entstanden diese Bilder. In dieser einen Sekunde vergaßen die Menschen ihre Krankheit:


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